Burnout Syndrom

Burnout Syndrom – Symptome, Anzeichen und Behandlung

Was ist Burnout?

Unter Burnout, oder Burnout-Syndrom beziehungsweise Burnout-Erkrankung, versteht man einen Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, einer Depersonalisierung (Entfremdung im sozialen Umfeld) sowie verringerter Leistungsfähigkeit.

Die Weltgesundheitsorganisation spricht bei Burnout von keiner eigenständigen Krankheit, sondern viel mehr einem Problem mit der momentanen Lebenssitutation und -führung. Burnout ist daher ein Krankheitszustand. In sogenannten Z-Diagnosen werden lebensübliche Beschwerden qualifiziert und von Krankheiten abgegrenzt. Dort aufgeführt wird Burnout als Zustand einer Zusammenführung von Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinträchtigen und zur Inanspruchnahme von medizinischen Maßnahmen führen.

Nach dem Robert-Koch-Institut sind etwa vier Prozent der deutschen Erwachsenen von Burnout betroffen. Dies entspricht in etwa zwei Millionen Betroffene in Deutschland. Im Jahr 2011 wurden als Spitzenjahr bereits knapp 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychicher Erkrankungen registriert. Im Jahr 2015 waren bei einer Erhebung des BKK Gesundheitsreport etwa 6,7 % der Krankheitstage auf Burnout zurückzuführen. Weitere Infos darüber bietet das Statistik-Portal statista.

Ursachen eines Burnout Syndroms

Die Ursachen für einen Burnout können unterschiedlicher Natur und oftmals nicht direkt greifbar sein. Vorangegangene zu starke Belastung in der Arbeit, Stress, Überforderung oder sonstige persönliche Umstände sind äußere Einflüsse, die zu der Erkrankung führen können.

Der Krankheitsverlauf wird durch die sogenannte Depersonalisation beinflusst. Depersonalisation ist eine Veränderung des Persönlichkeitsgefühls, was widerum zur Beeinträchtigung der persönlichen Leistung führt.

Im Berufsleben als auch Privatleben können sogar schwach erscheinende Faktoren später eine große Rolle in diesem Prozess spielen. So auch: Mangel an positivem Feedback, eigener nicht erreichbarer Perfektionismus, Hierarchieprobleme, administrative Zwänge, Überfrachtung mit Aufgaben, beständiger und zu hoher Druck der Vorgesetzten und schlechte Arbeitsorganisation.

Generell kann man sagen, dass drei Ursachentypen das Burnout Syndrom begünstigen:

  • Persönliche Ursachen
  • Situationsbedingte Ursachen
  • Gesellschaftspolitische Ursachen

Symptome des Burnout Syndrom

Entsprechend der vielfältigen und nicht immer greifbaren Ursachen eines Burnout sind auch die Symptome des Burnout facettenreich und in vielen Fällen nicht direkt sichtbar. Häufig fängt es mit vereinzelten psychischen Symptomen und Störungen an, die sich im Verlauf des Prozesses verstärken und vermehren.

Dazu gehören psychische Symptome und Reaktionen wie:

  • Erschöpfung
  • Gleichgültigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Vermeidung von sozialen Kontakten
  • Reizbarkeit
  • Angstzustände
  • Missbrauch von Alkohol und Drogen
  • Leistungsabfall
  • Verlust des Selbstvertrauens
  • Pessimismus
  • Verzweiflung
  • Hilflosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Bis hin zu Suizidgedanken

Neben diesen psychischen Symptomen treten oftmals auch körperliche Beschwerden auf, wie:

  • Bluthochdruck
  • Herz Kreislauf Beschwerden
  • Herzratenvariablität
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Magenbeschwerden
  • Verspannungen
  • Schwäche
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Ohrenleiden (Auftreten von Tinnitus)
  • Essstörungen

Was tun bei Anzeichen für Burnout?

Durch die verschiedenartigen und teilweise nicht direkt erkennbaren Symptome ist eine Diagnose auf Burnout schwierig. Je nach betroffenen Menschen variieren die Ausmaße der jeweiligen Symptome sehr stark. In der Regel fokussiert eine betroffene Person im ersten Schritt ein Symptom und versucht dies einzeln unter ärztlicher Hilfe zu behandeln und bekämpfen.

So geht jemand mit regelmäßigen Kopf- und Gliederschmerzen im ersten Schritt zum Arzt um diese Symptome zu lindern. Anzeichen auf Burnout werden hier oftmals nicht wahrgenommen.

Wichtig ist daher eine Untersuchung der Beschwerden um organische Ursachen ausschließen zu können und damit einen Fokus auf die möglichen Zusammenhänge zu legen. Da Angststörungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion häufig ähnliche Symptome und Anzeichen wie ein Burnout hervorrufen, müssen diese ausgeschlossen werden.

Ratsam ist ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt über die Ursachen und Anzeichen der Erkrankung. Es gibt wichtige Fragen, die eine Diagnose vereinfachen und den Arzt die Möglichkeit geben Grundwerte gezielt zu kontrollieren. So können beispielsweise Herzratenvariablität, Kortisolausschüttung, Menge der Geschlechtshormone im Blut oder Gerinnungsfaktoren gezielt einzeln und im Zusammenhang geprüft werden. Mehr dazu unter Stellen Ärzte eine Krankschreibung bei Burnout aus?

Burnout Test

Für einen ersten Selbsttest kann man verschiedene Seiten im Internet zu Rate ziehen.

Eine davon ist die Seite Hilfe-bei-Burnout.de, die hier einen Selbsttest anbieten. Auswählen kann man zwischen einem zweiminütigem Schnelltest und einem ausführlichen Burnout Test, der etwa 20 bis 30 Minuten in Anspruch nimmt.

Behandlung des Burnout Syndroms

Je frühzeitiger ein Burnout erkannt wird, desto besser lässt sich dieser Zustand heilen. Es gibt verschiedene Stufen einer Behandlung des Burnout Syndrom. Von Vereinen und Selbsthilfegruppen über Heilpraxen bis zur Psychotherapie.

Vereine und Selbsthilfegruppen

Über das Internet findet man deutschlandweit diverse Selbsthilfegruppen in der eigenen Region. Die Erkenntnis, dass man von Burnout betroffen ist und der aktive Umgang mit diesem Krankheitszustand – zu dem auch die Kommunikation darüber mit anderen Betroffenen gehört – ist ein wichtiger Schritt im Heilungsprozess.

Heilpraxis gegen Burnout

Heilpraxen nutzen in der Regel den natürlichen Weg zu Gesundheit. Hierbei umfasst eine Therapie beispielsweise Mirkonährstoff-Ausgleiche, Ausleitung von Giftstoffen aus dem Körper und ein ganzheitliches Coaching auf seelischer und psychischer Ebene.

Ein häufig verwendeter Therapieansatz dabei die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Hierbei wird teilweise mit Akupunktur gearbeitet. Ausführliche Informationen zu TCM gibt es in unserem Artikel: TCM: Traditionelle Chinesische Medizin

Die Psychotherapie gegen das Burnout Syndrom

In einer Psychotherapie werden Zusammenhänge zwischen der Erkrankung und der Lebensführung gezogen und herausgefunden welche äußeren und inneren Einflusse den eigenen Gesundheitszustand beeinträchtigen. Je nach Intensität kann der Betroffene ambulante Hilfe, Besuche von Tageskliniken oder stationiäre Aufenthalte (Beispielsweise in Form von einer Kur) in Anspruch nehmen.

Je nach Therapieform übernimmt die Krankenkasse diese Behandlung komplett oder anteilig.

Bei der ambulanten Psychotherapie gibt es in Deutschland als kassenzugelassen Therapien die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Therapie und Psychoanalyse. Diese werden von ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt.

Daneben gibt es nach Rücksprache auch die Möglichkeit auf eine Kur in einer psychosomatischen Kurklinik. Der Aufenthalt beträgt in der Regel zwischen drei bis sechs Wochen.

Bei besonders ausgeprägten Symptomen des Burnout muss als intensive Behandlung der Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik herangezogen werden. Dies hilft dem Betroffenen mit der Situation zurecht zu kommen und gibt mit klaren Tagesabläufen und Einzel- wie auch Gruppengesprächen eine Routine zurück, die mit Burnout nur schwer wieder zu erreichen war.

Fazit

Prävention, also Vorsorge, ist auch beim Burnout die beste Therapie. Burnout lässt sich mit klaren Regeln in den meisten Fällen vermeiden und vor allem bei frühzeitiger Erkennung einfacher behandeln.

Weitere interessante Artikel

Chefarztbehandlung – der Irrglaube der besseren Behandlung

Arztbesuch während der Arbeitszeit – erlaubt?

Durch | 05.02.2017 | Allgemein | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Nevresim Takımı 09.11.2017 um 22:52 - Antworten

    Danke für die Mühe, die Sie gemacht haben, um das alles zusammenzutragen. Das ist ein sehr interessanter Artikel den ich gerne gelesen habe.

    MfG Nevresim

Einen Kommentar hinterlassen

Finde uns auf Facebook