Blutdruckwerte

Blutdruckwerte: Welche sind normal? Welche zu hoch?

Der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator dafür, wie es um die Gesundheit steht. Doch viele Menschen können die Blutdruckwerte nicht richtig einordnen und sind von der Zahlenkombination irritiert. Hier bekommen Sie einen Überblick, der die wichtigsten Fragen beantwortet: Was bedeuten systolischer und diastolischer Wert, wann beginnt Bluthochdruck, wie lässt sich der Blutdruck senken und gibt es Unterschiede bei den Blutdruckwerten zwischen Frauen, Männern und Kindern?

Inhalt

Wie werden Blutdruckwerte gemessen?

Hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislaufs-Systems und gehört zu den führenden Todesursachen. Deshalb werden die Blutdruckwerte bei fast jedem Arztbesuch geprüft. Gemessen wird meist durch die Arzthelferin bzw. durch medizinische Fachangestellte am Oberarm, seltener auch am Handgelenk. Ob am rechten oder linken Arm macht keinen Unterschied. Es sollte allerdings immer am selben Arm gemessen werden, vorzugsweise an dem, an dem die Blutdruckwerte höher sind. So ist die Vergleichbarkeit gewährleistet. Zudem wird nie direkt im Anschluss an körperliche Anstrengung oder Aufregung gemessen, da beide den Blutdruck vorübergehend nach oben treiben. Eine mindestens dreiminütige Ruhephase gewährleistet, dass die Blutdruckwerte korrekt sind.

Blutdruckwerte bestehen immer aus zwei Zahlen: dem systolischen Wert (erster oder oberer Wert) und dem diastolischen Wert (zweiter oder unterer Wert). Der systolische Wert zeigt an, wie hoch der Blutdruck ist, wenn das Blut vom Herzen in die Arterien gepumpt wird. Am systolischen Wert kann der Arzt ablesen, wie es um Herzmuskel und Gefäßsystem steht. Der diastolische Wert reflektiert den Blutdruck zwischen den Herzschlägen und zeigt an, wie viel Widerstand das Gefäßsystem entgegensetzt. Beide Werte werden in der Einheit mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) angegeben.

Nicht nur in der Arztpraxis, sondern in praktisch jeder Apotheke gibt es die Möglichkeit, seinen Blutdruck messen zu lassen. Wer seine Blutdruckwerte genauer im Auge behalten will oder muss, kann mit einem handlichen Blutdruckmessgerät auch zu Hause kontrollieren. Mehr dazu in der Anleitung zum Blutdruck messen.

Blutdruckwerte Tabelle – die komplette Übersicht

„Stummer Killer“ – so wird Bluthochdruck oft genannt, denn Betroffene merken nicht, dass in ihren Arterien zu hoher Druck herrscht. Aber wo fängt Bluthochdruck an und welche Blutdruckwerte sind in Ordnung? Hier die komplette Übersicht als Tabelle.

Beschreibung systolisch (mm Hg) diastolisch (mm Hg)
niedrig < 105 < 65
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
hochnormal 130-139 85-89
Hypertonie Grad 1 140-159 90-99
Hypertonie Grad 2 160-179 100-109
Hypertonie Grad 3 > 179 > 109

Normaler Blutdruck: Blutdruckwerte sind normal in diesen Bereichen

„120 zu 80“ – diesen Ausdruck haben die meisten Menschen schon einmal gehört. Er beschreibt die optimalen Blutdruckwerte. Aber auch darüber und darunter liegende Werte zählen noch zu den

Normaler Blutdruck – Werte:

  • Optimaler Blutdruck – um die 120 / 80
  • Normaler Blutdruck – unter 130 / unter 85
  • Hoch-normaler Blutdruck – maximal 139 / maximal 89

Ärzte unterscheiden normalen und hoch-normalen Blutdruck, weil Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (etwa Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen) besonders gefährdet sind, während bei gesunden Personen ein hoch-normaler Blutdruck hinnehmbar ist. Vorübergehende Schwankungen von einem Bereich in den anderen sind normal und harmlos.

Liegen die Werte unter 120/80 mmHg ist das in der Regel unbedenklich, wenn keine Begleiterscheinungen wie hoher Puls, Ohrensausen, Müdigkeit, Schwindel, Sehstörungen oder Ohnmacht vorliegen. Teilweise wird in medizinischen Kreisen die Meinung vertreten, dass Blutdruckwerte unter 120/80 mmHg sogar gesünder seien. Diese Meinung ist allerdings umstritten.

Von einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie) wird erst ab Werten von unter 100/60 mmHg gesprochen. Niedriger Blutdruck schädigt den Körper nicht, kann aber auf ernsthafte Erkrankungen wie Herzmuskelschwäche, Lungenarterienembolie oder Schilddrüsenstörungen hindeuten.

Bluthochdruck: Blutdruckwerte sind hoch in diesen Bereichen

Als zu hoher Blutdruck, also Bluthochdruck (Hypertonie), gelten Blutdruckwerte über 140/90 mmHg. Mediziner unterscheiden den Schweregrad des Bluthochdrucks in drei Kategorien:

Bluthochdruck – Werte:

  • Schweregrad 1: milde Hypertonie (milder Bluthochdruck) – 140 bis 159 / 90 bis 99
  • Schweregrad 2: mittelschwere Hypertonie (mittelschwerer Bluthochdruck) – 160 bis 179 / 100 bis 109
  • Schweregrad 3: schwere Hypertonie (schwerer Bluthochdruck) – über 180 / über 110

Weil der Blutdruck bei Aktivität und Stress ansteigt, ist eine einzelne hohe Blutdruckmessung noch kein Grund zur Sorge. Um Bluthochdruck zu diagnostizieren, müssen Werte von über 140/90 mmHg bei mindesten drei Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen vorliegen.

Interessant zu wissen: Einige Menschen erhalten verfälschte Blutdruckwerte in der Praxis oder Klinik, weil sie durch die Situation beim Arzt aufgeregt sind. Das Blutdruckmessen daheim kann diese sogenannte Weißkittelhypertonie entlarven.

Was kann getan werden, um den Blutdruck zu senken?

Bluthochdruck kann ernsthafte Gefäß- und Organschäden (Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern, Schlaganfall, Nierenschäden) verursachen und muss behandelt werden. Mediziner empfehlen, das Problem von zwei Seiten anzugehen: durch Änderung der Lebensgewohnheiten und durch Medikamente. Bluthochdruck lässt sich medikamentös gut behandeln, ideal ist aber die Blutdruckwerte auf natürliche Weise durch kleine Umstellungen zu senken.

In erster Linie gilt Übergewicht als Ursache für zu hohe Blutdruckwerte. Bei schlanken Personen ist Bluthochdruck weit weniger häufig und deutet auf eine ernsthafte Erkrankung, auf Nebenwirkungen von Medikamenten oder übermäßigen Konsum von Alkohol, Kaffee oder Lakritz hin.

Zur Senkung von Gewicht und Blutdruckwerten wirkt sich eine fleischlose oder zumindest fleischarme Ernährung, die viel abwechslungsreiche Pflanzenkost enthält, besonders günstig aus. In Obst und Gemüse steckt nämlich viel Kalium, das ein natürlicher Blutdrucksenker ist. Studien zeigen, dass Vegetarier deutlich niedrigere Blutdruckwerte haben (systolischer Wert um 6,9 mmHg und diastolischer Wert um 4,7 mmHg geringer als bei Fleischessern). Auch auf Salz sollten Bluthochdruckpatienten achten. Maximal sechs Gramm täglich, lautet die Empfehlung. Salz steckt vor allem in Fertiggerichten und Fast Food, findet sich aber auch in hohen Mengen in bestimmten Mineralwässern.

Regelmäßiger Sport ist bei hohen Blutdruckwerten doppelt gut, er hilft Stress abzubauen und senkt den Blutdruck. Optimal sind drei Sporteinheiten von etwa 30 bis 45 Minuten wöchentlich. Wenn Ausdauersport anfangs noch zu anstrengend ist, reicht auch Freizeitsport ein Mal die Woche. Wichtig: Klären Sie mit Ihrem Arzt, wie intensiv Sie sich belasten dürfen!

Weitere Faktoren sind Alkoholkonsum und Schlafmangel, beide lassen den Blutdruck ansteigen. Daher Alkohol nur in Maßen trinken oder komplett darauf verzichten. Abends helfen Maßnahmen zur Stressverringerung (Autogenes Training, Muskelentspannungsübungen) besser in den Schlaf zu kommen. Beim Schlafen sinken die Blutdruckwerte um rund 15 Prozent – eine Entlastung für den Körper.

Durch einen gesunden Lebensstil lässt sich zu hoher Blutdruck in der Regel normalisieren und Patienten müssen keine Angst mehr vor Folgeerkrankungen haben. Genügen die Gegenmaßnahmen nicht, kann ein blutdrucksenkendes Medikament helfen. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Substanzen und meist reicht eine Tablette täglich, um den Blutdruck zu regulieren.

Blutdruckwerte nach Alter

Die oben genannten Blutdruckwerte gelten für Erwachsene. Eine weitere Unterteilung nach Alter erfolgt meist nicht. Obwohl der Blutdruck mit jedem Jahrzehnt um einige Punkte steigt, gilt für alle Erwachsenen die Grenze von 140/90 mmHg. Das ändert sich ab dem Seniorenalter. Grund dafür: Mit dem Älterwerden verlieren die Arterien an Elastizität und steifere Arterien lassen den Blutdruck steigen. Folglich gelten für Personen ab etwa 60 Jahren leicht höhere Blutdruckwerte als akzeptabel, sofern keine weiteren Risikofaktoren oder Krankheiten vorliegen. Nach Absprache mit dem Arzt darf der systolische Wert dann bei maximal 150 mmHg liegen.

Blutdruckwerte Mann – Frau

Bei den Blutdruckwerten lassen sich Geschlechterunterschiede feststellen, die im Laufe des Lebens abnehmen und ab dem fünfzigsten Lebensjahr praktisch verschwinden. Beispiel: Bei Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren lag der Blutdruck laut der Bundes-Gesundheitssurvey von 1998 bei 119/75. Gleichaltrige Männer hatten einen Blutdruck von 129/78. Bei den 40 bis 49-Jährigen war die Lücke kleiner: 130 /82 bei Frauen zu 135/88 bei Männern. Im Alter von 60 bis 69 Jahren waren beide fast gleichauf (Frauen: 153/86; Männer: 150/88). Daher wird in der Regel nur ein Wert für alle betont: mehr als 140/90 mmHg sollte der Blutdruck bei Erwachsenen Männern und Frauen nicht betragen.

Blutdruckwerte Kinder

Blutdruckwerte von Kindern sind vom Lebensalter und von der Körpergröße abhängig. Bei gleichem Alter und unterschiedlicher Körpergröße unterscheiden sich auch die Werte. Etwa bis zum 13. Lebensjahr sind die Werte von Mädchen und Jungen sehr ähnlich, erst mit der Pubertät steigen die Blutdruckwerte bei Jungen tendenziell stärker als bei Mädchen. Bluthochdruck ist bei Kindern eher selten, kann aber bei Übergewicht, familiärer Vorbelastung, Herz- oder Nierenerkrankungen sowie als Nebenwirkung bei der Einnahme von ADHS-Medikamenten vorkommen. Ab dem dritten Lebensjahr kann der Blutdruck auch beim Nachwuchs regelmäßig daheim gemessen werden. Mit drei Jahren liegen die normalen Werte für Mädchen bei 106/68 und für Jungen bei 106/67 (mittlere Körpergröße, bei kleineren beziehungsweise größeren Kindern sind Abweichungen möglich).

Durch | 11.07.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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