Tipps gegen die Angst vorm Zahnarztbesuch

Tipps gegen die Angst vorm Zahnarztbesuch

Vielen Menschen steht allein beim Gedanken an den anstehenden, unvermeidlichen Zahnarztbesuch der kalte Schweiß auf der Stirn. Was bei den einen lediglich ein mulmiges Gefühl hervorruft, entwickelt sich bei anderen Angstpatienten zur regelrechten Phobie. Teilweise nicht ohne Grund: Viele Prozeduren, die der Zahnarzt durchführen muss, gestalten sich unangenehm und beizeiten schmerzhaft.
Dentalphobie – so lautet die Bezeichnung für die pathologische Angst vor der Zahnbehandlung. Die psychosomatisch bedingte Erkrankung ist seit 1997 offiziell von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt. Dennoch sind noch längst nicht alle Ursachen, durch welche die Phobie hervorgerufen wird, ausreichend erforscht worden. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass negative Kindheitserfahrungen und die Angst vorm Kontrollverlust gewichtige Indikatoren sind. Allerdings ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen: Längst gibt es viele Methoden und psychologische Raffinessen, welche die Furcht der Angstpatienten lindern und den Gang zum Zahnarzt erträglicher erscheinen lassen.

Tipps können Schlimmeres verhindern

Ob Routinekontrolle, Zahnreinigung oder Wurzelbehandlung – es gibt viele Anlässe, die den Zahnarztbesuch unvermeidlich machen. Aufgrund ihrer Dentalphobie meiden viele Menschen aber jahrelang die Konsultation eines Zahnarztes. Die Folgen können schwerwiegend und irreversibel sein. Neben der Gesundheit leidet oftmals auch die Ästhetik der Zähne. Infolgedessen kann es zu weiteren Beeinträchtigungen – auch im sozialen Umfeld – für die Betroffenen kommen. Im schlimmsten Fall kann eine unbehandelte Entzündung im Mundraum sogar zum Tod führen.

Methoden zur Angstlinderung

Damit sich die betroffenen Patienten bestmöglich entspannen können, setzen Mediziner diverse Verfahren ein. Neben emphatischer Anteilnahme und Zuwendung, die beim konkreten Arztbesuch erfolgen, kann im Vorfeld auf andere Methoden gesetzt werden. Entspannungsübungen, Yoga, Hypnosen und Akupunkturen können sich positiv auf die Psyche auswirken. Auch leichte Medikamente, die in Absprache mit Schulmedizinern konsumiert werden, können Abhilfe schaffen. Hierzu zählen Beruhigungs- und Narkosemittel. Viele Präparate sind verschreibungspflichtig, andere sind ohne Rezept in herkömmlichen Apotheken erhältlich. Als wirksam kann sich beispielsweise Johanniskraut erweisen.

Des Weiteren kann sich eine akribisch durchgeführte Verhaltenstherapie rentieren. Hierbei erlernen die Teilnehmer verschiedene Strategien, die zur Bewältigung der Dentalphobie beitragen. Obwohl die Erfolgsaussichten hierbei groß sind, kann letztendlich nur eine professionelle Psychotherapie langfristig zur Genesung verhelfen. Das Dilemma: Viele Patienten trauen sich nicht, sich für eine Behandlung anzumelden. Oft spielt Scham hierbei eine Rolle. Wenn die Menschen den Schritt wagen, ist es von absoluter Priorität, diesen mit Feingefühl zu begegnen und jeden weiteren Schritt sorgfältig abzusprechen. Hierdurch kann Vertrauen aufgebaut werden.

Tipps für Ärzte

Befindet sich die Person bereits in der Praxis, gibt es einige Verhaltensregeln für Zahnärzte, die dem Patienten den Besuch erträglicher machen. An erster Stelle steht die Information und Aufklärung. So sollte der Arzt den Kunden vor jeder Behandlung einweihen, welche Schritte er als nächstes in die Wege leitet. Somit wird vermieden, dass der Patient sich erschreckt oder im Ungewissen fühlt. Des Weiteren kann ein Stoppsignal ausgemacht werden. Somit wird dem Patienten suggeriert, dass er Herr der Lage bleibt. Dies kann ungemein zur Entspannung herbeitragen.

Bei besonders schwerwiegenden Fällen von Angstpatienten können – mit Einwilligung des Betroffenen – Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht werden. Selbst wenn diese aus medizinischer Sicht nicht unbedingt vonnöten wären, sollte in diesem Fall dem Wunsch des Patienten nachgekommen werden.

Auch der Glaube versetzt Berge: Ärzte, die ihren Patienten gut zureden und sie beschwichtigen, können immensen Einfluss auf die Psyche des Erkrankten nehmen. So auch der Zahnarzt! Daher empfiehlt es sich, während der Behandlung nachzufragen, ob die Prozedur erträglich ist.

Einen nicht unerheblichen Faktor stellt auch das Ambiente dar: Damit sich eine entspannte Atmosphäre ergibt, sollten Zeitschriften im Wartezimmer ausgelegt werden. Auch beruhigende, leise Hintergrundmusik kann hilfreich sein.

 

Durch | 01.08.2016 | Partner | 2 Kommentare

2 Kommentare

  1. UngarnBesucher 29.07.2017 um 15:37 - Antworten

    Dann muss man es wie damals als Kind machen und sich zunächst langsam mit dem Zahnarzt vertraut machen. Ist ja nicht so, dass das direkt ein Ungarn Zahnarzt sein muss, sondern ruhig jemand, den man öfter besuchen kann. Gegen die Angst auf jeden Fall eine gute Therapie…

  2. Viktoria Maisner 13.09.2017 um 8:47 - Antworten

    Hallo zusammen,
    vielen herzlichen Dank für diesen hilfreichen Beitrag zum Thema Zahnarzt. Ich selber hatte auch immer sehr große Angst vor dem Zahnarztbesuch. Allerdings habe ich gelernt mit meinem Zahnarzt darüber zu sprechen und gemerkt, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist, wenn man seinem Arzt vertrauen kann.

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