Berufsunfähigkeitsversicherung BU Ärzte

Berufsunfähigkeitsversicherung: Risikoprüfung – typische Beispiele

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt jeden Mediziner, der seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann – und sichert ihn finanziell ab. Vor kurzem haben wir ausführlich darüber berichtet, wer genau warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigt, was beim Abschluss zu beachten ist und wie man eine passende Versicherung findet (siehe Artikel: Berufsunfähigkeitsversicherung Ärzte: der große BU-Check).

Konkrete Beispiele für Fallstricke und für die Risikoprüfung

Heute möchten wir Euch an konkreten Beispielen aufzeigen, wann die Versicherung abgeschlossen werden sollte – und was den Abschluss einer Versicherung erschwert oder sogar verhindert.

Eine ergänzende Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden sinnvoll, dessen Lebensunterhalt von der Arbeitskraft abhängig ist. Logischerweise ist dies bei allen Menschen der Fall, die aktiv einer Arbeit nachgehen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen.  Um sich vor Berufsunfähigkeit zu schützen, entscheidet der Gesundheitszustand maßgeblich darüber, ob und zu welchem Preis eine Absicherung möglich ist. Insbesondere Krankheiten und Unfälle können in jedem Alter passieren und somit einen späteren Versicherungsabschluss teurer gestalten oder unmöglich werden lassen.

Daher ist es generell sinnvoll, solch einen Vertrag so früh wie möglich abzuschließen.

Was fällt unter die Risikoprüfung? Gesundheit, Hobby, Sport?

Besonders wichtig ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf zu achten, welche Auswirkungen scheinbare Nebensächlichkeiten auf die Tarife einer BU haben und welche sogar zu einem Ausschluss führen können.

Medizinische Fallbeispiele

1. Fall: Student, 29 Jahre, Kreuzbandriss

Peter zieht sich bei einem Fußballspiel einen Kreuzbandriss im linken Kniegelenk zu und musste operiert werden. Seit die Fäden gezogen sind, ist er beschwerdefrei.

Auswirkung auf BU-Absicherung

Eine Absicherung ist hier nur noch mit einem Ausschluss des linken Kniegelenkes möglich. Hier spricht man von einer „Defektheilung“, was bedeutet, dass der ursprüngliche Zustand des Gelenkes nie wiederhergestellt werden kann und Folgeschäden immer möglich sind.

2. Fall: Berufsstarterin, 26 Jahre, Verspannungen im Nacken

Sandra ließ sich während der Erstellung ihrer Abschlussarbeit einmalig sechs Massagen wegen Verspannungen im Nackenbereich verschreiben.

Auswirkungen auf BU-Absicherung

Zwar konnte Sandra von den meisten Gesellschaften zu normalen Konditionen abgesichert werden. Allerdings erhielt sie auch Angebote mit einem Ausschluss der Wirbelsäule.

3. Fall: Arzt, 30 Jahre, Hodenkrebs

Jürgen erhielt die Diagnose „embryonales Karzinom“ im Rechten Hoden. Musste operativ entfernt werden, im Anschluss: Behandlung mit Chemotherapie. Die Behandlung war nach einigen Monaten abgeschlossen.

Auswirkungen auf BU-Absicherung

Eine normale Annahme ist hier nicht möglich. Jürgen erhält je nach Gesellschaft einen Ausschluss oder Zuschlag zwischen 50% und 75% (= Mehrbeitrag gegenüber „Normalbeitrag)

4. Fall: Student, 23 Jahre, 198cm, 130kg, Übergewicht

Das Gewicht von Sven entspricht einem Body Mass Index (BMI) von 33.

Auswirkungen auf BU-Absicherung

Eine normale Annahme ist hier nicht möglich. Sven erhält je nach Gesellschaft einen Zuschlag zwischen 50% und 75%. Ab einem BMI von 30 wird i.d.R. ein Zuschlag fällig.

5. Fall: Student, 28 Jahre, Angststörung (Psychose)

Die Belastung durch das Studium hat bei Jens eine Angststörung (Psychose) ausgelöst. Obwohl Jens seit 2010 symptomfrei ist, nimmt er allerdings noch Medikamente ein.

Ende 2015 wollte sich der Jens gegen Berufsunfähigkeit versichern. Dies war nicht möglich: Ablehnung bei allen angefragten Versicherern.

Risikoreiches Hobby

Bei Antragstellung sind neben den Angaben zum Gesundheitszustand auch Fragen zu aktuellen
Hobbys und Sportarten zu beantworten. Hinweis: Nimmt man nach Vertragsabschluss
ein neues Hobby auf, ist eine Nachmeldung nicht nötig.
Diese sind dann zuschlagsfrei mitversichert, sofern kein grundsätzlicher Ausschluss im Bedingungswerk verankert ist.

Beispiel: Kite-Surfen

Tina betreibt, wenn es ihre Zeit zulässt, Kite (auf dem Wasser; im Meer) surfen – eine Wassersportart, in der es häufig zu Unfällen kommt.

Auswirkungen auf BU-Absicherung

Egal in welchem Umfang das Hobby betrieben wird, kommt es immer zu einem Zuschlag oder einem Ausschluss.

Beispiel: Tauchen

Marina hat einen Tauchschein und geht mehrmals im Jahr im Urlaub tauchen.

Auswirkungen auf BU-Absicherung

Tauchen führt nicht grundsätzlich zu einer Erschwernis. Taucht man beispielsweise nur bis 20 Meter Tiefe und mit Pressluft, ist i.d.R. eine normale Annahme möglich. Bei Tauchen mit Pressluft und Nitrox, Tauchtiefen ab 40 Meter, Wracktauchen etc. kommt es i.d.R. zu einem Ausschluss oder einem Zuschlag bis 100%. Strömungstauchen, Eistauchen, Streckentauchen und ähnliches führt häufig zu einer Ablehnung.

Berufsunfähigkeitsversicherung – Komplex und Individuell

Die verschiedenen Fälle zeigen, wie komplex das Thema ist. Es gibt viele Faktoren zu beachten, die von Fall zu Fall individuell und unterschiedlich zu bewerten sind. Insbesondere können Krankheiten und Unfälle den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung verteuern oder verhindern. Daher gilt im Fall einer BU tatsächlich die Regel: Je jünger man ist, desto gesünder ist man und gerade deshalb macht es oft schon Sinn frühzeitig, einen Grundschutz aufzubauen und sich eingehend zu informieren.

Kostenfreie Beratung durch die Partner von praktischArzt

praktischArzt erhält regelmäßig Informationen zu Finanzthemen von MLP, euer Gesprächspartner in allen Finanzfragen. Wir empfehlen daher:

Lass´ dir deine Fragen individuell beantworten und einen möglichen monatlichen Beitrag einfach ausrechnen. Das kannst du bei unserem Partner MLP ganz unkompliziert und unverbindlich machen.

Suche dir den für dich schnellsten Weg aus und schicke deine Fragen ganz einfach ans MLP Team:

> Über das Frage-Formular

> Über das Kontakt-Formular

> Telefonisch über die 06222 308 63 63

> Oder per Email an die financify@mlp.de

 

Durch | 30.01.2017 | Allgemein, Partner | 4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Dr. Zoidberg 30.01.2017 um 19:06 - Antworten

    Genau den Hinweis mit den Massagen habe ich von einer Freundin bekommen! Ich hab es daher direkt angesprochen bei der Beratung! Wege gibts da sicherlich immer wenn man es von Anfang an klar stellt. Konnte es aber auch erst gar nicht glauben 🙂

  2. MarisK 30.01.2017 um 20:16 - Antworten

    Das ist echt hart! Als Hypochonder sollte ich vielleicht doch nicht wegen allem zum Arzt 🙂

  3. Tesla 31.01.2017 um 10:08 - Antworten

    Habe mich auch durch Vorerkrankung nie an eine BU getraut. Mal schaun was es kostet.

  4. Traurig_aber_wahr 03.02.2017 um 11:07 - Antworten

    Normalerweise darf man gar nicht zum Arzt gehen vor einer Risikoprüfung. Sobald einmal etwas in der Krankenakte steht ist es aus 🙁 Von daher verstehe ich das Argument „Je früher desto besser“ in dieser Hinsicht schon … kein Versicherer holt sich jemanden ins Boot, bei dem die Kosten durch kommende oder vorhandene Krankheit ja schon quasi vorbestimmt ist!!

Einen Kommentar hinterlassen

Finde uns auf Facebook