Haftpflicht Arzt Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte

Berufshaftpflicht: Die Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte

Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte – ganz verständlich

Ein leidiges und oft unbeliebtes Thema: Versicherungen! Erster Gedanke: Viel Text, etliche Paragraphen – und wenig Durchblick. Wie bei der Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte.

Woran liegt das? Weil oft alles zu kompliziert ist, denn jeder Medizinstudent und Arzt hat natürlich schon genug Arbeit und man hat keine Zeit sich damit zu beschäftigen. Oft sieht man vor lauter Bäumen den Wald kaum mehr.

Daher möchten wir Euch unterstützen – und erläutern alles, was wichtig ist: verständlich.

Was ist eine Berufshaftpflichtversicherung?

Die Berufs- oder auch Arzthaftpflichtversicherung zählt zur Standardabsicherung für Mediziner.  Diese greift immer dann, wenn Patienten gesetzliche Schadensersatzansprüche im Personen-, Sach- und Vermögensschadenbereich geltend machen, welche im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit stehen. In solchen Fällen prüft der Berufshaftpflichtversicherer die Rechtslage, wehrt unberechtigte Ansprüche durch einen Geschädigten ab, leistet in den berechtigten Fällen Schadensersatz und schützt den Arzt dadurch vor den finanziellen Folgen von Vermögensverlusten.

Die Berufshaftpflicht für Ärzte kommt beispielsweise in folgenden Situationen zum Tragen:

  • Personen-, Sach- und Vermögensschaden im Zusammenhang mit ärztlicher Tätigkeit
  • Absicherung von außerdienstlichem Risiko wie Erste-Hilfe-Leistungen, Behandlung im Bekanntenkreis
  • Absicherung freiberuflicher Tätigkeit
  • Haftung für Praxisangestellte bei eigener Niederlassung
  • Haftung bei unerlaubter Handlung beispielsweise während des Studiums

Als plakatives Beispiel für einen abgesicherten Schadenfall: Ein Medizinstudent im praktischen Jahr (PJ) spritzt versehentlich einem Säugling ein Medikament in eine laufende intravenöse Infusion, obwohl eine orale Einnahme vorgesehen war. Der Säugling verstirbt tragischer Weise an dieser Fehlbehandlung – und der PJ‘ ler wird neben dem Arbeitgeber auch persönlich für den Personenschaden zur Verantwortung gezogen.

Der Unterschied zur privaten Haftpflichtversicherung

Im Gegensatz zur Berufshaftpflicht, die bei Schäden im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit greift, sichert eine Haftpflichtversicherung im privaten Bereich ab. Hierzu gehören Situationen wie:

  • Schäden im Straßenverkehr als Fußgänger, Radfahrer oder Skater
  • Aufsichtspflichtige Eltern von minderjährigen Kindern sind geschützt
  • Bei Sport und Freizeit
  • Im Ausland (Urlaub, Ferienhaus, während eines Besuchs)

Folgende Schäden sind hierbei versichert:

  • Wiederherstellung oder Ersatzleistungen von beschädigten Gegenständen
  • Folgeschäden wie bspw. Kosten durch einen Nutzungsausfall
  • In Bezug auf verletzte Personen sind Bergungskosten, Behandlungskosten und Verdienstausfall mitversichert
  • „passiver Rechtsschutz“ – oder übersetzt: Hier wehrt die Haftpflichtversicherung unbegründete Schadenersatzansprüche ab und übernimmt auch Anwalts- und Gerichtskosten

Achtet hierbei auf eine ausreichende Versicherungssumme zur Deckung der Schadensersatz-ansprüche (mind. 5 Mio. EUR).

Benötigt jeder Arzt eine Berufshaftpflichtversicherung?

Grundsätzlich ist man als Mediziner bereits während dem Studium und später als angestellter Assistenzarzt in der Regel für die ärztliche Tätigkeit über das Krankenhaus abgesichert. Wir unterscheiden zwischen niedergelassenen Ärzten, Freiberuflern, angestellten Ärzten und Medizinstudenten.

Bei niedergelassenen Ärzte und Freiberuflern unabdingbar

Generell ist eine risikogerechte Berufshaftpflichtversicherung für jeden approbierten Arzt sinnvoll. Ein niedergelassener Arzt haftet aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in Ausübung seiner freiberuflichen Tätigkeit dem Patienten gegenüber. Dabei haftet er nicht nur für Schäden durch eigenes Verschulden, sondern ggf. auch für Fehler der Angestellten oder gar der Praxispartner.

Bei angestellten Ärzten ein wichtiger Zusatz

Bei Ärzten im Dienst- oder Anstellungsverhältnis kann sich eine Haftung aus ärztlicher Tätigkeit in vielerlei Hinsicht ergeben: Im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit, bei freiberuflich ärztlicher Nebentätigkeit (z.B. Notdienste), aber auch völlig unerwartet nach Dienstschluss; hierzu zählt eine Erste-Hilfe-Leistung an einer Unfallstelle.

Absicherung bei Medizinstudenten

Selbst bei Jungärzten in Aus- und Weiterbildung wird eine entsprechende Absicherung empfohlen. Denn sobald diese mit Patienten in Kontakt kommen, besteht die Möglichkeit einer persönlichen Haftung aus unerlaubter Handlung.

Auf was sollte ein Arzt bei der Berufshaftpflichtversicherung achten?

Honorarärzte ohne eigene Praxis sowie niedergelassene Ärzte sollten zwingend einen eigenen Arzthaftpflichtvertrag abschließen, der vollumfänglich das individuelle Risiko inkl. aller Tätigkeiten sowie Angestellten absichert. Besonderheiten wie konsiliarärztliche Tätigkeiten in Krankenhäusern oder kosmetische Eingriffe sollten intensiv unter die Lupe genommen werden, so dass der Arzt im Schadenfall keine bösen Überraschungen bei unzureichender Absicherung erlebt.

Angestellte Ärzte wiederum sollten ganz genau prüfen, inwieweit ihre dienstliche Tätigkeit über ihren Arbeitgeber/Dienstherrn abgesichert ist und mögliche Deckungslücken (z.B. Regressrisiko bei grober Fahrlässigkeit) über einen eigenen Vertrag absichern. Ergänzend dazu sollten außerdienstliche Nebentätigkeiten wie Notdienste versichert werden, da diese i.d.R. nicht Bestandteil der Arbeitgeberdeckung sind.

Bei angestellten Ärzten sollte zumindest das beschriebene „ärztliche Restrisiko“ abgesichert werden. Dies gilt auch für approbierte Ärzte ohne aktive Tätigkeit (z.B. in Elternzeit), da die ärztliche Notfallhilfe jeden Arzt unerwartet treffen kann.

Die grundsätzliche Empfehlung für alle Ärzte lautet:  Ausreichende Deckungssummen für Personen- und Sachschäden (mind. 5 Mio. EUR), ein aktueller Vertragsstand sowie die Absicherung über einen versierten Arzthaftpflichtversicherer, welcher sich am Bedarf eines Arztes orientiert und entsprechendes Knowhow in der Schadenbearbeitung, insbesondere der Schadenabwehr, vorweisen kann. Weiterhin empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz regelmäßig mit dem aktuellen ärztlichen Tätigkeitsumfang abzugleichen und im Bedarfsfall anzupassen.

Ein jährlicher Check-Up ist nicht zuletzt so empfehlenswert, da immer wieder Leistungsverbesserungen oder gar neue Arzthaftpflichtkonzepte am Markt angeboten werden. Besonders interessant sind exklusive Rahmenkonzepte, welche konditionelle wie auch konzeptionelle Verbesserungen beinhalten.

Übrigens: Generell gilt sowohl bei der privaten Haftpflichtversicherung als auch der Berufshaftpflichtversicherung – Vorsatz ist ausgeschlossen, grobe Fahrlässigkeit hingegen immer mitversichert.

Wo finde ich eine passende Berufshaftpflichtversicherung für Mediziner? Partnervorstellung

praktischArzt ist Partner von MLP, Eurem Gesprächspartner in allen Finanzfragen. MLP ist auch spezialisiert auf die Absicherung von Medizinern und bietet u.a. Sonderkonditionen für Hausärzte, Zahnmediziner sowie Mitglieder des BHNO an. Ärzte mit eigener Praxis profitieren von exklusiven Multiline-Deckungskonzepten, welche die Berufshaftpflicht mit weiteren Sachversicherungen (wie Inventar- und Elektronikversicherung) bei einem Versicherer in Form eines Rundumschutzes kostengünstig bündelt.

Kostenfreies Berufshaftpflicht-Konzept für Jungmediziner

Speziell für (Zahn)Medizinstudierende und PJ’ler bietet MLP ein kostenfreies Berufs- und Privathaftpflichtkonzept mit weltweitem Versicherungsschutz. Assistenzärzte in Weiterbildung sowie Assistenzzahnärzte in Vorbereitungszeit zur kassenzahnärztlichen Zulassung sind mit dem kostengünstigen Anschlusskonzept, welches zahlreiche gelegentlich außerdienstliche Tätigkeiten umfasst, optimal abgesichert.

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Durch | 02.02.2017 | Allgemein, Partner | 0 Kommentar

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