Fachkräftemangel Pflege

Fachkräftemangel – Anzahl ausländischer Pflegekräfte im Krankenhaus steigend

In deutschen Krankenhäusern fehlt es an Krankenschwestern und qualifizierten Pflegern. Mittlerweile suchen viele Kliniken daher nach Fachkräften aus dem Ausland. Wie das Krankenhaus-Barometer 2017 berichtet, beschäftigt mehr als ein Viertel der befragten Krankenhäuser ausländische Pflegekräfte. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer geht zudem davon aus, dass der Bedarf an ausländischen Fachkräften in Zukunft noch steigt.

Mehr Krankenhäuser beschäftigen Pflegekräfte aus dem Ausland

Das Krankenhaus-Barometer ist eine jährlich durchgeführte, repräsentative Umfrage unter deutschen Krankenhäusern zu aktuellen gesundheits- und krankenhauspolitischen Themen, erstellt und herausgegeben von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und dem Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Die aktuelle Ausgabe macht zum zweiten Mal nach 2015 den Fachkräftemangel und die Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte zum Thema. Dabei geht es um Pflegepersonal, das eigens für die Besetzung offener Stellen nach Deutschland gekommen ist oder zur Arbeit regelmäßig über die Grenze pendelt.

In der Umfrage aus dem Jahr 2016 gab rund die Hälfte der befragten Krankenhäuser an, offene Stellen in der Pflege nicht besetzen zu können. Ihnen fehlt Personal für rund fünf bis sieben Pflegestellen pro Haus. Die Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte ist eine Möglichkeit, diese Lücke zu füllen.

Rund 29 Prozent aller befragten Krankenhäuser nutzten im Jahr 2017 diese Option. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist der Anteil der Krankenhäuser mit Fachpersonal aus dem Ausland um sieben Prozent gestiegen. Vor zwei Jahren gaben 22 Prozent der Krankenhäuser an, ausländisches Pflegepersonal zu beschäftigen. Die Mehrzahl der Kliniken geht davon aus, dass diese Zahl auch in Zukunft weiter steigen wird.

Bedarf an ausländischen Fachkräften ist deutlich gestiegen

Am höchsten ist der Anteil von ausländischen Gesundheits- und Krankenpflegern in Krankenhäusern in Ballungsräumen. 34 Prozent der Krankenhäuser in Ballungsgebieten geben an, Pflegekräfte aus dem Ausland zu beschäftigen. In städtischen Häusern liegt der Anteil der Häuser bei 24 Prozent, auf dem Land bei 21 Prozent. Im Durchschnitt beschäftigen die Kliniken dabei 33 Pflegekräfte, die eigens zur Arbeit nach Deutschland immigriert sind oder über die Grenze pendeln.

Rund ein Drittel der Krankenhäuser beschäftigt heute mehr ausländische Pflegekräfte als noch vor fünf Jahren. In fast zwei Dritteln der Kliniken ist der Anteil in etwa gleichgeblieben. Nur sehr wenige Krankenhäuser melden, dass die Anzahl ausländischer Pflegekräfte gesunken ist. Wieder sind es vor allem Krankenhäuser in Ballungsgebieten, die heute mehr Pflegepersonal aus dem Ausland beschäftigen. Gut ein Fünftel der Krankenhäuser ab 100 Betten wirbt gezielt Pflegekräfte aus dem Ausland an. Im Vergleich zu 2015 ist das ein leichter Anstieg: Damals suchten noch 18 Prozent der Kliniken gezielt im Ausland nach Personal.

Der Großteil der Kliniken (80 Prozent) arbeitet bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte mit in- oder ausländischen Organisationen zusammen. Im Jahr 2015 waren es nur 35 Prozent. Die Suche nach ausländischen Pflegekräften wird somit mehr und mehr professionell betrieben.

Fachkräftemangel bleibt auch in Zukunft ein Thema

Fachkräfte aus dem Ausland bieten den Krankenhäusern eine Chance, offene Stellen zu besetzen, stellen die Kliniken aber auch vor verschiedene Herausforderungen. Verständigungsprobleme gehören dabei zu den größten Schwierigkeiten. Etwa zwei Drittel der Kliniken mit ausländischem Pflegepersonal gibt an, dass sprachliche Probleme „oft“ oder „sehr oft“ auftreten. Rund 30 Prozent der Häuser berichten von fachlich-qualifikatorischen Problemen, gut ein Fünftel sieht Schwierigkeiten mit der fehlenden Anerkennung von Abschlüssen. Von Schwierigkeiten in der Interaktion mit Patienten aufgrund kultureller Unterschiede berichten zehn Prozent der befragten Häuser.

Der Mangel an Fachkräften aus dem Inland wird für Krankenhäuser auch in Zukunft ein Thema bleiben. Die befragten Krankenhäuser nehmen an, dass der Bedarf an Pflegekräften aus dem Ausland weiterhin steigt. In 42 Prozent der Häuser bestand bereits zum Zeitpunkt der Umfrage weiterer Bedarf an ausländischen Pflegekräften. Weitere 38 Prozent haben zwar aktuell keinen Bedarf, gehen aber davon aus, in Zukunft Pflegekräfte aus dem Ausland zu benötigen.

Quelle: Krankenhausbarometer 2017

Durch | 14.09.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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