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Ausbildung zur Überbrückung der Wartezeit: sinnvoll?

Überbrückung der Wartezeit fürs Medizinstudium

Nicht jeder, der Medizin studieren möchte, hat das Glück sofort einen Studienplatz zu ergattern.
Oft ist ein langes Warten und Sammeln von sogenannten Wartesemestern die Realität. Wenn die Abiturnote nicht ausreicht, können bis zu 14 Wartesemester – also 7 Jahre – vergehen, bis man den Studienplatz antreten kann. Aber wer will schon jahrelang den Eltern auf der Tasche liegen oder die Zeit mit öden Nebenjobs totschlagen, wenn es auch eine viel bessere Lösung gibt?

Eine sinnvolle Möglichkeit, die Wartezeit zu überbrücken, ist eine Ausbildung im medizinischen Bereich. In diesem Blog nennen wir euch die Vorteile dieser Lösung und sagen euch, wie diese Notlösung zum geschickten Schachzug werden kann.

Zu den Ausbildungsberufen im medizinischen Bereich zählen beispielsweise Gesundheits- und Krankenpflege (z.B. Krankenschwester), Rettungsdienst, Physiotherapie, Altenpflege, Hebamme, operationstechnischer  Assistent (OTA) oder medizinisch-technischer Assistent (MTA). Die Möglichkeiten sind also breit gefächert. Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Die Vorteile einer Ausbildung während der Wartesemester

Bereits jetzt Erfahrung sammeln

Obwohl man mit einer Ausbildung im medizinischen Bereich keine Semester abkürzen kann, hat es viele Vorteile, schon früh Erfahrungen in der Patientenversorgung zu sammeln. Der Umgang mit Patienten, Ärzten und der Pflege fällt Medizinstudenten und jungen Ärzten oft sehr viel leichter, wenn sie im medizinischen Bereich bereits Berufserfahrung besitzen. Auch das Wissen um organisatorische Abläufe, die Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und die notwendige Sozialkompetenz, die die Patientenversorgung verlangt, sind wertvolle Fähigkeiten, die einem in Studium und Beruf nur zugutekommen können.

Nebenjob im Studium? Kein Problem!

Im Studium bessern viele Mediziner ihr Taschengeld mit Nebenjobs auf. Wer bereits eine Ausbildung im medizinischen Bereich in der Tasche hat, findet leicht eine Nebenerwerbstätigkeit in der Klinik oder beim Rettungsdienst. Das bietet einen Kontrast zum theoretischen Studium, hält die eigenen Fertigkeiten frisch und versorgt einen zudem mit zahlreichen Kontakten, die für Famulaturen, PJ oder den Berufseinstieg wertvoll sein können.

Pflegepraktikum? Geschenkt!

Auf einige Ausbildungen im medizinischen Bereich kann das 90tägige Pflegepraktikum angerechnet werden, dass von jedem Medizinstudenten in der Vorklinik abgeleistet werden muss. Einfach mal beim zuständigen Landesprüfungsamt anfragen, da die Regeln je nach Bundesland variieren. Damit bleiben euch in den Semesterferien 90 Tage mehr Zeit zum Lernen, Jobben oder einfach nur zum Entspannen.

Realistischer Eindruck

Eine Ausbildung im medizinischen Bereich liefert nicht nur wertvolles Vorwissen, sondern auch einen realistischen Eindruck des Arbeitsalltags in einem Krankenhaus. Anspruchsvolle Situationen, Schichtdienst, körperliche und geistige Beanspruchung, Hierarchien und der intensive Umgang mit Menschen gehören einfach dazu. Wer sich schon in der Ausbildung mit diesem Alltag nicht anfreunden kann, ist möglicherweise auch nicht zum Arzt oder zur Ärztin berufen. Besser ist es dann, eine Ausbildung abzubrechen, als nach einem langen Studium festzustellen, dass der angestrebte Beruf gar nicht der eigenen Persönlichkeit entspricht.

Steuerliche Vorteile

Der finanzielle Vorteil kommt zum Schluss: Wird die Wartezeit zum Medizinstudium mit einer Ausbildung überbrückt, kann man bereits vor dem Studium Geld sparen – sei es für das Studium selbst oder für Sparprodukte, die einem später zugutekommen.
Das größten Bonbon ist allerdings dieses: Wer bereits eine Berufsausbildung absolviert hat, kann die Kosten für die zweite Ausbildung (in diesem Fall das Medizinstudium) in vollem Maße als Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend machen (BFH-Urteil vom 18.06.2009, Az. VI R 14/07). Da ein Medizinstudium lang und kostenintensiv ist, lohnt sich das richtig. Wichtig hierfür ist, während des Studiums konsequent Belege zu sammeln, etwa für Lehrbücher und andere Lernmittel.

Auch wenn es mit dem Studienplatz nicht sofort klappt, muss man den Kopf also noch lange nicht hängen lassen. Die Alternative Ausbildung bietet viele attraktive Vorteile und kann sich im Nachhinein durchaus als versteckter Segen erweisen. Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Bewerbung!

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