Berufsunfähigkeitsversicherung BU Ärzte

Einstieg als Assistenzarzt – welche Versicherungen sind zum Berufsstart sinnvoll?

Die Doktorarbeit ist fertig gestellt, die letzte Klausur bestanden, das Medizinstudium ist abgeschlossen. Du stehst kurz vor Deinem ersten Jobeinstieg als Assistenzarzt? Damit ist sowohl mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung verbunden. Daher solltest Du auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten, der Dich vor den größten existenzbedrohenden Risiken schützt, ohne Dich dabei finanziell zu überlasten. Wir möchten Euch einen Überblick geben, welche Risiken schon beim Einstieg als Assistenzarzt abgesichert werden können oder sollten.

Im folgenden Artikel befassen wir uns mit den folgenden Versicherungen:

Die Krankenversicherung: Gesetzliche und Private KV

Die wichtigste Versicherung ist die Krankenversicherung. Diese ist in Deutschland obligatorisch und gesetzlich vorgeschrieben. Es wird unterschieden zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV), welche alternativ zur GKV ab einem Bruttoeinkommen von 52.400 Euro pro Jahr gewählt werden kann. Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 2015 in Deutschland 14,6 %, von dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte tragen. Dabei ist zu beachten, dass die Krankenkassen vom Arbeitnehmer Zusatzbeiträge verlangen (i.d.R. 0,9%), wodurch noch weitere Kosten entstehen. Außerdem sollte man die Zusatzleistungen beachten. So zahlen bestimmte Krankenkassen Zuschüsse zu Sehhilfen oder Fitnesskursen.

Wenn Du Wahlmöglichkeit zum Wechsel in die PKV hast, solltest Du Dich ausführlich über die unterschiedlichen Leistungen der jeweiligen Tarife informieren. Die Beiträge in der PKV orientieren sich im Gegensatz zur GKV nicht am Gehalt, sondern am Eintrittsalter. Für Mediziner gibt es spezielle rabattierte Tarife.

In unserem Info-Artikel findet Ihr alle wichtigen Unterschiede zwischen der Gesetztlichen und Privaten Krankenversicherung: GKV vs PKV

Haftpflichtversicherung und Berufshaftpflichtversicherung

Neben der Krankenversicherung ist die Haftpflichtversicherung ein wichtiger Bestandteil der Risikovorbeugung. Während bisher die Eltern für Euch gehaftet haben, ist dies nach dem Berufseinstieg als Assistenzarzt nicht mehr der Fall. Die private Haftpflicht haftet für Personen- und Sachschäden, die man anderen Menschen im privaten Umfeld zufügt. Wichtig ist aber gerade im medizinischen Umfeld auch die Berufshaftpflicht. Hier seid Ihr in der Regel bereits über die Klinik oder Praxis, in der Ihr arbeitet, ausreichend abgesichert. Für das sogenannte Restrisiko (Erste-Hilfe-Leistungen, Behandlungen im Freundes-Bekanntenkreis) besteht jedoch meist kein Versicherungsschutz über den Arbeitgeber.

Was genau eine private Haftpflicht und eine Berufshaftpflichtversicherung absichert und ab wann eine Berufshaftpflicht Sinn macht, findet Ihr im dazugehörigen Artikel: Berufshaftpflicht: Die Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte

Rechtsschutzversicherung für Ärzte

Durch unterschiedlich mögliche Bausteine einer Rechtsschutzversicherung können Ärzte Streitigkeiten in vielen Belangen absichern. Eine Rechtsschutzversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung zur privaten Haftpflicht und zur Berufshaftpflicht. Vor allem wenn man sich als Arzt niederlassen will ist eine Strafrechtschutz oder ein Forderungsmanagement im Rahmen einer Rechtsschutzversicherung sinnvoll. Damit wappnet man sich für beispielsweise den Fall, dass Patienten oder Krankenkassen den Rechnungen nicht nachkommen oder es zu Schadensersatzforderungen deinerseits oder Deiner Patienten kommt.

Im Info-Artikel über die Rechtsschutzversicherung grenzen wir diese Versicherung von den Haftpflichtversicherungen ab und geben Beispiele wann diese greift. Alle Infos gibt es hier: Rechtsschutzversicherung Arzt

Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn Ihr Euren gelernten Beruf als Arzt nicht mehr voll oder nur noch teilweise ausüben könnt. Ob dies aufgrund eines Unfalls oder eine Erkrankung passiert, spielt dabei keine Rolle. Ohne Absicherung droht hier der finanzielle Absturz, da Ihr über Euer zuständiges ärztliches Versorgungswerk erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit und Aufgabe der ärztlichen Tätigkeit eine Leistung erhaltet.

Ab wann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sinnvoll ist und auf was man unbedingt bei dem Abschluss einer BU achten muss, erläutern wir ausführlich in einem separaten Info-Artikel. Lest mehr darüber im große BU-Check: Berufsunfähigkeitsversicherung Ärzte.

Es gibt jedoch auch wichtige Fallstricke, die es zu beachten gibt. Was wegen Stress verschriebene Massagen für Eure BU bedeuten kann findet ihr im folgenden Artikel: Berufsunfähigkeitsversicherung: Risikoprüfung – typische Beispiele.

Rentenversicherung / Ärztliches Versorgungswerk

In Deutschland gibt es eine „3 Säulen Alterssicherung“, bestehend aus der Regelsicherung aus der berufsständigen Versorung wie der Deutschen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge und Zusatzversorgungen wie Versicherungen und der ergänzenden Alterssicherung wie eine Lebensversicherung und das ärztliche Versorgungswerk.

Als Assistenzarzt ist man grundsätzlich pflichtversichert in der Rentenversicherung und dem ärztlichen Versorungswerk. Warum es jedoch Sinn machen kann sich gerade von der Deutschen Rentenversicherung befreien zu lassen, erläutern wir mit Vor- und Nachteilen im Info-Artikel: Rentenversicherung Ärzte / Ärztliches Versorgungswerk – Alle Leistungen und Infos

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung sichert für den Fall von schweren Unfällen mit bleibenden Behinderungen und Schäden ab. Oft werden die Leistungen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung verwechselt. Unfall oder Krankheit ist die grundlegende Frage.

Welche die wichtigsten Kriterien einer Unfallversicherung inklusive einer Beispielrechnung für die Schadenssumme – die sogenannte Grundinvaliditätssumme und die Vollinvaliditätssumme – beleuchten wir in unserem Info-Artikel: Unfallversicherung Arzt

Auslandskrankenversicherung

Nicht nur für die vielen Mediziner, die es während dem Studium immer häufiger für Studienaufenthalte im Rahmen der Famulatur oder des PJ ins Ausland zieht, ist eine Auslandskrankenversicherung interessant, wenn nicht sogar unbedingt nötig. Auch für die private Reise und den Urlaub innerhalb oder außerhalb Europas macht eine Auslandskrankenversicherung Sinn. Vor allen Dingen weil eine private Auslandskrankenversicherung nur wenige Euro im Jahr kostet, dafür jedoch sehr viele Absicherungen wie Kostenerstattung und Rücktransporte beinhaltet.

Nicht nur alle Infos rund um die Auslandskrankenversicherung, sondern auch eine Liste von Auslandserfahrungsberichten von anderen Medizinstudenten findet Ihr in unserem Info-Artikel: Auslandskrankenversicherung: Auslandsabsicherung für Medizinstudenten und Ärzte

Welche Arzt Versicherungen sind also nötig?

Mit der Krankenversicherung, (Berufs)Haftpflichtversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung seid Ihr grundsätzlich ausreichend gegen die wichtigsten existenzbedrohenden Risiken abgesichert. Weitere Versicherungen können sinnvoll sein, jedoch sollte man genau abwägen, ob man die Versicherung wirklich braucht und ob man sich die finanzielle monatliche Belastung erlauben kann. Kostengünstige Auslandskrankenversicherungen, die nur wenige Euro im Jahr kosten, sind natürlich nur für Reisende interessant, für diese jedoch aufgrund des Tarifes mehr als ratsam.

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Bildnachweis: Zanthia via photopin cc

Durch | 07.12.2016 | Allgemein, Partner | 0 Kommentar

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