Wohnung als Assistenzarzt finanzieren?

Die eigenen 4 Wände – als Assistenzarzt eine Immobilie finanzieren

Mit unserem letzten Blogartikel „Was verdiene ich nach dem Medizinstudium?“ haben wir Euch aufgezeigt, wie Eure „Worst Case“ Gehaltsabrechnung als Kalkulationsgrundlage für Eure Finanzplanung aussehen könnte. Zum Berufsstart ist es für einen Großteil ein tolles Gefühl, die erste Gehaltsabrechnung in den Händen zu halten. Das Einkommen im Gegensatz zum PJ vervielfältigt sich auf einen Schlag. Die Bedürfnisse werden auf diesen Standard angepasst, aber auch die Verpflichtungen steigen. Viele Angelegenheiten, die bisher von den Eltern gemanagt wurden, sind nun selbst zu regeln und für einige auch Neuland. Deshalb ist es spätestens zum Berufsstart als Assistenzarzt notwendig, dass Ihr Euch eine Liquiditätsübersicht erstellt. Nach dem Motto: „wer seine Ausgaben kennt, kann sparen“. Hier eine grobe Zusammenfassung, welche einzelnen Punkte hierbei berücksichtigt werden müssen.

–          Gesamteinkommen

  • Einkommen aus beruflicher Tätigkeit
  • Sonstiges Einkommen (z.B. Kindergeld)

–          Ausgaben/Kosten

  • Private Lebenshaltung (bspw. Lebensmittel, Miete, Bekleidung, Benzin, Telefon, etc.)
  • Versicherungs- u. Sparbeiträge
  • Darlehensbelastungen/Leasingbelastungen

Gerne stellen wir Euch die detaillierte Übersicht per PDF zur Verfügung. Diese könnt Ihr über info@mas-consult.de anfordern.

Bei der Erstellung Eurer Einnahmen- und Ausgabenübersicht werdet Ihr feststellen, dass i.d.R. ein Großteil des Einkommens für die Miete verwendet wird.

Tendenziell ist zu beobachten, dass die Mieten insbesondere in Großstädten immer weiter steigen. Deshalb liegt doch der Gedanke nah, sich seine eigene Eigentumswohnung oder gar ein Haus selbst zu finanzieren und sich dadurch die Miete zu sparen bzw. diese in die Darlehensrate einfließen zu lassen. Aufgrund des historisch günstigen Zinsumfeldes und der Fragestellung nach Anlagealternativen ist eine Sachwertinvestition in ein Eigenheim sicherlich sinnvoll. Aber wie realistisch ist eine Eigenheimfinanzierung zum Berufsstart? Unter welchen Voraussetzungen finanziert mich eine Bank? Was passiert, wenn ich in meiner Medizinerlaufbahn die Arbeitsstätte wechsle und ich wegziehen muss?

Grundvoraussetzung:

Die Kaufnebenkosten vom Kaufpreis (hierzu zählen die Grunderwerbssteuer z.B. in Ba-Wü 5%, Notar-und Grundbuchkosten ca. 2% sowie evtl. anfallende Maklergebühren z.B. 3,57%) solltet Ihr mindestens als Eigenkapital einsetzen können.

Durch folgende Faustformel könnt Ihr berechnen, welches Finanzierungsvolumen Ihr Euch leisten könnt:

Faustformel:

 

Formel zum Berechnen

Beispielrechnung:

Beispielrechnung

Bitte beachtet bei der Formel, dass die mtl. finanzielle Belastbarkeit größer als die momentane Miete sein muss. Jeder der sich ein Wohneigentum zulegt, wird Anfangs eine höhere Belastung haben als ein Mieter. Das liegt daran, dass bei einer Miete von mtl. 1.000 EUR, kein gleichwertiges Eigentum für 240.000 EUR finanziert werden kann bzw. auf dem Markt angeboten wird. Dahingegen wird der Eigentümer im Alter entlastet. In diesem Zusammenhang dient das Wohneigentum auch als Teil der Altersvorsorge. Solltet Ihr aus beruflichen Gründen wegziehen, kann die Wohnung auch vermietet werden. Das Darlehen läuft dann einfach weiter.

Grundsätzlich ist unsere Faustformel nur als grobe Orientierungshilfe zu betrachten. Für eine detaillierte Übersicht sind natürlich Eure individuellen Angaben (Familienstand, Eigenkapital, diverse Förderprogramme, etc.) ausschlaggebend. Eine individuelle Beratung und das passende Finanzierungskonzept sind bei Eigenheimfinanzierungen der entscheidende Faktor.

Wir als unabhängiger Finanzanlagevermittler haben grundsätzlich die Möglichkeit, die Konditionen verschiedener Banken zu vergleichen und Euch ein individuelles Finanzierungskonzept zu erstellen. Gerne stellt Euch das MAS-Team auch einen kostenfreien Miet- und Kaufvergleich zur Verfügung. Bei weiteren Fragen rund um das Thema könnt Ihr uns gerne unter 06221/5397-0 oder per Mail info@mas-consult.de kontaktieren!

Durch | 29.04.2015 | Allgemein, Partner | 4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Peter76 29.04.2015 um 15:39 - Antworten

    Man finde mir eine Immobilie, die derzeit nicht überteuert ist und ich nutze auch die günstigen Zinsen 🙂

    Die Faustformel ist aber ganz nützlich. Aber Kaufnebenkosten als Eigenkapital? Die Immobilie als solches dann komplett finanzieren?

  2. Rudi 01.05.2015 um 10:20 - Antworten

    Guter Artikel, aber die Wohnung oder das Haus komplett über einen Kredit finanzieren ist doch nicht ratsam, oder?!
    Es gab mal eine „Regel“ das man 30% Eigenkapitel in die Immobilie einbringen sollte. Gilt das bei dem niedrigen Zinsen heutzutage nicht mehr?

  3. Sebastian Zwing 29.11.2015 um 12:00 - Antworten

    Hallo PW!
    Ein sehr hilfreicher Artikel, meiner Meinung nach! Aufgrund der oben besprochenen Niedrigzinsphase überlege ich mir gerade, ob ich vielleicht eine Immobilie kaufen soll. Ich würde gern selbst mein Haus bauen, indem ich meine Ideen durch einen Bauträger (ich denke mir demos , da die Firma angemessene Preise bietet) verwirklichen lassen will. Das heißt aber, dass ich erst in ein paar Jahren einziehen darf und bis dahin muss ich immer noch meine Miete zahlen. Allerdings habe ich irgendwo gelesen, dass die Bauzinsen derzeit sehr günstig sind. Meine derzeitige Position und berufliche Erfahrung gewährleisten gewisse Einkommenssicherheit für die Zukunft. Deshalb wende ich mich an Sie um Hinweis. Wäre so eine Investition sinnvoll, wenn man immer noch eine Wohnung mietet? Inwieweit unterscheiden sich die Finanzierungskonzepte für Immobilienerwerb und Immobilienbau?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Sebastian Zwing

  4. PW 30.11.2015 um 17:58 - Antworten

    Hallo Herr Zwing,
    vorab vielen Dank für das Interesse an unserem Blog-Artikel.
    Die Finanzierungskonzepte unterscheiden sich i.d.R. lediglich bei dem Thema möglicher Einsatz von Förderdarlehen, Regelung des Zeitraumes breitstellungsfreier Zinsen und Planung des Eigenkapitaleinsatzes hinsichtlich der Doppelbelastung in der Bauphase und Miete.
    Um auf die o.g. Themen näher eingehen zu können bzw. Ihnen auch gerne ein individuelles und unverbindliches Finanzierungskonzept mit auf den Weg zu geben, würde ich mich über eine persönliche Kontaktaufnahme sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick Weber
    E-Mail: patrick.weber@mas-consult.de
    Telefon: 06221/5397-66

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