Arzthelferin Gehalt

Arzthelferin Gehalt – was verdient eine Arzthelferin?

Jeder kennt sie, der schon einmal beim Arzt war: die Arzthelferin. Sie empfängt die Patienten am Empfang, vereinbart Termine und verabreicht bei den Patienten auch die ein oder andere Spritze. Insbesondere, wenn man sich für eine Ausbildung in diesem Bereich interessiert, ist natürlich auch das Arzthelferin Gehalt von großem Interesse. Diese Artikel beschäftigt sich genau mit diesem Thema: was verdient eine Arzthelferin?

Arzthelferin Gehalt während der Ausbildung

Bevor man den Beruf der Arzthelferin ausüben darf, ist zunächst mal eine Ausbildung nötig. Die Ausbildung zur Arzthelferin ist seit 1985 anerkannt, heißt jedoch heute Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Die Ausbildungsdauer beträgt insgesamt 3 Jahre und wird als duale Ausbildung angeboten. Dies bedeutet, die Ausbildung zur Arzthelferin findet sowohl in einer Arztpraxis als auch parallel in einer Berufsschule statt.

Auch in der Ausbildung erhält die Arzthelferin schon ein kleines Gehalt, die sogenannte Ausbildungsvergütung. Dies ist der Vorteil von Ausbildungsberufen im dualen System, denn wer eine Ausbildung an einer Berufsfachschule wählt, geht leider leer aus.

Insgesamt setzt sich der Verdienst als Auszubildende zur Arzthelferin wie folgt zusammen:

Gehalt Ausbildung Arzthelferin nach Ausbildungsjahr

Ausbildungsjahr Vergütung (monatlich brutto)
1. Ausbildungsjahr 730 Euro
2. Ausbildungsjahr 770 Euro
3. Ausbildungsjahr 820 Euro

Quelle: Tarifvertrag Verband medizinischer Fachberufe e.V.

Auch wenn die Vergütung nicht sonderlich hoch ist, ist immerhin die Ausbildung in der Arztpraxis und die Berufsschule frei, das heißt es sind keine Gebühren für die Schule zu zahlen. Lediglich Kosten für Lernmittel wie Bücher, Berufskleidung für die Arztpraxis oder Fahrtkosten können entstehen.

Gehalt als Arzthelferin

Was verdient die Arzthelferin im eigentlichen Beruf? Das Gehalt der Arzthelferin hängt davon ab ob ein Gehalt nach Tarifvertrag gezahlt wird und ob der jeweilige Arbeitgeber einer Tarifgemeinschaft angeschlossen ist. Im Durchschnitt beträgt das Arzthelferin Gehalt 2.029 Euro pro Monat Brutto in Deutschland (Quelle: Lohnspiegel.de).

Wird nach öffentlichem Tarifvertrag gezahlt, ist jedoch mit einem höheren Gehalt zu rechnen. Der gängigste Tarifvertrag ist der TVöD (Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst). Hier wird man als Arzthelferin in die Entgeltgruppe 5 eingeordnet. Nimmt man besonders schwierige Aufgaben war, ist auch eine Einteilung in Entgeltgruppe 6 möglich.

Nach TVöD (Bund) verdient eine Arzthelferin demnach 2018 pro Monat die folgenden Bruttobeträge in Euro.

Arzthelferin Gehalt nach Tarifvertrag TVöD

Arzthelferin Gehalt Entgeltgruppe 5 (EUR) Entgeltgruppe 6 (EUR)
Stufe 1 2249,11 2343,03
Stufe 2 2480,74 2586,00
Stufe 3 2598,39 2709.84
Stufe 4 2716,05 2827,51
Stufe 5 2802,74 2908,02
Stufe 6 2864,67 2988,53

Neben der Entgeltgruppe bestimmt die Stufe das Gehalt der Arzthelferin, welche nach Dauer der Beschäftigung festgelegt wird. So verdient eine Arzthelferin nach diesem Tarifvertrag ein Einstiegsgehalt von 2249,11 Euro brutto pro Monat in ihrem ersten Berufsjahr nach der Ausbildung.

In Abhängigkeit der Berufsjahre wird die nächste Stufe erreicht. Während die Stufe 2 bereits nach einem Jahr erreicht wird, wird die Stufe 6 erst nach fünfzehn Jahren der Berufszugehörigkeit erreicht und dann beträgt das Arzthelferin Gehalt 2864,67 Euro.

Ein weiterer Tarifvertrag ist der Vertrag des Verbandes medizinischer Fachberufe. Hier kann die Arzthelferin mit folgendem Verdienst in 2018 rechnen:

Arzthelfering Gehalt Tarifvertrag

Als Arzthelferin wird man hier in einer der sechs Tätigkeitsstufen eingeteilt. Der Unterschied in den Stufen liegt darin, wie gearbeitet wird:

  • Tätigkeitsgruppe 1: Ausführung von Tätigkeiten nach Weisung
  • Tätigkeitsgruppe 2: weitestgehend selbstständiges Arbeiten (Voraussetzung: Fortbildungsmaßnahmen von 40 Stunden und entsprechende Berufserfahrung)
  • Tätigkeitsgruppe 3: weitestgehend selbstständiges Arbeiten (Voraussetzung: Fortbildungsmaßnahmen von 80 Stunden und entsprechende Berufserfahrung)
  • Tätigkeitsgruppe 4: selbständiges Arbeiten (Voraussetzung: Fortbildungsmaßnahmen von 120 Stunden und entsprechende Berufserfahrung)
  • Tätigkeitsgruppe 5: selbständiges Arbeiten (Voraussetzung: Fortbildungsmaßnahmen von 360 Stunden und entsprechende Berufserfahrung)
  • Tätigkeitsgruppe 6: Leitungs- und Führungsaufgaben (Voraussetzung: Fortbildungsmaßnahmen von 600 Stunden und entsprechende Berufserfahrung)

Ein Beispiel einer Fortbildung ist die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung/ Arztfachhelferin gem. § 54 BBiG. Mit dieser Fortbildung wird man in Tätigkeitsgruppe V eingeteilt und würde hier mit einer Berufserfahrung von 5 Jahren 2435,33 Euro brutto verdienen.

Verdienst als Arzthelferin im Vergleich mit anderen Berufen

Insgesamt zeigt sich, dass der Verdienst der Arzthelferin insgesamt eher im unteren Niveau anzusiedeln ist. Alle anderen medizinischen Ausbildungsberufe wie Altenpfleger oder Krankenschwestern verdienen mehr als die Arzthelferin.

Gehaltsvergleich Arzthelferin nach Berufen im Gesundheitswesen

Arzthelfering Gehalt Vergleich

Ärzte verdienen deutlich mehr, schon der Assistenzarzt verdient doppelt so viel wie die Arzthelferin. Dafür hat dieser aber auch sein Abitur gemacht und Medizin studiert, was in Summe eine deutlich längere und härte Ausbildung darstellt.

Durch | 18.08.2017 | Allgemein | 8 Kommentare

8 Kommentare

  1. Howe 25.10.2017 um 8:28 - Antworten

    Sorry, aber wo werden denn die Gehälterzahlen hergenommen????
    Ich verdiene keine 2029 Euro und ich kenne auch keinen der dieses Zahl, zumindest hier in Erfurt verdient.
    Ich bin examinierte Krankenschwester und arbeite seit 10 Jahren in einer Praxis. Davor 6 Jahre im Pflegedienst. Ausreichende Praxiserfahrung bringe ich also mit.

    Also, wer verdient so viel??

    • Sandra Gärtner 14.12.2017 um 15:16 - Antworten

      Ich jedenfalls auch nicht! 1700 brutto und das in Sachsen.

    • Lila Lisa 19.02.2018 um 16:02 - Antworten

      brutto oder netto?

  2. Wiebke Kunert 06.01.2018 um 12:03 - Antworten

    Es gibt durchaus Arbeitgeber, die übertariflich zahlen.
    Ich bin als gelernte Arzthelferin in der Pflege tätig. Seit eineinhalb Jahren bin ich bei einem Personaldienstleister (Leiharbeiter) angestellt und bin richtig zufrieden! Und ich verdiene hier deutlich mehr bei insgesamt besseren Konditionen (regelmäßig freie Wochenenden, freie Urlaubsplanung, Zulagen etc.), wie zuvor 6 Jahr in Festanstellung bei einem Pflegeunternehmen.

  3. Krümelchen 14.01.2018 um 12:37 - Antworten

    Hallo, die Tätigkeit bei einem Zeitarbeitsunternehmen wird inzwischen schon besser bezahlt als die Festanstellung. Nur wird man in den Unternehmen oft damit konfrontiert, dass die Zeitarbeitsgehälter die vom Unternehmen vertretbaren Kosten weit überschreiten. Auch mir ist es passiert, dass ich mich vor Patienten und Angehörigen entschuldigen musste, als ich ihnen sagte, bei der Zeitarbeit angestellt zu sein. Manchem kann man noch etwas erklären, andere beschimpfen einen ziemlich, werden sehr verletzend.

  4. Sylvia 25.05.2018 um 22:24 - Antworten

    Ich arbeite in einem Krankenhaus auf der Station Chirurgie. Dies ist ein katholisches Haus, ich bekommen 2.948,44 netto ausgezahlt. Wir machen pünktlich Feierabend, keine Überstunden. Wenn mal jemand fehlt, kommen Zeitarbeits-Mitarbeiter, Studenten und Aushilfen hinzu.

    • Niko 19.07.2018 um 16:37 - Antworten

      Darf man fragen in welcher Stadt? Welches Haus zahlt so gut?

  5. Philipp s 10.09.2018 um 15:57 - Antworten

    Also eine erfahrene Arzthelferin kann mehr verdienen.
    Mein Vater war Zahnarzt und die dienstaelteste hat Anfang 90 ganze 5800 DM verdient, was heute etwa 3400 Euro entsprechen würde.
    Bei meinem Arzt verdienen die auch deutlich über Tarif, so 3k verdient man mit Verantwortung schon.
    Wenn du halt eine 20 jährige 0815 angestellte bist ist es weniger.

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