Anästhesietechnischer Assistent

Anästhesietechnischer Assistent – Ausbildung, Beruf, Gehalt

Ob kurze Augen-OP oder mehrstündige Organtransplantation – ein operativer Eingriff ist nicht alltäglich und macht den meisten Patienten Angst. Als Anästhesietechnischer Assistent (ATA) spricht man erst mal Mut zu, und bereitet dann den Patienten für die OP vor. Zusätzlich übernimmt man vor, während und nach dem Eingriff zahlreiche Aufgaben im Operationssaal. Das breite Aufgabenspektrum macht den Job als Anästhesietechnischer Assistent abwechslungsreich und anspruchsvoll – und bietet gute Zukunftsaussichten.

Ausbildung Anästhesietechnischer Assistent – Voraussetzungen und Inhalt

Der Beruf Anästhesietechnischer Assistent ist nicht staatlich anerkannt. Bisher richten sich die beruflichen Standards und die Ausgestaltung der Ausbildung nach einer Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Der Entwurf eines Gesetzes zur bundeseinheitlichen Regelung wurde jedoch 2014 vom Bundesrat beschlossen.

Die Ausbildung findet an einer Berufsschule statt und sieht zahlreiche Praxiseinsätze vor. Sie kann in Vollzeit innerhalb von drei Jahren oder in Teilzeit binnen fünf Jahren abgeschlossen werden. Als Zulassungsvoraussetzung gilt ein mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss). Alternativ berechtigt auch ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung oder einer einjährigen Ausbildung als Alten- beziehungsweise Krankenpflegehelfer/in zum Schulbesuch. Außerdem wird die gesundheitliche Eignung vorausgesetzt. Bewerber/innen, die zum Ausbildungsbeginn das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen eine ärztliche Bescheinigung über die Erstuntersuchung (gemäß § 32 des Jugendarbeitsschutzgesetzes) vorlegen. Wichtig ist ein Interesse an Medizin und Technik. Gute Noten in den Naturwissenschaften steigern die Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Ausbildung Anästhesietechnischer Assistent – Dauer

Insgesamt umfasst die Ausbildung als Anästhesietechnischer Assistent 4.600 Stunden, wie viele Stunden davon auf die Theorie und wie viele auf die Praxis entfallen, hängt vom Ausbildungsbetrieb ab (beispielsweise können es 1.600 für den theoretischen Teil und 3.000 Stunden für die praktische Ausbildung sein). Der Theorieteil findet häufig als Blockunterricht statt. Auf dem Lehrplan stehen 18 Fächer. Darunter Anatomie, Anästhesie, Arzneimittellehre, Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde, Chemie, Hygiene, Intensivmedizin, Krankenhausbetriebslehre, Lehr- und Lernmethodik, Mikrobiologie, Physiologie, Psychologie, Physik, Reanimation/Erste Hilfe, Radiologie/Strahlenschutz und Soziologie/Sozialmedizin.

Obligatorische Praxiseinsätze finden in der Abdominalchirurgie, der Gynäkologie/dem Kreißsaal, der Traumatologie/Orthopädie und der Urologie statt. Zusätzlich werden weitere Praxiseinheiten in Wahlfachgebieten (beispielsweise im Bereich Anästhesie bei Kindern, Augenchirurgie, HNO, Gefäßchirurgie, Herzchirurgie, Kieferchirurgie, Neurochirurgie oder Plastische Chirurgie) absolviert. Darüber hinaus lernt man als angehender Anästhesietechnischer Assistent die Ambulanzen/Notaufnahmen, den Bereich Ambulantes Operieren, den Aufwachraum, die Chirurgische Pflegestation/Intensivstation, die Endoskopie, den Operationsdienst, die Schmerzambulanz sowie die Zentralsterilisation kennen. Geringfügige Unterschiede in den Ausbildungsinhalten können sich durch ergeben, dass die Krankenhäuser nicht über alle Abteilungen verfügen.

Am Ende der Ausbildung steht eine umfangreiche Abschlussprüfung. Sie besteht aus einem vierstündigen praktischen Test, einer mündlichen Prüfung (etwa 30 Minuten) und einem zweittägigen schriftlichen Examen.

Weiterbildungen für Anästhesietechnische Assistenten

Als ausgelernter Anästhesietechnischer Assistent gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterqualifikation. So lässt sich etwa in einem sechsmonatigen Lehrgang die Qualifikation als Operationstechnische/r Assistent/in (OTA) erlangen. Auch die Spezialisierungen als Gerätebeauftragte/r, Hygienebeauftragte/r oder Qualitätsmanagementbeauftragte/r sind möglich. Darüber hinaus können Leitungspositionen im Anästhesie- und OP-Bereich oder dem OP-Management angestrebt werden. Ambitionierten ATAs mit Hochschulzugangsberechtigung steht der Weg an die Hochschule offen, wo sie beispielsweise Medizin studieren können.

Anästhesietechnischer Assistent Ausbildung Gehalt

Für die Ausbildung als Anästhesietechnischer Assistent hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Empfehlungen ausgesprochen. Darunter findet sich auch die Empfehlung, dass Auszubildende eine angemessene Ausbildungsvergütung erhalten sollen. Eine konkrete Höhe wurde nicht festgelegt. Die Ausbildungsbetriebe können deshalb selbst festlegen, welches Gehalt man als angehender Anästhesietechnischer Assistent bekommt. Die Gehaltsunterschiede sind beachtlich. Als ATA-Azubi kann man im ersten Ausbildungsjahr je nach Einrichtung zwischen 100 Euro und 900 Euro monatlich, im zweiten Ausbildungsjahr zwischen 200 Euro und 1.000 Euro und im dritten Ausbildungsjahr zwischen 300 Euro und 1.100 Euro erhalten.

Der Beruf Anästhesietechnischer Assistent – Tätigkeiten und Alltag

Der Hauptarbeitsplatz als Anästhesietechnischer Assistent ist der Operationssaal, denn nicht nur Chirurgen spielen dort eine wichtige Rolle. Alternativ kann man aber auch einen anderen Berufsschwerpunkt legen und etwa im Aufwachraum, der Endoskopie, einer Facharztpraxis oder der Schmerzambulanz arbeiten.

Im OP hat man als Anästhesietechnischer Assistent zahlreiche Aufgaben. Die wichtigsten Tätigkeiten sind, die Identität des Patienten mehrfach sicherzustellen, den Patienten auf den Eingriff vorzubereiten, Infusionen zu legen, EKG-, Blutdruck- und Sauerstoffsättigungsgeräte anzuschließen sowie die Narkose und die Vitalwerte zu überwachen. Auch das Sterilisieren der Instrumente und Geräte vor und nach dem Eingriff gehört zum Arbeitsalltag dazu.

Kommt es zu einem unerwarteten Zwischenfall im OP, muss man als Anästhesietechnischer Assistent schnell und zielgerichtet handeln und bei lebensrettenden Maßnahmen assistieren. Insgesamt braucht man in dem Job gute Nerven. Denn vor einem Eingriff sind Patienten nervös, hinterher haben sie oft Schmerzen und noch ein Aspekt gehört zur Realität: Nicht jeder Patient schafft es aus dem OP lebend heraus. Damit muss man als Anästhesietechnischer Assistent umgehen können.

In der Regel sind die Arbeitszeiten geregelt, gearbeitet wird etwa 40 Stunden die Woche. Schicht- und Nachtdienste sind unüblich. Stattdessen arbeitet man zu festen Zeiten tagsüber und gelegentlich im Bereitschaftsdienst, da Operationen in der Regel am Tag geplant werden.

Anästhesietechnischer Assistent Gehalt

Gemäß dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit beträgt das mittlere Gehalt als Anästhesietechnischer Assistent 3469 Euro. Die Verdienstspanne kann je nach Bundesland und Arbeitgeber bis 3.884 Euro reichen. Beim öffentlichen Dienst (städtisches Krankenhaus) richtet sich das Gehalt nach dem Tarifvertrag für medizinische Berufe und medizinische Hilfsberufe. Als ausgebildeter Anästhesietechnischer Assistent am Anfang der Karriere wird man dabei in die niedrigste Tarifgruppe der vierten bis sechsten Entgeltgruppe eingestuft. Das Gehalt steigt dann mit den Berufsjahren. Kirchliche Einrichtungen orientieren sich beim Verdienst ebenfalls am Tarifvertrag.

Interesse an anderen Berufen im Gesundheitswesen? Alle Ausbildungsberufe gibt es als Übersicht auf der Seite medizinische Berufe.

Durch | 21.05.2018 | Allgemein | 0 Kommentar

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