Arzt Schweiz Gehalt

Als Arzt in die Schweiz – Gehalt, Arbeitsbedingungen, Lebensqualität

Als Arzt in die Schweiz auswandern. Wie ist das Arzt Gehalt in der Schweiz – ist der Verdienst höher als in Deutschland? Wie steht es um die Arbeitsbedingungen und die Arbeitszeiten? Muss man länger oder kürzer arbeiten? Wie ist die Schweiz als Land, sind bessere Lebensbedingungen als in Deutschland geboten oder gibt es auch Nachteile? Diese und viele weitere andere Informationen findet Ihr in folgendem Infoartikel auf einen Blick.

In unserem Blogartikel „Goodbye Deutschland“ haben wir vor kurzem darüber berichtet, dass es immer mehr junge deutsche Medizinstudentinnen und -studenten nach Abschluss des Studiums ins Ausland zieht. Heute möchten wir für Euch die Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten in der Schweiz näher beleuchten und prüfen, welche Perspektive die Schweiz für Nachwuchsmediziner und langjährige Fachärzte bietet.

Ärztebedarf in der Schweiz

Der Ärztebedarf ist in der Schweiz nach wie vor hoch. Wie auch in Deutschland steigt aufgrund der Alterung der Bevölkerung und auch der Ärzte der Bedarf an Nachwuchsmedizinern.

Dies trifft wie hierzulande vor allem den Bedarf an Hausärzten, daneben jedoch gleichzeitig den Bedarf an Fachärzten und Chefärzten. Die Nachfrage – besonders nach gut ausgebildeten Allgemein­ärzten – ist in der Schweiz sehr groß und wird weiterhin anwachsen. Von allen Ärzten, die jährlich in der Schweiz neu ihre Zulassung erhalten, wurden zwei Drittel im Ausland ausgebildet. Schon seit Jahrzehnten werden fehlende Ärzte aus dem nahen Ausland wie Deutschland, Österreich und Italien importiert. Wenn man sich für das Ausland entscheidet, bietet die Schweiz somit sehr gute Chancen, sowohl was den Berufseinstieg im gewünschten Fachgebiet als auch was Aufstiegschancen angeht.

Als deutschsprachiger Raum weist die Schweiz auch keine Sprachbarriere auf. Kultur, Sprache und Alltag ähneln sehr stark Deutschland, so dass der Schritt ins Ausland größtenteils als kein Schritt ins Unbekannte wahrgenommen wird.

Arzt Gehalt in der Schweiz

Als klarer Pluspunkt für die Schweiz ist der Verdienst der Ärzte in der Schweiz zu zu nennen. Der höhere Verdienst basiert dabei einerseites auf dem Gehalt für Ärzte in der Schweiz und anderseits auch aus dem nicht zu unterschätzenden Steuervorteil.

Als Gehalt verdient ein frei praktizierender Arzt in der Schweiz rund 200.000 Euro pro Jahr, im Vergleich ist der Verdienst eines niedergelassenen Arztes in Deutschland ca. 150.000 Euro im Durchschnitt. Der Verdienst als Arzt in der Schweiz ist also ca. 33 Prozent höher in der Schweiz als in Deutschland.

Dazu kommt der Steuervorteil. Während in Deutschland schon ab ca. 50.000 Euro ein Steuersatz von 42 Prozent fällig ist, ist in der Schweiz nur ein Bruchteil der Steuern fällig. Die Steuer wird in der Schweiz in jedem Kanton mit unterschiedlichen Steuersätzen berechnet, als Durchschnitt kann von ca. 20 Prozent ausgegangen werden, was nur die Hälfte der deutschen Besteuerung ausmacht.

Rechnet man die bieden Fakturen Gehalt und Steuervorteil zusammen, ergibt sich folgende Rechnung:

LandBrutto (EUR)Steuersatz % (ca.)Netto (EUR)
Schweiz200’00020%160’000
Deutschland150’00042%87’000

Somit zeigt sich der insgesamt krasse Unterschied: ein Arzt in der Schweiz verdient netto fast das doppelte als ein Arzt in Deutschland.

Assistenzarzt Gehalt Schweiz

Auch das Assistenzarzt Gehalt ist in der Schweiz deutlich höher als in Deutschland.

Der durchschnittliche Assistenzarzt Verdienst entspricht laut dem Verband der schweizerischen Ärztinnen und Ärzte (FMH) monatlich 8416 Schweizer Franken. Umgerechnet mit dem durchschnittlichen Währungskurs EUR-CHF in 2016 von 1,1 entspricht dies also ungefähr einem Lohn von 7650 Euro.

Der angehende Assitenzarzt in Deutschland verdient hingegen als Gehalt in Deutschland nur 4200 EUR im ersten Jahr. Somit bietet die Schweiz auch hier einen klaren Gehaltsvorteil.

Arbeitsbedingungen und Lebensqualität

Auch die Arbeitsbedingungen weisen in der Schweiz eine hohe Qualität auf.

Hausärzte haben noch die Zeit, sich intensiv um ihre Patienten zu kümmern, ohne deshalb Verdienst­einbußen befürchten zu müssen. Ärztliche Leistungen können ohne Budgetierung abgerechnet werden und der administrative Aufwand ist insgesamt sehr viel weniger ausufernd als dies in anderen Ländern der Fall ist.

Eine kritische Diskussion wird allerdings aktuell geführt was die Arbeitszeiten der Fachärzte angeht. 70 Prozent der Ärzte in der Schweiz arbeiten zu viel, leisten teilweise mehr als 60 Wochenstunden und siebentägige Dauereinsätze.

Neben den Arbeitsbedingungen bietet die Schweiz eine sehr hohe Lebensqualität. Die Auswahl an tollen Orten zur Niederlassung ist groß. Zur Auswahl steht zum Beispiel die Region Zürich, mit der international (31 Prozent Ausländer) und weltoffen geprägten Kantonshauptstadt um den schönen Zürichsee sowie die ländliche Ostschweiz, mit der Nähe zu Deutschland und dem Bodensee oder die Alpenregion im Süden.

Diese Lebensqualität hat jedoch auch ihren Preis. Ähnlich zu den höheren Einkommensverhältnissen liegt das Preisniveau teilweise deutlich höher als in Deutschland. Deutschland liegt im EU-Durchschnitt bei seinem Preisniveau. Die Schweiz liegt mit 58% über Durchschnitt knapp hinter Norwegen (59,2%) und kann sich als damit als knapper Zweiter in der Rangliste der teuersten Länder in der EU platzieren.

Unser Fazit: Wer tatsächlich mit dem Gedanke spielt auszuwandern, findet mit der Schweiz eine interessante Alternative, die Vorzüge in Sachen Einkommen, weniger Administration und weniger Sparzwänge aufweist. Die Lebensqualität hat dort ihren Preis – dies muss jedoch jeder für sich berechnen und auch dort sieht man an aktuellen Diskussionen, dass ein Großteil der Ärzte weitaus mehr leisten muss als eingeplant.

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