Akupunktur

Wo hilft Akupunktur und was zahlt die Kasse?

Akupunktur: Alt aber effektiv?

Die Akupunktur ist Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und geht von der Lebensenergie des menschlichen Körpers aus, welche auf Leitbahnen zirkuliert und umfassenden Einfluss auf alle Körperfunktionen hat. Durch Stiche mit (Akupunktur)Nadeln auf Akupunkturpunkte auf diesen Leiterbahnen (Meridiane genannt) werden Störungen in der Zirkulation behoben.

Sie wird bereits seit über 2000 Jahren als alternative Heilmethode eingesetzt. Und auch in Deutschland kommt sie immer häufiger zum Einsatz. Immerhin verwenden bereits mehr als 40.000 Heilpraktiker und Ärzte in Deutschland das Verfahren, zum Beispiel zur Linderung von Schmerzen.

Wann kommt die Akupunktur zur Anwendung?

Laut aktuellem Wissensstand und nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation kann die Akupunktur bei ca. 40 verschiedenen Krankheiten zu einer Linderung der Beschwerden führen. Zu diesen Krankheiten zählen nicht nur Nasennebenhöhlenentzündungen, sondern auch Asthma, Kopfschmerzen oder Migräne genauso wie verschiedene Schmerzen im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule.

Insofern stellte sich im Rahmen einer Studie der Berliner Charité im Jahr 2010 heraus, dass die Wirksamkeit dieser Behandlungsform bei Heuschnupfenpatienten immerhin 90 % und bei Asthmatikern 82 % betrug. Ähnlich positive Ergebnisse lieferte eine Studie in 2012 in den USA, die auf den Daten von ca. 18.000 Patienten basierte.

Bei welchen Krankheiten hilft Akupunktur?

Akupunktur hilft besonders bei Krankheitsbildern mit psychosomatischen Aspekten oder neurologischen Krankheiten wie

  • Fibromyalgie
  • Migräne
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Reizdarmsyndrom
  • Rückenbeschwerden
  • (Pseudo-)Radiukulärsyndrom
  • Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Myofasziales Schmerzsyndrom
  • Arthrosen, Arthritis und deren Begleiterscheinungen
  • Hüftbeschwerden
  • Morbus Sudeck
  • Schlaganfall
  • Lähmungen
  • Fazialisparese
  • Zerebrale Anfallsleiden
  • Entwicklungsstörungen im Kindesalter

Wie wirkt Akupunktur?

Die Akupunktur stellt ein ganzheitliches Heilverfahren dar, das immer dann zum Einsatz kommen soll, wenn der Energiefluss des Körpers gestört ist. Praktiker unterscheiden dazu 700 verschiedene Punkte der Hautoberfläche, die je nach Krankheitslage mit feinen Nadeln bearbeitet werden. Der Nadelstich soll insofern dazu führen, dass die Energie wieder richtig fließt.

Akupunktur BehandlungImmerhin gilt inzwischen zumindest als erwiesen, dass der Reiz durch den Nadelstich die Ausschüttung der Botenstoffe Serotonin und von Endorphine im Körper anregt. Eine abschließende Klärung, warum die Behandlung in vielen Fällen tatsächlich anschlägt, wurde allerdings bislang nicht gefunden.

Zahlt die Krankenkasse eine Akupunktur?

Auch Krankenkassen zahlen immer häufiger, zumindest anteilig, eine Akupunktur. Allerdings nicht in allen Krankheitsfällen. Lediglich zur Schmerzbehandlung bei chronischen Rückenleiden und bei einer Kniegelenkarthrose werden die Kosten bis zu einem gewissen Grad übernommen. Alle anderen Anwendungsbereiche sind IGeL-Leistungen, die von Zusatzversicherungen oder vom Patienten selbst getragen werden müssen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der jeweilige behandelnde Arzt entsprechend qualifiziert ist und eine Kassenzulassung sowie eine Abrechnungsbefugnis besitzt. Für alle anderen Fälle müssen die Kosten hingegen selbst getragen werden. Trotzdem sind sich viele Patienten einig – das Geld ist sinnvoll investiert. Denn auch wenn die genauen Wirkungsmechanismen bis heute nicht geklärt sind, stellt sich bei vielen eine Besserung ihrer Beschwerden ein, so dass zum Teil auf bestimmte Medikamente verzichtet werden kann.

Trend bei der Weiterbildung von Ärzten

In Deutschland existieren zum Thema TCM mehrere Ärztegesellschaften. Die „Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin e.V.“ deckt das komplette Spektrum chinesischer Therapien ab. Die „Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur DÄGfA e.V.“ ist die älteste deutsche Akupunkturgesellschaft. Außerdem gibt es die „Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie DGfAN“.

Durch die Behandlungsmöglichkeiten beispielsweise der Krankheitsbildern mit psychosomatischen Aspekten, ist TCM besonders für Internisten, Allgemeinmediziner, Anästhesisten, HNO-Ärzte, Sportmediziner, Orthopäden, Rehabilitationsmediziner und Gynäkologen eine interessante Weiterbildungsoption.

Master-Studiengang TCM

Die TU München bietet bereits einen Master-Studiengang für Ärzte an, die sich in der TCM weiterbilden wollen. Voraussetzung ist ein Staatsexamen im Fach Medizin. Das Studium läuft Berufsbegleitend und endet mit dem Erwerb des Master of Science im Fach TCM.

Eine Zusatzweiterbildung in TCM ist von interessierten Ärzten grundsätzlich selbst zu finanzieren. Die Bundesärztekammer hat die Voraussetzungen für Zusatzweiterbildungen standardisiert.

Um eine Zusatzweiterbildung von der Ärztekammer bestätigt zu bekommen, müssen die Kursbescheinigungen von dieser anerkannt werden. Außerdem muss die TCM-Weiterbildung den Mindestanforderungen gemäß der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer entsprechen. Genaue Informationen zu den Anforderungen findest du hier.

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Durch | 15.10.2016 | Allgemein | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. praktischArzt 18.10.2016 um 9:31 - Antworten

    Hallo StefanRRR,

    hierfür gibt es beispielsweise die DGTCM – die Deutsche Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin.

    Viele Grüße

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