Der Kampf gegen Ebola

Wenn Ärzte das eigene Leben riskieren – im Einsatz in Afrika gegen Ebola

Ebola brach im März 2014 im westafrikanischen Guinea aus. Von dort breitete sich die Krankheit auf Liberia und Sierra Leone aus. Mittlerweile sind auch die Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin und Nigeria betroffen. Mehr als 7400 Menschen haben sich in Westafrika seit Ausbruch der Ebola-Epidemie mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert, 3900 Menschen sind gestorben.

Die gefährliche Erkrankung Ebola wird durch Viren verursacht und kann in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich verlaufen (WHO). Die Infektion wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Auftretende Symptome sind hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen. Die Symptome bei Ebola können erst bis zu 21 Tage nach der Infektion ausbrechen, so dass sich aufgrund von Flugreisen zwischen Afrika und Europa sich auch Ebola-Fälle hierzulande nicht vermeiden lassen. Aktuell existiert keine Impfung gegen die Ebola-Viren, die Patienten müssen isoliert und durch Kontaktpersonen überwacht werden. Die WHO gab kürzlich in Genf bekannt, dass aktuell zwei Impfstoffe getestet und die Ergebnisse im November erwartetet werden. Die Ebola-Seuche in Westafrika muss mit allen Mitteln gestoppt werden. Nur durch weltweite Solidarität und Unterstützung kann die Krankheit gestoppt und eine weitere Ausbreitung – auch auf Europa und Deutschland – verhindert werden.

Etliche deutsche Ärzte und freiwillige Helfer sind mittlerweile in Afrika, um vor Ort bei der Unterstützung der Bekämpfung der Krankheit mitzuwirken. Von Ärzte ohne Grenzen wurden mittlerweile mehr als 2000 Mitarbeiter in die betroffenen Ländern gesendet, welche in den betroffenen Gebieten mehr als 600 Krankenbetten für Ebola-Patienten versorgen.  Das Deutsche Rote Kreuz  hat 117 Helfer für den Kampf gegen Ebola in Sierra Leone und Liberia aus 350 Bewerbern ausgewählt, darunter 43 Ärzte.

Unabhängig von der Vielzahl der helfenden Ärzte aus der ganzen Welt können längst nicht alle Patienten behandelt werden. Vor den Stationen der Ärzte spielen sich Tag für Tag erschreckende Situationen ab: Patienten müssen abgewiesen werden, Kinder sterben vor den Augen der Ärzte. Es werden Krematorien gebaut, um die Vielzahl der verstorbenen Patienten zu verbrennen. Somit kommt neben der physischen, auch täglich eine hohe psychische Belastung auf die Ärzte zu.

Bei der Behandlung der Patienten kann der kleinste Fehler schon fatale Auswirkungen auf die eigene Gesundheit haben. Nur das permanente Tragen von Schutzanzügen führt dazu, dass das Virus nicht auf die behandelnden Ärzte übertragen wird.  Das Risiko infiziert zu werden, wenn man den Schutzanzug nicht nach Vorschrift auszieht, ist sehr hoch, weshalb das Ein- und Ausziehen 45 Minuten in Anspruch nimmt. In den Schutzanzügen herrschen Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius, wodurch Dehydrierung und Ohnmachtsanfälle permanent auftreten können.

In den westafrikanischen Ländern selbst gibt es nur wenige Ärztinnen und Ärzte. Ohne die vielen freiwilligen Helfer aus anderen Ländern wäre die Aufhaltung der Epidemie nicht möglich und viele weitere Menschen in vielen Ländern müssten sterben.

Das eigene Leben zu riskieren, um anderen zu helfen, unter den härtesten physischen und physischen Bedingungen, erfordert großen Mut und hohes Verantwortungsbewusstsein. Ohne die Hilfe solcher Menschen ist eine solche Epidemie nicht zu stoppen. Könntet Ihr Euch vorstellen, freiwillig an der Bekämpfung einer Epidemie weitab der Heimat mitzuwirken?



Bildnachweis: EU Humanitarian Aid and Civil Protection via photopin cc

Durch | 16.10.2014 | Allgemein, Facharzt | 0 Kommentar

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