Weiterbildung Innere Medizin

Facharztausbildung Innere Medizin – Inhalte, Dauer, Prüfung

Die Weiterbildung Innere Medizin ist unter Medizinstudenten die beliebteste Facharztweiterbildung. Dies hat eine Umfrage der KBV unter 11.000 Medizinstudierenden ergeben. Dies ist nicht verwunderlich, schließlich ist die Innere Medizin eines der Kerngebiete der Medizin. Die Innere Medizin befasst sich mit dem Aufbau des Körpers und der Funktion als auch der Erkrankungen sämtlicher Organe wie Herz, Nieren, Verdauung und Atmung. Somit stellt sie ein breit gefächertes Fachgebiet dar und bietet nicht nur eine Weiterbildung, sondern insgesamt neun Spezialisierungen als Facharzt.

Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin

Innere Medizin OrganeNach dem Abschluss des Medizinstudiums und der Erteilung der Approbation ist man berechtigt den Titel Arzt zu tragen und man ist zunächst als Assistenzarzt tätig. Im Rahmen der Tätigkeit als Assistenzarzt spezialisiert man sich auf genau eine ärztliche Fachrichtung, zum Beispiel im Fachgebiet der Inneren Medizin. Im Rahmen der Weiterbildung Innere Medizin müssen bestimmte Inhalte in Abhängigkeit des Fachbereichs durchlaufen und fachspezifische Kenntnisse erworben werden, wie beispielsweise Behandlungsverfahren wie Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse oder die gebietsbezogene Arzneimitteltherapie. Schließlich wird am Ende der Ausbildung die Facharztprüfung abgelegt und bei Bestehen erhält wird der Titel Facharzt für Innere Medizin erlangt.

Dauer der Weiterbildung Innere Medizin

Die Facharztausbildung und das Durchlaufen der vorgegebenen Inhalte dauert insgesamt 5-6 Jahre. Die genaue Dauer der Weiterbildung ist vom jeweiligen Fachgebiet abhängig.

Die Dauer der Weiterbildung Innere Medizin beträgt insgesamt 60 Monate und ist an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte bei einem zugelassenen Weiterbildungsbeauftragten zu absolvieren.

Die Dauer der Facharztausbildung Innere Medizin unterteilt sich dabei in folgende Abschnitte:

  • 36 Monate in der stationären Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin
  • 24 Monate stationäre Weiterbildung in Innerer Medizin (Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin – Internist/Internistin) oder in mindestens zwei der weiteren Facharztkompetenzen, davon
  • 6 Monate internistische Intensivmedizin, die auch während der Basisweiterbildung abgeleistet werden können

Zu den weiteren Facharztkompetenzen zählen:

  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Angiologie (Angiologe/Angiologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie (Endokrinologe und Diabetologe/Endokrinologin und Diabetologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie (Gastroenterologe/Gastroenterologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie (Hämatologe und Onkologe/Hämatologin und Onkologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie (Kardiologe/Kardiologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie (Nephrologe/Nephrologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie (Pneumologe/Pneumologin)
  • Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie (Rheumatologe/Rheumatologin)

Inhalte Facharztausbildung Innere Medizin

Die Inhalte der Weiterbildung Medizin unterteilen sich in die Basisweiterbildung (36 Monate) und die stationäre Weiterbildung (24 Monate).

Basisweiterbildung Innere Medizin

In der Basisweiterbildung werden folgende Inhalte durchlaufen:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

– der Gesundheitsberatung, der Früherkennung von Gesundheitsstörungen einschließlich Gewalt- und Suchtprävention, der Prävention, der Einleitung und Durchführung rehabilitativer Maßnahmen sowie der Nachsorge

– der Erkennung und Behandlung von nichtinfektiösen, infektiösen, toxischen und neoplastischen sowie von allergischen, immunologischen, metabolischen, ernährungsabhängigen und degenerativen Erkrankungen auch unter Berücksichtigung der Besonderheiten dieser Erkrankungen im höheren Lebensalter

– den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie

– der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten

– der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild

– geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen im Alter einschließlich der Pharmakotherapie im Alter

– psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen

einschließlich der Krisenintervention sowie der Grundzüge der Beratung und Führung Suchtkranker

– Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen

– ernährungsbedingten Gesundheitsstörungen einschließlich diätetischer Behandlung sowie Beratung und Schulung

– Durchführung und Dokumentation von Diabetikerbehandlungen

– den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung

– der Indikationsstellung und Überwachung physikalischer Therapiemaßnahmen

– der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie

– der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung

– der Bewertung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, der Arbeitsfähigkeit, der Berufs- und Erwerbsfähigkeit sowie der Pflegebedürftigkeit

– der intensivmedizinischen Basisversorgung

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

– Elektrokardiogramm

– Ergometrie

– Langzeit-EKG

– Langzeitblutdruckmessung

– spirometrische Untersuchungen der Lungenfunktion

– Ultraschalluntersuchungen des Abdomens und Retroperitoneums einschließlich Urogenitalorgane

– Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse

– Doppler-Sonographien der Extremitäten versorgenden und der extrakraniellen Hirn versorgenden

Gefäße

– Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial

– Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung

– Proktoskopie

Stationäre Weiterbildung Innere Medizin

In der stationären Weiterbildung werden folgende Inhalte durchlaufen.

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

– den Inhalten der Basisweiterbildung

– der Vorbeugung, Erkennung, Beratung und Behandlung bei auftretenden Gesundheitsstörungen und Erkrankungen der inneren Organe

– der Erkennung und konservativen Behandlung der Gefäßkrankheiten einschließlich Arterien, Kapillaren, Venen und Lymphgefäße und deren Rehabilitation

– der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Stoffwechselleiden einschließlich des metabolischen Syndroms und anderer Diabetes-assoziierter Erkrankungen

– der Erkennung und Behandlung der Krankheiten der Verdauungsorgane einschließlich deren Infektion, z. B. Virushepatitis, bakterielle Infektionen des Intestinaltraktes

– der Erkennung und Behandlung maligner und nicht maligner Erkrankungen des Blutes, der blutbildenden Organe und des lymphatischen Systems

– der Erkennung und Behandlung von soliden Tumoren

– der Erkennung sowie konservativen Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, der herznahen Gefäße, des Perikards

– der Erkennung und konservativen Behandlung der akuten und chronischen Nieren- und renalen Hochdruckerkrankungen sowie deren Folgeerkrankungen

– der Erkennung und Behandlung der Erkrankungen der Lunge, der Atemwege, des Mediastinums, der Pleura einschließlich schlafbezogener Atemstörungen sowie der extrapulmonalen Manifestation pulmonaler Erkrankungen

– der Erkennung und konservativen Behandlung der rheumatischen Erkrankungen einschließlich der entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen wie Kollagenosen, der Vaskulitiden, der entzündlichen Muskelerkrankungen und Osteopathien

– der interdisziplinären Zusammenarbeit insbesondere bei multimorbiden Patienten mit inneren Erkrankungen

– der interdisziplinären Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Maßnahmen

– den gebietsbezogenen Infektionskrankheiten einschließlich der Tuberkulose

– der gebietsbezogenen Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung

– der Symptomatologie und funktionellen Bedeutung von Altersveränderungen sowie Erkrankungen und Behinderungen des höheren Lebensalters und deren Therapie

– den geriatrisch diagnostischen Verfahren zur Erfassung organbezogener und übergreifender motorischer, emotioneller und kognitiver Funktionseinschränkungen

– der Behandlung schwerstkranker und sterbender Patienten einschließlich palliativmedizinischer Maßnahmen

– der intensivmedizinischen Basisversorgung

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren

– Echokardiographien sowie Doppler-/Duplex-Untersuchungen des Herzens und der herznahen Gefäße

– Mitwirkung bei Bronchoskopien einschließlich broncho-alveolärer Lavage

– Ösophago-Gastro-Duodenoskopien einschließlich interventioneller Notfall-Maßnahmen und perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG)

– untere Intestinoskopien einschließlich endoskopischer Blutstillung, davon

– Proktoskopien

– Therapie vital bedrohlicher Zustände, Aufrechterhaltung und Wiederherstellung bedrohter Vitalfunktionen mit den Methoden der Notfall- und Intensivmedizin einschließlich Intubation, Beatmungsbehandlung sowie Entwöhnung von der Beatmung einschließlich nichtinvasiver Beatmungstechniken, hämodynamisches Monitoring, Schockbehandlung, Schaffung zentraler Zugänge, Defibrillation, Schrittmacherbehandlung

– Selbstständige Durchführung von Punktionen, z. B. an Blase, Pleura, Bauchhöhle, Liquorraum, Leber, Knochenmark einschließlich Knochenstanzen

Zukunftsperspektive nach der Weiterbildung Innere Medizin

Fachärzte für Innere Medizin sind nach den Allgemeinmedizinern das am meisten verbreitete ärztliche Fachgebiet. Somit müssen sich Internisten auch in Zukunft keine Sorgen um einen passenden Job machen. Dabei einerseits die Möglichkeit der Niederlassung als Facharzt und somit die Gründung oder Übernahme einer Facharztpraxis für Innere Medizin. Daneben stehen einem alle Karrierewege in der Klinik offen. Bei praktischArzt findet ihr zahlreiche freie Stellenangebote in der Inneren Medizin. Spezielle für Nachwuchsmediziner geht es hier direkt zu den Assistenzarzt Stellenangeboten Innere Medizin.

Übersicht Facharztweiterbildung

Die Inhalte weiterer Fachrichtungen gibt es in der Übersicht Facharztausbildung und Weiterbildung.

Quellen:

Umfrage der KBV

Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer




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