
Ein Stationsarzt ist ein Arzt, der in einem Krankenhaus oder einer Klinik arbeitet und dort für die medizinische Versorgung der Patienten auf einer bestimmten Station verantwortlich ist. Üblicherweise handelt es sich um Assistenzärzte, aber auch Fachärzte können diese Position übernehmen. Stationsärzte arbeiten in der Regel eng mit dem Pflegepersonal und anderen medizinischen Fachkräften zusammen, um sicherzustellen, dass die Patienten auf der Station angemessene Pflege und Behandlung erhalten. Mehr zu den Aufgabengebieten, Tätigkeiten, Karrieremöglichkeiten und zum Gehalt als Stationsarzt in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Stationsärzte verantworten die medizinische Betreuung und Behandlung der Patienten auf einer oder mehreren Stationen in Klinik und Krankenhaus.
- Meist sind Stationsärzte Assistenzärzte in Weiterbildung, teils auch Fachärzte, die eng mit Pflegepersonal und anderen Fachrichtungen zusammenarbeiten.
- Zentrale Aufgaben: Aufnahme, Diagnose, Therapieplanung, Verlaufskontrolle, Dokumentation sowie Arztbriefe bei Entlassung.
- Einsatzorte sind vor allem Krankenhäuser, daneben Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen, ambulante Zentren und seltener militärische Einrichtungen.
- Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 80.000 € brutto pro Jahr; die Höhe hängt von Fachrichtung, Berufserfahrung, Tarifvertrag und Schichtzulagen ab.
Was ist ein Stationsarzt?
Einem Stationsarzt obliegt die Betreuung der Patienten auf einer Bettenstation (manchmal auch mehrerer Stationen) einer Klinik. Meist wird diese Position von einem Assistenzarzt übernommen, gelegentlich auch von Fachärzten. Zuweilen sind mehrere Ärzte für die Betreuung einer Station zuständig.
Mit dem zuständigen Oberarzt besprechen Stationsärzte üblicherweise täglich alle Fälle beispielsweise während der Visite.
Wie wird man Stationsarzt?
Um Stationsarzt zu werden, muss man zunächst ein in der Regel fünfjähriges Studium der Humanmedizin an einer anerkannten Hochschule abschließen. Anschließend muss eine Approbation beantragt werden, um als Arzt arbeiten zu können. Nun kann man sich auf Stellenangebote für Stationsärzte bewerben, die von Krankenhäusern oder anderen medizinischen Einrichtungen ausgeschrieben werden. Kliniken und Krankenhäuser haben hierzu meist sehr individuelle Anforderungen; manche verlangen nur wenige Jahre praktischer Erfahrung, andere mindestens zehn.
In der Regel erfordern diese Stellenangebote aber mindestens einige Jahre klinischer Erfahrung als Assistenzarzt im entsprechenden medizinischen Fachgebiet. Als Assistenzarzt ist man Arzt in Weiterbildung und spezialisiert sich in einer Facharztrichtung. Je mehr Erfahrung man in diesem Gebiet sammelt und sich durch Organisationsfähigkeit und Kompetenz hervortut, umso höher ist die Chance, die Verantwortung für eine Station zu erhalten.
Aufgabengebiete eines Stationsarztes
Innerhalb des gewählten Fachgebiets ist man als Stationsarzt verantwortlich für die Überwachung der gesamten Behandlungen der Patienten und koordiniert die Zusammenarbeit den anderen Mitarbeitern im Fachbereich bei der Patientenbehandlung, zum Beispiel Pflegepersonal, Therapeuten und andere Fachärzte.
Zu den wichtigsten Aufgaben eines Stationsarztes gehören die Diagnose und Planung der Behandlungen, die Überwachung des Zustands der Patienten, die Anordnung und Überprüfung von Laborergebnissen und anderen diagnostischen Tests, die Steuerung der medizinischen Therapien sowie die Verwaltung von Medikamenten.
Patientenversorgung
Als Stationsarzt ist man meist für die gesamte medizinische Versorgung und Betreuung der Patienten der Stationen verantwortlich. Stationsärzte erstellen Behandlungspläne, führen medizinische Untersuchungen durch, verschreiben Medikamente und überwachen den Gesundheitszustand der Patienten. Dabei muss man sich für die Patienten viel Zeit nehmen und in der Lage sein, auch unter Zeitdruck den Überblick zu bewahren.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsfachkräften
Oftmals sind Patienten mit ihrem individuellen Krankheitsbild nicht nur einer speziellen ärztlichen Fachrichtung zuzuweisen, sondern bewegen sich mit ihren Symptomen in mehreren Fachgebieten. Es kann also gut sein, dass man als Stationsarzt bei einem diffusen Krankheitsbild zum Beispiel in der Inneren Medizin auch mit Gynäkologen, Neurologen oder Chirurgen zusammenarbeitet. Dies setzt die Fähigkeit zu effektivem Teamwork, klarer Kommunikation und Delegationsfähigkeit voraus.
Dokumentation
Stationsärzte dokumentieren den Gesundheitszustand der Patienten, die durchgeführten Untersuchungen, die verordneten Medikamente und alle anderen relevanten Informationen in der Patientenakte. Die Regeln der ärztlichen Dokumentation sorgen unter anderem für Transparenz über die gewählten Behandlungen beziehungsweise Medikamente des Patienten. So wird nichts vergessen oder verwechselt, wenn zum Beispiel ein Stationswechsel des Patienten stattfindet oder ein anderer Arzt die Behandlung übernimmt.
Auch aus juristischen und verwaltungstechnischen Gründen sind die Patientenakten ein grundlegender Bestandteil der Arbeit von Stationsärzten und deren akkurate Führung daher unverzichtbar.
Bei Entlassung des Patienten schreibt der Stationsarzt den Arztbrief an weiterbehandelnde Kollegen. In der Regel ist das der Hausarzt.
Kommunikation mit Patienten und Angehörigen
Stationsärzte informieren die Patienten und gegebenenfalls deren Angehörige über den Gesundheitszustand und den Behandlungsverlauf der Patienten und beantworten ihre Fragen. Dies ist ein wichtiger Teil der Tätigkeit als Stationsarzt. Die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen erfordert oftmals viel Geduld und besonderes Fingerspitzengefühl und eine Reihe anderer zwischenmenschlicher Fähigkeiten, die man so nicht im Medizinstudium erlernt. Man bezeichnet diesen Teil der Aufgaben auch als „Bedside Manners“.
Wo kann ich als Stationsarzt arbeiten?
Die häufigste Option für Stationsärzte ist es, in einem Krankenhaus zu arbeiten und dort eine spezialisierte Station zu betreuen. In Krankenhäusern gibt es verschiedene Fachbereiche wie zum Beispiel Innere Medizin, Pädiatrie oder Orthopädie und Unfallchirurgie.
Darüber hinaus können Stationsärzte auch in anderen medizinischen Einrichtungen wie zum Beispiel Rehabilitationszentren, Pflegeeinrichtungen oder ambulanten Versorgungszentren arbeiten. Hier sind die Aufgaben als Stationsarzt aber möglicherweise unterschiedlich von denen in einer Klinik, je nach den individuellen Bedürfnissen der Einrichtung.
Eine weitere – wenn auch deutlich seltenere – Option ist, als Stationsarzt bei der Bundeswehr oder in anderen militärischen Einrichtungen zu arbeiten. Dies ist ein besonders abwechslungsreiches Feld, da auch Auslandseinsätze notwendig sein können und man die Arbeit unter unterschiedlichen Bedingungen verrichten muss.
Fortbildung und Weiterbildung als Stationsarzt
Wer als Assistenzarzt für eine Station zuständig ist, befindet sich meist noch mitten in der Weiterbildung zum Facharzt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, schon während der Facharztausbildung Zusatzbezeichnungen zu erwerben. Abhängig von unterschiedlichen Voraussetzungen wären diese Zusatzausbildungen schon währenddessen möglich:
- Ärztliches Qualitätsmanagement
- Medizinische Informatik (nach 24 Monaten ärztlicher Tätigkeit)
- Notfallmedizin
- Tropenmedizin
Grundsätzlich sollten Stationsärzte wie alle Kollegen der Klinikhierarchie regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teilnehmen, um auf dem neuesten Stand der medizinischen Entwicklungen und Behandlungsmethoden zu bleiben. Dabei müssen diese Fort- und Weiterbildungen nicht zwangsweise viel Zeit in Anspruch nehmen: Viele ärztliche Fort- beziehungsweise Weiterbildungen können entweder an einem Wochenende oder in Form von Abendveranstaltungen absolviert werden. Das Fachgebiet kann man dabei meist gemäß den eigenen Interessen auswählen. Neben der eigenen Kompetenz und Fertigkeit verbessert man damit auch die Chance auf eine Karriere als Oberarzt oder sogar die Position des Chefarztes.
Gehalt: Was verdient ein Stationsarzt?
Das Durchschnittsgehalt eines Stationsarztes liegt bei etwa 80.035 Euro brutto pro Jahr. Dies entspricht einem durchschnittlichen Brutto-Monatsgehalt von rund 6.454 Euro. Dabei sind Einstiegsgehalt und aktuelles Gehalt abhängig vom Ausbildungslevel als Arzt und der Berufserfahrung. Bezahlt wird in diesem Beruf in der Regel nach Tarifvertrag für Ärzte, die sich je nach Arbeitgeber unterscheiden. Die Einstufung unterscheidet zwischen Assistenzarzt, Facharzt und Oberarzt. Als leitender Oberarzt oder Chefarzt verhandelt man in der Regel das Gehalt selbst.
Absolviert man die Facharzt-Weiterbildung in einem Universitätsklinikum, so liegt die zugehörige Gehaltsspanne während dieser Zeit als Stationsarzt liegt zwischen 5.792,90 € und 7.436,05 € brutto pro Monat. In einem kommunalen Klinikum liegt das Assistenzarzt-Gehalt grob zwischen 5.700 und 7.400 Euro. Mehr dazu hier:
Diese Angaben sind jedoch nur als grobe Orientierungshilfen zu verstehen, da das tatsächliche Gehalt von einer Reihe weiterer Einflussfaktoren wie zum Beispiel Schichtzulagen abhängt, also unter anderem von der Menge der übernommenen Wochenend- und Nacht- beziehungsweise Feiertagsschichten.
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Häufige Fragen zu Stationsarzt
- Was macht ein Stationsarzt genau?
- Wie werde ich Stationsarzt und welche Voraussetzungen brauche ich?
- Wie hoch ist das Gehalt als Stationsarzt in Deutschland?
Ein Stationsarzt übernimmt die komplette medizinische Versorgung der Patienten einer Station: von Aufnahme, Untersuchung, Diagnose und Erstellung des Behandlungsplans über die Anordnung und Kontrolle von Labor- und Diagnostikleistungen bis zur Verlaufsüberwachung, Dokumentation und dem Arztbrief bei Entlassung.
Grundlage für die Tätigkeit als Stationsarzt ist ein abgeschlossenes Studium der Humanmedizin und die Approbation. Anschließend sammelst Du als Assistenzarzt klinische Erfahrung im gewünschten Fachgebiet; mit wachsender Erfahrung und Organisationsfähigkeit kannst Du die Verantwortung für eine Station als Stationsarzt übernehmen.
Stationsärzte verdienen im Durchschnitt etwa 6.400 bis 6.500 € brutto pro Monat, also rund 80.000 € brutto pro Jahr. Die genaue Höhe richtet sich nach Tarifvertrag, Karrierelevel (Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt), Arbeitgeber (z.B. Universitätsklinikum vs. kommunales Klinikum) sowie Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste.













