Die Niederlassung als Arzt – was ist zu beachten?

Die Entscheidung für die Niederlassung will wohl durchdacht sein. Hier findet ihr wichtige Informationen zu den Anträgen, Richtlinien und Regeln, die im Zuge der Niederlassung beachtet werden müssen.

Antrag Kassenärztliche Vereinigung

Zuerst muss bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ein Eintrag ins Arztregister beantragt werden. Voraussetzung hierfür sind die ärztliche Approbation sowie eine abgeschlossene Facharztausbildung. Als nächstes beantragt man eine Zulassung für den beabsichtigten Vertragsarztsitz beim zuständigen Zulassungsausschuss.

Der Versorgungsauftrag

Eine Zulassung kann mit halbem oder vollem Versorgungsauftrag beantragt werden.

Ein voller Versorgungsauftrag bedeutet, dass der betreffende Arzt persönlich mindestens 20 Stunden pro Woche in einer Sprechstunde zur Verfügung steht. Der halbe Versorgungsauftrag, auch Teilzulassung genannt, erfordert mindestens 10 Sprechstunden pro Woche.

Eine Teilzulassung kann auch erlangt werden, indem ein bereits niedergelassener Kollege mit Vollzulassung auf eine Teilzulassung reduziert. Hier ist aber Vorsicht geboten: Herrscht in dem betreffenden Bezirk eine Zulassungsbeschränkung, kann eine Reduzierung auf Teilzulassung nicht wieder rückgängig gemacht werden!

Niederlassung als Arzt

Eine Teilzulassung kann übrigens auch genutzt werden, um gleichzeitig in Krankenhaus und Praxis angestellt zu sein und somit das Beste aus zwei Welten zu genießen. Die Arbeitszeitgesetze müssen eingehalten werden, abgesehen davon sind die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung durchlässiger geworden.

Dauer der ärtzlichen Tätigkeit

Wer sich heutzutage um einen Vertragsarztsitz bewirbt, muss als eines der Bewerbungskriterien die gesamte Dauer seiner ärztlichen Tätigkeit angeben. Um alle Bewerber gleichzustellen, wird für diejenigen, die ihre ärztliche Tätigkeit zur Kindererziehung oder zur Pflege von Angehörigen unterbrochen haben, die Gesamtdauer ihrer ärztlichen Tätigkeit fiktiv um die „verpasste“ Zeit verlängert. Somit will man besonders Frauen den Weg in die Niederlassung ebnen.

Der Standort

Bei der Antragstellung muss eine Praxisadresse angegeben werden. Übernimmt man eine bestehende Praxis, wird einfach diese Adresse angegeben. Wenn man aber neu gründet, muss man sich an die Bedarfsplanung halten: Um Überversorgung in Ballungsgebieten zu vermeiden, gibt es eine Obergrenze von Ärzten einzelner Fachrichtungen pro Einwohnerzahl.

Auskünfte über Zulassungsbeschränkungen liefern die Praxisberater der Kassenärztlichen Vereinigung. Gegebenenfalls muss mit dem Praxisstandort in ein anderes Gebiet ausgewichen werden. Hier gibt es jedoch eine positive Entwicklung: Seit einiger Zeit ist die Residenzpflicht aufgehoben, das heißt dass der Wohnort des Arztes nicht mehr an den Standort seiner Praxis gebunden ist.  Ausnahmen bestätigen aber die Regel: Es gibt auch Sonderbedarfszulassungen, Belegarztzulassungen oder befristete Zulassungen. Bei bestehender Zulassungsbeschränkung sollte man diese Schlagworte mit der KV diskutieren!

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung findet ihr die Kontaktadressen aller Kassenärztlichen Vereinigungen Deutschlands.

Und nun viel Erfolg beim Weg in die Niederlassung!

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