
Was verdient ein angestellter Arzt für Neurochirurgie in einer Klinik? Welches Gehalt ist in den jeweiligen Tarifverträgen für Neurochirurgen festgesetzt? Mit welchen Zuschlägen können sie rechnen? Inwieweit unterscheidet sich das Durchschnittsgehalt angestellter Fachärzte von den Neurochirurgen mit eigener Praxis? Ein kurzer Überblick über die Gehaltsmöglichkeiten dieser Spezialisten des Nervensystems.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
• Das Gehalt von Neurochirurgen hängt vor allem von Position (Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt, Leitender Oberarzt, Chefarzt), Berufserfahrung und Tarifvertrag ab.
• In Kliniken richtet sich das Einkommen meist nach TV-Ärzte TdL, TV-Ärzte VKA, TVöD-Bund oder Haustarifen privater Klinikträger wie Helios, Sana, Asklepios oder KMG.
• Bereitschafts-, Ruf-, Nacht- und Feiertagsdienste können das tarifliche Grundgehalt eines Neurochirurgen um bis zu rund 40 % erhöhen.
• Leitende Oberärzte und Chefärzte vereinbaren häufig außertarifliche Verträge und können dadurch ein deutlich höheres Bruttogehalt erzielen.
• Niedergelassene Neurochirurgen erzielen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt einen Reinertrag von etwa 286.000 Euro brutto pro Jahr und liegen damit im mittleren Bereich des fachärztlichen Einkommensspektrums.
Wovon hängt das Gehalt eines Neurochirurgen ab?
Das Gehalt angestellter Neurochirurgen in Kliniken richtet sich in der Regel nach zwei Faktoren – der Position, die er innehat und der beruflichen Erfahrung. Ein Chefarzt der Neurochirurgie verdient somit mehr als ein Ober- oder Assistenzarzt in der Neurochirurgie. Dies regeln die Tarifverträge.
Regelung über Tarifverträge
Darüber hinaus ist auch der jeweilige Tarifvertrag für die Höhe des Einkommens entscheidend. Es gibt verschiedene Tarifverträge an Kliniken:
- der TV Ärzte TdL (Tarifvertrag der Länder) für Ärzte und Ärztinnen an Universitätskliniken
- der TV Ärzte VKA (Tarifvertrag der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) für Beschäftigte kommunaler Krankenhäuser
- Tarifverträge privater Krankenhäuser wie:
Darüber hinaus werden nach Tarifvertrag TVöD-Bund angestellte Ärzte im öffentlichen Dienst bezahlt, die nicht in Unikliniken oder kommunalen Einrichtungen tätig sind, sondern beispielsweise in der Patientenversorgung einer JVA. Hinzu kommen an Tarifverträge angelehnte Arbeitsvertragsrichtlinien von konfessionellen Trägern:
Während das Gehalt für die Positionen Assistenzarzt und Fachärzte tariflich klar geregelt ist, kommt es bei Leitenden Oberärzten und Chefärzten auch zu außertariflichen Verträgen. Wer gutes Verhandlungsgeschick mitbringt, kann auf dieser Ebene mit einem höheren Bruttogehalt rechnen.
Gehalt Neurochirurg – Zuschläge
Zusätzlich zum vertraglich geregelten Basisgehalt kann der Facharzt für Neurochirurgie durch Bereitschafts- und Rufdienste das Einkommen in seinem Job erhöhen. Bis zu 40 Prozent mehr Bruttogehalt sind durchaus möglich, abhängig von der Leistungsstruktur und Größe der Klinik. Außerdem kann der Neurochirurg sein Basisgehalt durch Zuschläge für Feiertagsdienste und Nachtschichten aufstocken.
Gehalt Neurochirurg – Zusatzleistungen
Die Art und Höhe der Zusatzleistungen, die der Neurochirurg erhalten kann, variieren je nach Arbeitgeber. Ergänzende Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge und Entgeltumwandlung sind daher auch wenig transparent aufgeführt. Außerdem können vertragliche Ansprüche auf Sonderzahlungen und Umsatzbeteiligungen geregelt werden.
Neurochirurg – Gehalt in Kliniken
Tarifverträge für Ärzte werden jährlich neu verhandelt und angepasst. Da das Fachgebiet der Neurochirurgie ein relativ kleiner Bereich ist, lassen sich nur schwer genaue und spezielle Zahlen über den Verdienst der Fachärzte für Neurochirurgie finden. Doch die Tarifstruktur im öffentlichen Dienst ermöglicht einen Überblick.
Neurochirurgen-Gehalt nach Tarifvertrag TV-Ärzte TdL
Der Tarifvertrag für Universitätsärzte ist in vier Entgeltgruppen und Stufen gegliedert – von A1 Assistenzärzte bis A4 Leitende Oberärzte. Stufe 1 stellt dabei das erste Berufsjahr dar.
Laut der aktuellen Entgelttabelle verdient man im ersten Jahr folgendes monatliches Bruttogehalt in der jeweiligen Position:
- Assistenzarzt: 5.792,90 €
- Facharzt: 7.645,72 €
- Oberarzt: 9.576,69 €
- Chefarzt-Vertreter: 11.265,33 €
Die Gehälter der Ärzte steigen mit mehr Berufserfahrung. So kommen Fachärzte beispielsweise im vierten Beschäftigungsjahr auf ein monatliches Bruttogehalt von 8.286,77 €, Oberärzte auf 10.139,57 € und Chefärzte liegen bei 12.070,52 € Euro.
Neurochirurgen-Gehalt nach Tarifvertrag TV-Ärzte VKA
Dieser Tarifvertrag gilt in kommunalen Krankenhäusern. Die aktuellen Zahlen gelten seit dem 01. Juni 2026. Die Zuordnungen zu den Entgeltgruppen ähneln den Tarifverträgen der Unikliniken.
Ein Assistenzarzt mit einjähriger Berufserfahrung erhalten gemäß Tätigkeitsgruppe 1 etwa 5.722,05 € monatliches Bruttogehalt. Fachärzte in Tätigkeitsgruppe 2 verdienen um die 7.552,19 €, in Tätigkeitsgruppe 3 sind es etwa 9.459,56 € und in Stufe 4, der Position eines leitenden Oberarztes, verdient man 11.127,50 €.
Gehalt nach TVöD-Bund
Für Neurochirurgen mit Jobs im öffentlichen Dienst, die aber nicht in Unikliniken und kommunalen Einrichtungen arbeiten, gilt der TVöD-Bund. Beide werden von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder verhandelt. Nach TVöD-Bund (Stand 2026) verdient ein Assistenzarzt im ersten Berufsjahr rund 5.298,27 €. Ab fünfjähriger Ausübung ihrer Berufe werden Fachärzte mit einem monatlichen Bruttogehalt von etwa 7.151,57 € entlohnt.
Gehalt Neurochirurg — Tarifverträge privater Kliniken
Private Klinik-Verbünde wie HELIOS, Sana, Rhön, Asklepios und KMG haben ihre eigenen Tarifverträge. Die Gehälter von Neurochirurgen bewegen sich dort in einem ähnlichen Rahmen. So verdient ein Facharzt für Neurochirurgie in einer HELIOS-Klinik zum Beispiel ein Bruttogehalt von 7.534,54 € im ersten Jahr. In anderen privaten Einrichtungen liegt das Gehalt im ersten Jahr bei rund 7.100 Euro bis 7.300 Euro.
Ein Assistenzarzt verdient bei HELIOS etwa 5.842,13 € bis 6.889,46 €, ein Oberarzt etwa 9.616,00 € bis 10.414,29 €, abhängig vom Berufsjahr.
Gehalt eines Neurochirurgen mit eigener Praxis
Wie in anderen Fachbereichen ist eine Anstellung in einer Klinik nicht die einzige Option für einen Facharzt für Neurochirurgie. Man kann sich zum Beispiel als Neurochirurg mit einer eigenen Praxis oder in einer Gemeinschaftspraxis niederlassen.
Tatsächlicher Verdienst abhängig von vielen Faktoren
Die tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten von Ärzten mit eigener Praxis hängen auch bei einem niedergelassenen Facharzt der Neurochirurgie von verschieden Einflussgrößen ab. Die Höhe des Gehalts variiert vor allem in Abhängigkeit des Standortes. Dabei spielt neben dem Bundesland auch der Faktor Großstadt oder Kleinstadt eine Rolle. Auch die Größe der Praxis, damit einhergehende Fixkosten, Standort und die Zahl der Patienten machen Unterschiede bzgl. des zu erwartenden Gehalts.
Laut statistischem Bundesamt (2023) beträgt der durchschnittliche Reinertrag einer Kassenpraxis in der Neurochirurgie 286.000 Euro brutto im Jahr.
Somit ist das Bruttogehalt des Facharztes zwar nicht so hoch wie zum Beispiel das Gehalt eines Radiologen, eines niedergelassenen Augenarztes oder Orthopäden, jedoch befinden sich Neurochirurgen im mittleren Bereich des Gehaltsspektrum.
Weitere Arzt Gehälter und Stellenangebote
Weitere Informationen für Ärzte und Ärztinnen wie z. B. einen Überblick zu Gehältern von Chirurgen oder dem Einkommen von Honorarärzten sowie Jobs für Neurochirurgen und weitere Stellenangebote finden sich im Karrierebereich von praktischArzt.
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Häufige Fragen zum Neurochirurgen-Gehalt
- Wovon hängt das Gehalt eines Neurochirurgen in Deutschland ab?
- Wie unterscheiden sich die Gehälter von angestellten und niedergelassenen Neurochirurgen?
- Welche Rolle spielen Zuschläge und Zusatzleistungen beim Neurochirurgie-Gehalt?
Das Einkommen eines Neurochirurgen wird primär durch die berufliche Position (Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt, Leitender Oberarzt, Chefarzt), die Berufserfahrung, den zugrunde liegenden Tarifvertrag (z.B. TV-Ärzte TdL, TV-Ärzte VKA, TVöD-Bund oder Haustarif privater Kliniken) sowie Zusatzleistungen wie Dienste, Zulagen und variable Vergütungsbestandteile bestimmt.
Angestellte Neurochirurgen in Kliniken werden überwiegend nach Tarif bezahlt und steigern ihr Einkommen vor allem über Berufserfahrung und Dienstzuschläge, während niedergelassene Neurochirurgen über Praxisumsatz und -kosten verdienen; der durchschnittliche Reinertrag einer neurochirurgischen Kassenpraxis liegt bei rund 286.000 Euro brutto pro Jahr, kann je nach Standort, Praxisgröße und Patientenzahl aber deutlich abweichen.
Bereitschafts- und Rufdienste, Nacht- und Feiertagsdienste können das Grundgehalt eines Facharztes für Neurochirurgie um bis zu etwa 40 % erhöhen, zusätzlich können betriebliche Altersvorsorge, Entgeltumwandlung, Sonderzahlungen sowie vertraglich vereinbarte Umsatzbeteiligungen und außertarifliche Komponenten das Gesamtgehalt spürbar steigern.












