
Ein wesentlicher Teil der Patientenversorgung spielt sich auf den Bettenstationen ab. Die zunehmende Ökonomisierung im Gesundheitssektor und Ereignisse wie die Coronapandemie beeinflussen die Arbeit des Pflegepersonals und die Mitarbeiterzufriedenheit in Krankenhäusern erheblich. Eine gute Stationsorganisation steigert fehlende Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit bevor diese ein Problem darstellen.
Inhaltsverzeichnis
Warum Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit ein Problem sind
Mit Beginn der Coronapandemie stand das Gesundheitssystem plötzlich vor großen Herausforderungen. Ärzte und Pflegekräfte mussten die tägliche Betreuung von schwer kranken Patienten bewältigen. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung wanderten viele Pflegekräfte und auch Ärzte in alternative Berufsfelder ab. Das verbleibende Stationspersonal musste den zunehmenden Personalmangel ausgleichen, der auch heute noch eine große Rolle spielt.
Zusätzlich führt das 2003 eingeführte DRG-Vergütungssystem zu Unzufriedenheit und sinkender Motivation der Stationsmitarbeiter. Kliniken erhalten für die Therapie von Krankheiten mit ähnlichen Diagnosen unabhängig von der Verweildauer des Patienten die gleiche Fallkostenpauschale. Daher stehen die Steigerung der Patientenzahl und schnelle Entlassungen im Vordergrund, was die Arbeitsbelastung des Stationspersonals erhöht. Eine gute Organisation der Stationsarbeit und -abläufe ist unerlässlich, um das Personal dauerhaft zu motivieren.
Faktoren der Unzufriedenheit des Stationspersonals
Die Unzufriedenheit des Personals auf Krankenhausstationen liegt neben den eingangs genannten Gründen zumeist in den folgenden Faktoren begründet.
Hohe Arbeitsbelastung durch Personalmangel und Nichteinhaltung der Regelarbeitszeit
Der bestehende Fachkräftemangel im Pflegebereich führt dazu, dass anfallende Aufgaben mit einem geringeren Personalbestand bewältigt werden müssen. Dies bedeutet eine höhere Arbeitsbelastung für die verfügbaren Mitarbeiter und oft eine Überschreitung der Regelarbeitszeit.
Fehlende Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Ärzten
Das steigende Arbeitspensum betrifft auch das ärztliche Personal. Stationsärzte haben immer seltener die Möglichkeit, Arbeiten und Abläufe wie Visiten, Verbandswechsel oder Blutentnahmen täglich zur gleichen Zeit durchzuführen oder dem Pflegepersonal bestimmte Anordnungen rechtzeitig zu kommunizieren. Dies führt zu unvollständiger Informationsübermittlung und schlimmstenfalls zu fehlerhafter Behandlung der Patienten.
Unterbrechung der Arbeitsabläufe durch Visiten und ärztliche Maßnahmen
Wenn die tägliche Visite von Seiten der Ärzte aufgrund paralleler ärztlicher Verpflichtungen nicht immer zur gleichen Zeit stattfinden kann, muss diese häufig spontan während freier Zeitfenster eingeplant werden. Da das Pflegepersonal üblicherweise an den Visiten teilnimmt, um Umstellungen der Medikation vorzunehmen oder bestimmte Maßnahmen vorzubereiten, müssen pflegerische Tätigkeiten durch eine spontan einberufene ärztliche Visite unterbrochen werden.
Fehlende Absprachen beim Aufnahme- und Entlassungsmanagement
Jede Station hat ihre eigene Kapazität von Patientenbetten. Wenn eine Fachabteilung vollständig belegt ist, verlegt man Patienten zur Überwachung auf fachfremde Abteilungen, wo die behandelnden Ärzte sie täglich visitieren. Alle pflegerischen Aufgaben im Zusammenhang mit Aufnahme und Entlassung müssen vom jeweiligen Stationspersonal übernommen werden. Fehlende Absprachen zwischen den Stationen oder dem zentralen Bettenmanagement steigern die Unzufriedenheit der Mitarbeiter durch fehlende Möglichkeit der internen Planung der Abläufe.
Lösungsansätze
Selbstverständlich können nicht alle die Mitarbeiterzufriedenheit negativ beeinflussenden Faktoren von heute auf morgen beseitigt werden. Es lässt sich jedoch eine Entlastung des Pflegepersonals und eine Steigerung der Mitarbeitermotivation unter Berücksichtigung der folgenden Maßnahmen zur Stationsorganisation erreichen.
- Möglichkeit zur Freizeitkompensation bei regelmäßiger Überschreitung der Kernarbeitszeit sicherstellen
- Kernzeiten für Visiten festlegen und einhalten
- Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegepersonal innerhalb bestimmter Zeitfenster konkret einplanen und eine telefonische Kontaktaufnahme im Notfall ermöglichen und sicherstellen
- Informationsübermittlung (Beispiel: Übergabe von Informationen zur Behandlung von Patienten, Anweisungen) nicht zwischen „Tür und Angel“ sondern ausschließlich im persönlichen Gespräch oder in schriftlicher Form
- Aufnahmen und Entlassungen mit ausreichender Vorlaufzeit ankündigen und einplanen, bei spontanen Änderungen des Ablaufs korrekte Kommunikationswege einhalten













