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praktischArzt Arzt & Karriere Facharztausbildung Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Zusatzbezeichnung für Ärzte: Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie
Zuletzt aktualisiert: 10.09.2025
Themen: Zusatzweiterbildung
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Deutschlandweit gibt es nach Ärztestatistik 2021 knapp 5.000 Fachärzte/-innen, die zusätzlich zu ihrer erworbenen Facharztkompetenz über die Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie verfügen. Jährlich erhalten in Deutschland rund 500.000 Menschen die ernüchternde Diagnose eines Tumors. Aufgrund des Fortschrittes innerhalb der medikamentösen Tumortherapie und in der Medizin allgemein besteht bei einer Reihe bösartiger Tumorerkrankungen mittlerweile eine gute Heilungschance. Möglich macht dies auch die Anzahl an unterschiedlichen Medikamenten, die zur Therapie von Tumorerkrankungen eingesetzt werden können. Einsatz und Verwendung sind das Zentrum der Zusatzweiterbildung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bedeutung der medikamentösen Tumortherapie
  2. Voraussetzungen zur Zusatzweiterbildung
  3. Dauer der Zusatzweiterbildung
  4. Inhalte der Zusatzweiterbildung
  5. Das Weiterbildungs-Logbuch
  6. Prüfung und Abschluss
  7. Karrieremöglichkeiten mit Zusatzbezeichnung
  8. Gehaltsperspektiven mit Zusatzweiterbildung
  9. Passende Ärztestellen finden

Medikamentöse Tumortherapie im Überblick

  • Aktuell stehen bereits über 100 Medikamente zur Verfügung, welche Zellteilung hemmen (Zytostatika).
  • Karzinome machen rund 80 % sämtlicher bösartiger Tumorerkrankungen aus.
  • Die häufigste Tumorerkrankung bei Männern ist Prostatakrebs, bei Frauen ist es Brustkrebs.
  • Bei Männern rangiert Prostatakrebs unangefochten an erster Stelle (rund 65.000). Tumore im Bereich des Darms und der Lunge auf folgen auf Platz 2 und 3.

Medikamentöse Tumortherapie – Bedeutung für die Medizin

Im Rahmen der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie spezialisieren sich Fachärzte/-innen einschlägiger Fachgebiete auf die Therapie und Überwachung, sowie die Nachsorge medikamentös verabreichter Therapieformen solider Tumorerkrankungen, welche sich innerhalb eines Organs (örtlich begrenzt) festgesetzt haben.

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Tumore, die sich in allen Körpergeweben entwickeln können, bedarf es von Patient/in zu Patient/in individuell entwickelte, maßgeschneiderte Therapieformen. Hierin besteht die Verantwortung eines/-r Facharztes/-ärztin mit der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie, über die effektivste Therapieform für Patienten/-innen mit einer diagnostizierten Tumorerkrankung zu entscheiden. Ebenso in deren Verantwortungsbereich liegt das Ergreifen entgegenwirkender Maßnahmen beim Auftreten von Komplikationen während der Behandlung.

Nicht alle Krebszellen reagieren in gleicher Art und Weise auf ein Medikament. Während Krebszellen auf ein Medikament gut ansprechen, kann die erhoffte Wirkung beim Einsatz eines anderen Medikaments aufgrund erworbener Resistenzen fast zur Gänze ausbleiben. Hier erfordert es tiefgründiges Fachwissen und Expertise der Fachärzte/-innen mit Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie, um über eine geeignete medikamentöse Therapieform zu entscheiden. Die Medikation, die sowohl oral in Form von Tabletten als auch intravenös mittels Infusionslösung verabreicht werden kann, dient in erster Linie dazu, das schnell voranschreitende Zellwachstum der Tumorzellen zu hemmen oder zu stoppen. Aus diesem Grund machen Zytostatika (Cyto = Zelle, Statik = stehen) den Hauptanteil der medikamentösen Therapieformen aus.

Nebenwirkungen sind ein recht häufig auftretendes Phänomen im Laufe einer medikamentösen Tumortherapie, weshalb es im Laufe der Behandlung in einigen Fällen zu einer Umstellung hin zu einer besser verträglichen Therapieform (z. B. Einsatz einer anderen Medikation) kommt.
Ebenso wichtig ist zudem die genau Dokumentation der vorgenommenen Applikationen. Die Unterlagen der medikamentösen Tumortherapie sind dauerhaft mit den jeweiligen Krankenunterlagen zu archivieren.

Voraussetzungen für die Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Zum Erwerb der  Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie muss eine fachärztliche Ausbildung in einem der folgenden Gebiete der Medizin erfolgt sein (gemäß § 11 MWBO):

  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Allgemeine Chirurgie
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Innere Medizin
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Neurochirurgie
  • Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Neurologie

Die Verantwortung für die Weiterbildungen trägt die jeweilige Landesärztekammer. Die speziellen Rahmenbedingungen können sich unterscheiden. Eine individuelle Anfrage ist daher angeraten.

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Dauer der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Die Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie umfasst einen Zeitraum von 12 Monaten. Gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Muster-Weiterbildungsordnung hat diese Zusatzausbildung an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte (von der jeweiligen Ärztekammer befugt) zu erfolgen.

Inhalte der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Innerhalb der Weiterbildungsordnung wird zwischen folgenden Kompetenzen unterschieden:

  • Kognitive Kompetenzen & Methodenkompetenzen (Kenntnisse)
  • Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten)

Die Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie enthält folgende Inhalte (Werte in Klammern dienen als Richtwerte; insgesamt sind die Informationen der Muster-Weiterbildungsordnung als Richtinformation zu sehen, da die zuständigen Landesärztekammern in der jeweiligen Weiterbildung davon abweichen können).

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

  • Interdisziplinäre Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen, interventionellen und nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
  • Regelmäßige Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen, davon Falldarstellungen (Richtzahl 20)

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Tumortherapie

  • Pharmakologie und Wirkungsweise medikamentöser Tumortherapie
  • Indikationsstellung zur medikamentösen Tumortherapie unter Berücksichtigung von Komorbiditäten
  • Planung und Überwachung der medikamentösen Therapie bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes einschließlich der Prävention, Erkennung und Behandlung spezifischer Nebenwirkungen von Tumortherapeutika
  • Medikamentöse Therapie bei Patienten mit Tumoren des Fachgebietes in Behandlungsfällen (Richtzahl 100), davon
    • zytostatisch
    • zielgerichtet
    • immunmodulatorisch
    • antihormonell
  • Aspekte der Nachsorge bei medikamentöser Tumortherapie

Supportivtherapie

  • Grundlagen der Supportivtherapie und Rehabilitation bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes
  • Prophylaktische und interventionelle Supportivtherapie, insbesondere Antiemese, Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung, Infektionsprophylaxe und Therapie von Infektionen, Antikoagulation

Das Logbuch in der Weiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Das sogenannte Logbuch ist integraler Bestandteil während der Facharztausbildung und ebenso während einer Weiterbildung. Es dient der Dokumentation der für die Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie vorgeschriebenen Inhalte (gemäß Weiterbildungsordnung). Neben den erworbenen Weiterbildungsinhalten werden im Logbuch des Weiteren die erbrachten Richtzahlen (Leistungszahlen) vermerkt. Ein Muster-Logbuch der Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie kann bei der Bundesärztekammern heruntergeladen werden. Registrierung und Anmeldung zum eLogbuch, der digitalen Version, ist über die Portale der Landesärztekammern möglich.

Prüfung und Abschluss der Weiterbildung

Für die Anmeldung zur Prüfung muss das vollständig ausgefüllte Logbuch bei der jeweils zuständigen Ärztekammer vorgelegt werden.
Bei dieser Institution wird in Folge auch die Prüfung abgelegt. Hierbei handelt es sich, wie schon im Zuge der zuvor abgeschlossenen Facharztprüfung, um eine kommissionelle, mündliche Prüfung. Die Kommission prüft die Kandidaten/-innen sowohl über theoretische als auch über das praktisch erworbene Wissen anhand von Fallbeispielen. Wurde die kommissionelle Prüfung bestanden, sind Absolventen/-innen befähigt, die Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie zu tragen.

Karrieremöglichkeiten mit Zusatzbezeichnung

Die Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie erfolgt als Ergänzung zu einer bereits erworbenen Facharztkompetenz. Experten/-innen mit dieser Zusatzbezeichnung sind meist an Kliniken mit onkologischen Abteilungen beschäftigt und betreuen dort, neben ihrer fachspezifischen Behandlungen, Patienten/-innen, die an einem Tumor leiden. Auch möglich:

Onkologische Fachpraxen: Hier können sie Patienten/-innen mit Krebserkrankungen behandeln und für sie eine individuelle medikamentöse Therapie planen und durchführen.

Forschungseinrichtungen: Ärzte/-innen mit dieser Zusatzbezeichnung können auch in Forschungseinrichtungen arbeiten, wo sie an der Entwicklung und Erprobung neuer Krebsmedikamente beteiligt sind.

Pharmaunternehmen: Einige Fachärzte/-innen mit dieser Zusatzbezeichnung arbeiten als Berater/in für Pharmaunternehmen, wo sie an der Entwicklung von Krebsmedikamenten beteiligt sind oder medizinische Fachleute und Forscher/innen bei der Arbeit mit diesen Medikamenten unterstützen.

Selbstständigkeit: Auch die Entscheidung für eine Karriere als selbstständige/r Onkologe/-in kann interessant sein, indem man eine eigene Praxis gründet oder sich als Berater/in für andere medizinische Einrichtungen engagiert.

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Gehaltsperspektiven mit Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie

Mit Stand 2023 verdienen Fachärzte/-innen im Schnitt zwischen 6.400 und 8.400 EUR brutto pro Monat. Das Entgelt richtet sich nach den jeweils zugrundeliegenden Tarifverträgen für Ärzte/-innen. (z. B. Tarifvertrag für Unikliniken, Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser, Tarifvertrag von privaten Klinikkonzernen) des Arbeitgebers. Hier ist in erster Linie der Karrierelevel als Facharzt/-ärztin und die Berufserfahrung relevant. Die Zusatzbezeichnung bewirkt im Angestelltenverhältnis keine direkten Veränderungen. Jedoch verbessern Weiterbildungen die Karrierechancen, so dass man mit Fleiß und Ausdauer mit einer Stelle als Leitende/r Arzt/Ärztin belohnt wird. Hier ist das Arzt-Gehalt deutlich höher.

Passende Ärztestellen finden

praktischArzt ist die große Jobbörse für Ärzte und Ärztinnen in Deutschland. In der Stellensuche finden sich täglich zahlreiche Assistenzarzt-Stellen sowie Jobs für Fachärzte/-innen, Oberarzt-Stellenangebote und Stellen für Chefärzte/-innen.

Häufige Fragen zu Medikamentöse Tumortherapie

  1. Was ist medikamentöse Tumortherapie?
  2. Fachärzte/-innen mit abgeschlossener Zusatzweiterbildung Medikamentöse Tumortherapie behandeln Patienten/-innen, die an einem Tumor leiden. Dabei hängt die Art der medikamentösen Behandlung (z. B. oral verabreicht oder mittels Infusion) von der Art des Tumors, sowie der körperlichen Verfassung des/-r Patienten/-in ab. Ziel der maßgeschneiderten Behandlung ist es, das Tumorwachstum zu hemmen oder dieses gänzlich zu stoppen.

  3. Wie erhält man die Zusatzbezeichnung medikamentöse Tumortherapie?
  4. Voraussetzung, um die Zusatzweiterbildung medikamentöse Tumortherapie machen zu können, ist eine abgeschlossene Facharztausbildung innerhalb bestimmter, medizinischer Fachgebiete. Um diese Zusatzbezeichnung zu bekommen, muss eine spezifische Zusatz-Weiterbildung im Umfang von 12 Monaten absolviert werden.

  5. Wie lange dauert die Zusatzweiterbildung medikamentöse Tumortherapie?
  6. Die Dauer der Zusatzweiterbildung medikamentöse Tumortherapie beansprucht einen Zeitumfang von 12 Monaten und muss an einer durch die Ärztekammer befugten Weiterbildungsstätte (Gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Weiterbildungsordnung) gemacht werden.

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