Zusatz Weiterbildung Krankenhaushygiene

Weiterbildung Krankenhaushygiene: Voraussetzungen, Inhalte, Dauer und Stellenbeschreibung der Zusatzausbildung

Die Geschichte der Krankenhaushygiene reicht weit zurück. Und auch wenn sie bisweilen von Ärzten als unwichtig abgetan wird, haben ihre Forschungserfolge einen Meilenstein in der medizinischen Versorgung erreicht. Vor der 18. Jahrhundert war es noch undenkbar, dass sich Ärzte vor operativen Eingriffen die Hände waschen. Die ersten Hygienebeauftragten haben es sich mit dieser Anweisung sicher nicht leicht gemacht, aber eine deutlich reduzierte Sterblichkeit unter den Frauen nach einer Entbindung gehörten zu ihren Erfolgen.

Auch heute noch gehören im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Infektionen zum medizinischen Arbeitsalltag. Auch die Relevanz multiresistenter Keime ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es gehört zur Aufgabe der Ärzte mit einer Weiterbildung in Krankenhaushygiene und den Hygienebeauftragten dies möglichst zu unterbinden und ein sicheres Behandlungsumfeld für die Patienten zu garantieren.

Inhalt:

Voraussetzungen und Dauer der Weiterbildung Krankenhaushygiene

Um sich für die Weiterbildung Krankenhaushygiene zu qualifizieren muss eine abgeschlossene Facharztausbildung aus dem Bereich der unmittelbaren Patientenversorgung vorliegen.

Im Anschluss an die Facharztausbildung erfolgt eine 200 Stunden Kurs-Weiterbildung in Krankenhaushygiene. Davon entfallen 40 Stunden auf den Grundkurs und 160 Stunden auf einen Aufbaukurs. Die gesamte Kurs-Weiterbildung kann durch 12 Monate praktische Weiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten ersetzt werden. Sie sind über die jeweiligen Landesärztekammmern zu finden.

Weiterbildungsinhalte Krankenhaushygiene

Der 200 Stunden Kurs besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Anteil.

Der theoretische Anteil beinhaltet unter anderem folgende Bestandteile:

  • Kenntnisse über Hygiene und Infektionsprävention in Krankenhäusern und Praxen
  • hygienisches Qualitätsmanagement
  • grundlegendes Wissen zur Hygiene von Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen, technischen Geräten, der Wasserversorgung und Raumlufttechnik
  • Vorbeugung und Epidemiologie infektiöser Krankheiten
  • nosokomiale Infektionen

Im praktischen Anteil sollen folgende Handlungskompetenzen erworben werden:

  • Erstellung von Hygieneplänen und deren Umsetzung
  • Beratung zur Infektionsverhütung, -erkennung und -bekämpfung
  • Überwachung der Desinfektion
  • Ermittlung eines Risikoprofils für nosokomiale Infektionen
  • Bewertung der Antibiotikaverbrauchsdaten
  • Hygienische Beratung bei Bau- und Umbaumaßnahmen

Zusätzlich müssen einige praktischen Aufgaben zu einer bestimmten Anzahl nachgewiesen werden:

  • 5 Interventionen zur Reduktion nosokomialer Infektionen
  • 50 Beratungen zum Umgang mit multiresistenten Erregern
  • 4 hygienische Inspektionen im OP-Trakt und Untersuchungsräumen
  • 2 hygienische Inspektionen auf Pflegestationen
  • 2 hygienische Inspektionen in Versorgungsbereichen (Küche, Wäscheversorgung)
  • 20 Schulungen für ärztliche Mitarbeiter und die Pflege
  • 3 Mitwirkungen bei der Durchführung eines Ausbruchsmanagement von Erregern

Stellenbeschreibung

Jedes Krankenhaus erfordert mindestens einen hygienebeauftragten Arzt. In größeren Häusern mit mehreren Abteilungen sollte jeder Bereich mindestens einen Hygienebeauftragten ernennen. Dabei sollte der Hygienebeauftragte Arzt möglichst in dem gewählten Fachbereich auch Facharzt sein. Eine Weiterbildung in der Krankenhaushygiene kann demnach eine zusätzliche Chance auf einen Arbeitsplatz bedeuten.

Die Weiterbildung Krankhaushygiene ist für alle Ärzte attraktiv, die neben der Patientenversorgung noch weitere Aufgaben übernehmen möchten und Abwechslung in ihren Arbeitsalltag integrieren wollen. Anstelle eines erhöhten Arbeitsaufwands wird der Hygienebeauftragte Arzt stundenweise von seiner ärztlichen Tätigkeit freigestellt, um den Aufgaben des Hygienebeauftragten nachzugehen.

Facharztausbildung und Facharztprüfung

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