Zusatz Weiterbildung Betriebsmedizin

Weiterbildung Betriebsmedizin: Voraussetzungen, Inhalte, Dauer und Stellenangebote der Zusatzausbildung

Die Zusatzweiterbildung Betriebsmedizin bietet neben der Facharztausbildung Arbeitsmedizin einen Weg in die Welt der medizinischen Welt am Arbeitsplatz. Aufgrund des hohen Bedarfs an Arbeitsmedizinern, wurde auch nach der Einführung des Facharztes für Arbeitsmedizin, die Zusatzweiterbildung Betriebsmedizin beibehalten. Während die Facharztausbildung mehrere Jahre in Anspruch nimmt, kann die Weiterbildung auch im Anschluss an eine andere Facharztausbildung, innerhalb etwa eines Jahres erfolgen. Hierdurch steht auch Ärzten anderer Fachrichtungen ein einfacher Weg in die Arbeitsmedizin offen. Das Fach ist für alle geeignet, die dem stressigen Klinik- und Praxisalltag den Rücken zukehren möchten und stattdessen präventive Arbeit mit festen Arbeitszeiten vorziehen.

Inhalt

Voraussetzungen Weiterbildung Betriebsmedizin

Für die Weiterbildung Betriebsmedizin muss nach Angaben des Bundesärztekammer mindestens eine abgeschlossene Facharztausbildung in einem Fach der unmittelbaren Patientenversorgung vorliegen. Diese Vorgaben können jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. In Bayern ist beispielsweise nur eine 24-monatige klinische Tätigkeit erforderlich. Daher macht es Sinn, sich im Vorfeld bei der zuständigen Landesärztekammer zu erkundigen.

Während der Weiterbildung muss folgendes geleistet werden:

  • 360 Stunden Kurs-Weiterbildung in Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin, die auch berufsbegleitend belegt werden können
  • 1200 Stunden betriebsärztliche Tätigkeiten oder wahlweise 9 Monate Vollzeit Weiterbildung an einer befugten Weiterbildungsstätte

Weiterbildungsinhalte Betriebsmedizin

Die Weiterbildungsinhalte werden sowohl theoretisch im Kurs als auch praktisch während der Weiterbildungszeit vermittelt. Sie teilen sich auf in Grundlagen, Arbeitsmedizinische Diagnostik, Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention, Arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufserkrankungen, Arbeitstoxikologie, Arbeit und psychische Gesundheit und Betriebliches Gesundheitsmanagement. Folgende Inhalte werden dabei beispielsweise thematisiert:

Grundlagen:

  • Gesetze, Verordnungen, Regeln und Empfehlungen (Arbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheitsgesetz, Verordnungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und Präventionsgesetz)
  • Betriebliche Organisationsstrukturen und Ablaufprozesse
  • Beratung von Arbeitgebern und Beschäftigten
  • spezielle Konzepte der Arbeitsmedizin (Belastungs-Beanspruchungs-Konzept und Dosis-Wirkungs-Beziehungen)
  • Grundlagen der Sozialmedizin, Reise-, Tropen- und Flugmedizin

Arbeitsmedizinische Diagnostik:

  • Berufsanamnese
  • Untersuchungen zur Bewertung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit (inklusive physische und psychische Leistungsfähigkeit) durch: Lungenfunktionsprüfung, Ergometrie und Untersuchungen des Hör- und Sehvermögens
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation radiologischer Untersuchungen

Primärprävention:

  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Ergonomie
  • Arbeitshygiene
  • Unfallprävention
  • Betriebs- und Arbeitsplatzbegehungen und -beurteilungen
  • Beratung zu Maßnahmen der Prävention
  • Pandemieplanung im Betrieb
  • Infektionsprophylaxe
  • Organisation der Ersten Hilfe

Sekundärprävention:

  • Früherkennungsuntersuchungen (bei Risikofaktoren)
  • Vorsorgeuntersuchungen gemäß Verordnung
  • Eignungsuntersuchungen und -beurteilungen

Tertiärprävention:

  • Beratung zum betrieblichen Eingliederungsmanagement
  • Beratung zur Arbeitsplatzgestaltung bei Beschäftigten mit chronischen Erkrankungen
  • medizinische, arbeitsplatzbezogene, betriebliche und soziale Rehabilitation

Arbeitsbedingte- und Berufserkrankungen gemäß SGB VII:

  • durch chemische Einwirkungen
  • durch physikalische Einwirkungen
  • Infektionskrankheiten und Tropenkrankheiten
  • Atemwegserkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Volkskrankheiten (Allergien, Diabetes, etc.)

Arbeitstoxikologie:

  • Grundlagen der Kanzerogenese (der Entstehung von Krebs)
  • Biomonitoring am Arbeitsplatz (die Beurteilung der Belastung durch Schadstoffe)
  • Beratung beim Umgang mit Gefahrstoffen

Arbeit und psychische Gesundheit

  • psychische und psychosomatische Krankheitsbilder
  • betriebliches Konflikt- und Stressmanagement
  • Beratung und Begleitung betrieblicher Suchtprävention
  • Auswirkungen kultureller Faktoren auf die Arbeit und Gesundheit

Betriebliches Gesundheitsmanagement

  • Grundsätze der Salutogenese (Entstehung von Gesundheit; Gegenteil der Pathogenese) und gesunder Führung
  • Koordination von Präventionsdienstleistern im Betrieb

Weiterbildungsstellen und Stellenangebote

Die Weiterbildung Betriebsmedizin bietet hervorragende Zukunftsaussichten. Deutschlandweit herrscht ein Mangel an Betriebsmedizinern und je nach vorheriger Facharztausbildung, können unterschiedliche Schwerpunkte bei der Wahl der Unternehmen gesetzt werden. So eignet sich beispielsweise ein ausgebildeter Psychiater eher für einen Arbeitsbereich mit viel psychologischer Anforderung, während ein Orthopäde in einen Betrieb passt, der seine Mitarbeiter körperlich sehr fordert. Neben der direkten Arbeit in einem Unternehmen gibt es auch in Gesundheitszentren und Gesundheitsämtern viele Stellen für Arbeitsmediziner. Hier kommt ihr direkt zu den passenden Stellenangeboten auf praktischArzt.

Passende Jobs in der Betriebsmedizin

praktischArzt ist die große Jobbörse für Ärzte in Deutschland. In der Stellensuche sind täglich zahlreiche Betriebsmedizin Stellenangebote für Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt und Chefarzt gelistet.

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