Zusatz Weiterbildung Allergologie

Weiterbildung Allergologie: Voraussetzungen, Inhalte, Dauer und Stellenbeschreibung der Zusatzausbildung

Mindestens ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland leidet an einer Allergie und in den letzten Jahren kamen immer mehr hinzu. Welche Ursache für die Zunahme der allergischen Krankheiten verantwortlich ist, wurde bislang noch nicht geklärt. Allerdings scheint der „westliche“ Lebensstil einen großen Einfluss zu haben. Um den Anforderungen der Volkskrankheit Allergie gerecht zu werden, gibt es die Zusatzausbildung Allergologie für ausgebildete Fachärzte. Sie eignet sich hauptsächlich für Allgemeinmediziner, Internisten, Dermatologen, HNO-Ärzte, Kinderärzte und Lungenfachärzte. In anderen Ländern wie Frankreich und der Schweiz ist die Allergologie sogar eine eigene Facharztweiterbildung.

Inhalt:

Weiterbildung und Dauer Allergologie

Die Voraussetzungen für die Weiterbildung Allergologie sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Lange Zeit war ein Praxisanteil von mindestens 18 Monaten erforderlich. Dies soll jedoch durch eine rein berufsbegleitende Weiterbildung in Kursform ersetzt werden.

In jedem Fall wird eine abgeschlossene Facharztausbildung benötigt und im Anschluss an die Weiterbildung ist eine Prüfung erforderlich.

Weiterbildungsinhalte Allergologie

Die Inhalte der Weiterbildung Allergologie sind sehr umfangreich und beinhalten das Hintergrundwissen und praktische Handlungskompetenzen. Sie teilen sich folgendermaßen auf:

Hintergrundwissen zur Allergologie:

  • immunologische und allergologische Grundlagen
  • Immundefekte und Regulationsstörungen
  • Immuntoleranz und Autoimmunität
  • Epidemiologie allergischer Erkrankungen
  • Allergencharakterisierung und Allergenverbreitung
  • Auslöser, Symptomatik und Therapie von Pseudoallergien
  • Allergenkarenz, Allergen-Elimination und Therapieallergene-Verordnung
  • psychogene Symptome und somatopsychische Reaktionen
  • psychosoziale und berufsbedingte Aspekte

Allergologische Krankheitsbilder:

  • Symptomatik, Genetik, Differentialdiagnose, Therapieoptionen und Behandlung allergischer Erkrankungen der Atemwege, an Hals, Nasen, Ohren und Augen und an der Haut Nahrungsmittelallergien:
  • Symptomatik, Genetik, Differentialdiagnose, Therapieoptionen und Behandlung von Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten Insektengiftallergien:
  • Symptomatik, Genetik, Differentialdiagnose, Therapieoptionen und Behandlung von Insektengiftallergien

Medikamentenallergien:

  • Symptomatik, Genetik, Differentialdiagnose, Therapieoptionen und Behandlung von Medikamentenlallergien und -unverträglichkeiten

Anaphylaxie:

  • Symptomatik, Genetik, Differentialdiagnose, Therapieoptionen und Behandlung bei Anaphylaxie
  • Beratung des Patienten zum Umgang mit Notfallmedikation

Diagnostik von Allergien:

  • Prinzipien der allergologischen Diagnostik
  • Methoden zum Nachweis von Sensibilisierungen
  • Funktionstests der Lunge
  • Erhebung und Dokumentation der speziellen allergologischen Anamnese
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von serologischen und pharmakologischen in-vitro-Testverfahren (Antigen-abhängige Lymphozytenstimulation, Durchflusszytometrie, Histamin- und Leukotrinfreisetzung
  • Bestimmung von IgE Antikörpern
  • 200 Kutan- und Epikutantests bei Soforttyp- und Spättypreaktionen bei Patienten
  • 50 Indikationsstellungen und Durchführungen gebietsbezogener Provokationstests bei Patienten (nasal, bronchial, oral, parenteral)

Therapie von Allergien:

  • Prinzipien der allergologischen Therapie
  • Patientenschulungsprogramme
  • Wirkmechanismen, Vorteile, Risikofaktoren und Formen der allergen-spezifischen Immuntherapie
  • Medikamentöse und physikalische Therapie, Karenzmaßnahmen und alternative Therapieformen
  • Ernährungsberatung und Eliminationsdiäten
  • 25 Indikationsstellungen und Durchführungen einer spezifischen Immuntherapie

Prävention, arbeits- und umweltmedizinische Aspekte:

  • Einleitung von Präventationsmaßnahmen bei Risikogruppen und Erkrankten
  • Berufliche Risikofaktoren für allergische Sensibilisierung
  • Allergisch bedingte Berufskrankheiten, insbesondere des Respirationstraktes und der Haut
  • Kriterien zur Anerkennung einer allergisch bedingten Berufskrankheit
  • Toxikologie der Umweltschadstoffe
  • Umweltbedingte Risikofaktoren für allergische Sensibilisierung
  • Symptomatik und Differentialdiagnose umweltmedizinischer Erkrankungen

Stellenangebote

Viele Allergologen sind niedergelassene Facharzte und erweitern das Behandlungsspektrum ihrer Patienten durch die Weiterbildung. Es gibt jedoch auch gesamte Praxen, die nur auf die Allergologie spezialisiert sind. Durch den großen sozialen Einfluss von Allergien werden Allergologen gerne als Arbeitsmediziner oder auch als Berater in der Pharmakologie eingesetzt. Auch im stationären Bereich sind Allergologen zu finden und große Krankenhäuser haben teilweise sogar eine eigene Abteilung für die Diagnostik und Therapie allergischer Erkrankungen.

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