Zusatz Weiterbildung Akupunktur

Weiterbildung Akupunktur: Voraussetzungen, Inhalte und Dauer der Zusatzausbildung

Die Akupunktur erfreut sich größter Beliebtheit. Als alternative Heilmethode befindet sie sich an der Schnittstelle zwischen Ärzten und Heilpraktikern. Mit der Weiterbildung Akupunktur können die approbierten Ärzte nach ihrer Facharztweiterbildung die Techniken der Akupunktur erlernen und dürfen im Anschluss die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ tragen.

Als Element der traditionell chinesischen Medizin (TCM) wird die Akupunktur schon seit mehr als 2000 Jahren angewandt. Die Lehre hinter der Wirkung ist seitdem nahezu identisch geblieben. Energieflussbahnen im Körper sollen durch die gezielte Stichtechnik manipuliert werden, sodass die „Lebensenergie“ (Qi) wieder ungestört fließen kann. Erfahrungsberichte zeugen von einer guten Wirkung von Akupunktur und viele Patienten wünschen sich die Behandlung als Ergänzung zur Schulmedizin. Allerdings ist die tatsächliche Wirksamkeit weiterhin Bestandteil vieler Diskussionen und Studien.

Viele Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Akupunktur sind in einer Praxis niedergelassen. Die meisten Indikationen zu Akupunktur rechnen sie mit den Patienten privat ab. Nur für die Behandlung von chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenksarthose übernehmen die Krankenkassen die Behandlungskosten.

Inhalt

Weiterbildung und Dauer Akupunktur

Für die Weiterbildung Akupunktur muss eine Facharztausbildung aus dem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung abgeschlossen sein. Zu den Fächern der unmittelbaren Patientenversorgung zählen: Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Arbeitsmedizin, Augenheilkunde, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Humangenetik, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Radiologie, Strahlentherapie und Urologie.

Im Anschluss an die Facharztausbildung kann die 200 Stunden Kurs-Weiterbildung in Akupunktur erfolgen. Je nach Bundesland können noch weitere Qualifikationen nötig sein. Daher lohnt sich ein Blick in der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landes-Ärztekammern.

Weiterbildungsinhalte Akupunktur

Der 200 Stunden Kurs ist in einen theoretischen und einen praktischen Anteil gegliedert. Zum praktischen Anteil gehört die eigenständige Durchführung von 20 Akupunkturbehandlungen am Patienten. Hinzu kommen 60 Stunden Akupunkturbehandlung am Patienten unter Anleitung und 20 Stunden Fallseminare in mindestens fünf Sitzungen.

Der theoretische Anteil beinhaltet unter anderem folgende Bestandteile:

Übergreifende Inhalte:

  • neurophysiologische und humorale Grundlagen
  • Systematik der Leitbahnen und Theorie der Funktionskreise
  • klinische Forschungsergebnisse
  • Indikationen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen
  • Arzt-Patienten-Beziehung

Diagnostische Verfahren:

  • akupunkturzentrierte Anamnese
  • Lokalisation von Akupunkturpunkten
  • akupunkturspezifische körperliche Untersuchung
  • Syndromdiagnostik

Therapeutische Verfahren:

  • Beratung der Patienten und Indikationsstellung
  • Einbindung der Akupunktur in Behandlungskonzepte
  • spezielle Stich- und Stimulationstechniken
  • Moxibustion (Erwärmung bestimmter Körperareale durch Verbrennung von Moxakraut)
  • Schröpfen (Unterdruck-Verfahren)
  • Stimulation mittels Pflaumenblütenhämmerchen (spezielles Gerät mit integrierten Nadeln zur oberflächlichen Akupunktur)
  • Laser-Akupunktur
  • Triggerpunktakkupunktur
  • Anwendung verschiedener Nadeltechniken
  • Besonderheiten der Ohrakupunktur
  • interdisziplinäre Schmerztherapie
  • Akupunktur in der Psychosomatik

Stellenangebote

Die Nachfrage nach Akupunktur ist groß. Dementsprechend kann eine Weiterbildung in Akupunktur dabei helfen, neue Patienten für die eigene Praxis zu gewinnen. Besonders sinnvoll scheint die Weiterbildung für niedergelassene Allgemeinmediziner, Internisten, Kinderärzte, Orthopäden, Neurologen und Ärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin.

Für alle, die ein tiefergehendes Interesse bezüglich der Grundlagen der Akupunktur haben, empfiehlt sich die Weiterbildung Traditionelle Chinesische Medizin.

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