Facharztausbildung Pharmakologie

Facharztausbildung für Pharmakologie

Das Gebiet Pharmakologie umfasst die Erforschung von Arzneimittelwirkungen, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln, die Erforschung der Wirkung von Fremdstoffen am Menschen, die Bewertung des therapeutischen Nutzens, die Erkennung von Nebenwirkungen sowie die Beratung und Unterstützung der in der Vorsorge und Krankenbehandlung Tätigen bei der Anwendung substanzbasierter therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen sowie die Risikobewertung von Fremdstoffen.

Inhalt

Weiterbildung zum Facharzt für Pharmakologie

Um eine Facharztausbildung zu beginnen, muss zunächst das Medizinstudium erfolgreich absolviert werden. Danach ist der Mediziner mit dem Erhalt der Approbation berechtigt, den Titel Arzt zu tragen. Anschließend beginnt die Tätigkeit als Assistenzarzt (Arzt in Weiterbildung). Die Weiterbildungszeit als Assistenzarzt ist die Zeit der Facharztausbildung, in welcher man sich in dem Fachgebiet Pharmakologie spezialisiert.

Nach Abschluss der der mehrjährigen Facharztausbildung wird der Facharzttitel im Bereich Pharmakologie erlangt. Mehr Infos dazu zu weiteren Fachrichtungen gibt es unter Übersicht Facharztausbildung.

Dauer der Facharztausbildung Klinische Pharmakologie

Die Weiterbildungszeit in der Pharmakologie von 60 Monaten (5 Jahre) wird bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert, davon werden

  • müssen 48 Monate in Klinische Pharmakologie abgeleistet werden, davon können zum Kompetenzerwerb bis zu 18 Monate Weiterbildung in Pharmakologie und Toxikologie erfolgen
  • müssen 12 Monate in Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung abgeleistet werden

Inhalte Weiterbildung Klinische Pharmakologie

Folgende Inhalte sind in der Weiterbildung zum Facharzt für Pharmakologie zu durchlaufen.

Die Zahlen in Klammern benennen die jeweiligen Richtzahlen.

Gemeinsame Inhalte des Gebiets Pharmakologie:

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Internationale und nationale Normen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln, z. B Good Clinical Practice des International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH-GCP), ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen (Deklaration von Helsinki)
  • Pharmakologische, toxikologische und klinische Grundlagen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln
  • Erkennung, Erfassung, Meldung und Bewertung unerwünschter Arzneimittelwirkungen und von Medikationsfehlern
  • Risiken von Wirk- und Schadstoffen
  • Risikomanagement und -kommunikation
  • Biometrie und Statistik, Pharmakoepidemiologie und Arzneimittelanwendungsforschung, Expositionserfassung
  • Pharmakologische Methodik, insbesondere Pharmako- und Toxikokinetik sowie Pharmako- und Toxikodynamik relevanter Wirk- und Schadstoffe
  • Biochemische, chemische, immunologische, mikrobiologische, molekularbiologische, physikalische und physiologische Arbeits- und Nachweismethoden
  • Grundlagen der tierexperimentellen Forschungstechnik zur Wirkungsanalyse von Arzneimitteln und Fremdstoffen, Erzeugung von Krankheitszuständen in Modellorganismen zur Wirkstoffprüfung
  • Grundlagen, Methoden und Anwendung der Pharmako- und Toxikogenomik
  • Standardmethoden der Qualitätssicherung für Labor- und Klinikuntersuchungen, Berichtswesen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung und Bewertung von Forschungsberichten
  • Grundlagen der Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Arzneimitteltherapie von Erkrankungen

Klinische Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten:

  • Gesetzliche und ethische Anforderungen, Leitlinien und Empfehlungen klinischer Prüfungen
  • Zulassungsverfahren für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Post-Marketing-Surveillance
  • Biometrische Methoden und Datenmanagement
  • Planung und Erstellung von Prüfplänen, Durchführung der Studien, statistische Auswertung bzw. Bewertung der Ergebnisse klinischer Prüfungen der Phase I bis IV (8), davon

– Durchführung von Studien Phase I/II (4)
– Durchführung von randomisierten kontrollierten Studien (RCT) (2)

Wirkungsanalyse von Arzneimitteln am Menschen:

  • Bewertung von Dosis-/KonzentrationWirkungsuntersuchungen (3)
  • Anwendung pharmakokinetischer und/oder -dynamischer Methoden
  • Methodik epidemiologischer Studien
  • Mitwirkung bei Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von nicht-interventionellen Studien (NIS) (2)

Bestimmung von Wirkstoffen und Arzneimitteln in Körperflüssigkeiten und Geweben:

  • Bestimmungsmethoden, insbesondere chemischanalytische Verfahren, z. B. Massenspektrometrie, molekularbiologische Verfahren
  • Erkennung und Bewertung von Arzneimittelwechselwirkungen einschließlich der Mitbehandlung
  • Durchführung und Bewertung des therapeutischen (Drug-)Monitorings einschließlich der Mitbehandlung
  • Durchführung und Bewertung pharmakogenomischer Untersuchungen

Arzneimittelsicherheit und Arzneimitteltherapiesicherheit:

  • Prinzipien, Meldesysteme, Stufenplanverfahren
  • Erkennung, Erfassung und Bewertung der Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Vorgehen bei Vergiftungen und Überdosierungen
  • Beratung bei Vergiftungen und Überdosierungen

Bewertung von Arzneimitteln:

  • Evaluation von Arzneimitteln und Therapieverfahren anhand der Prinzipien der evidenzbasierten Medizin
  • Bewertung von Arzneimitteln in Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzten oder Prüfärzten
  • (Kosten)-Nutzen-Risiko-Bewertung

Arzneimitteltherapie:

  • Beratungen und Mitbehandlung in der Arzneimitteltherapie unter Berücksichtigung von Therapie-Leitlinien einschließlich Nutzen-RisikoAbschätzung (30)

Therapie-Leitlinien:

  • Grundlagen der Erstellung, Beurteilung und Implementierung von Therapie-Leitlinien unter Berücksichtigung der Prinzipien der evidenzbasierten Medizin
  • Mitwirkung bei der Erstellung und Implementierung von Therapie-Leitlinien

 

Dauer der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie

Die Weiterbildungszeit in der Pharmakologie von 60 Monaten (5 Jahre) wird bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert, davon werden

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 18 Monate Weiterbildung in Klinische Pharmakologie erfolgen
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen

Inhalte Weiterbildung Pharmakologie und Toxikologie

Folgende Inhalte sind in der Weiterbildung zum Facharzt für Pharmakologie zu durchlaufen.

Die Zahlen in Klammern benennen die jeweiligen Richtzahlen.

Gemeinsame Inhalte des Gebiets Pharmakologie:

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Internationale und nationale Normen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln, z. B Good Clinical Practice des International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH-GCP), ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen (Deklaration von Helsinki)
  • Pharmakologische, toxikologische und klinische Grundlagen der Erforschung, Entwicklung und Anwendung von Arzneimitteln
  • Erkennung, Erfassung, Meldung und Bewertung unerwünschter Arzneimittelwirkungen und von Medikationsfehlern
  • Risiken von Wirk- und Schadstoffen
  • Risikomanagement und -kommunikation
  • Biometrie und Statistik, Pharmakoepidemiologie und Arzneimittelanwendungsforschung, Expositionserfassung
  • Pharmakologische Methodik, insbesondere Pharmako- und Toxikokinetik sowie Pharmako- und Toxikodynamik relevanter Wirk- und Schadstoffe
  • Biochemische, chemische, immunologische, mikrobiologische, molekularbiologische, physikalische und physiologische Arbeits- und Nachweismethoden
  • Grundlagen der tierexperimentellen Forschungstechnik zur Wirkungsanalyse von Arzneimitteln und Fremdstoffen, Erzeugung von Krankheitszuständen in Modellorganismen zur Wirkstoffprüfung
  • Grundlagen, Methoden und Anwendung der Pharmako- und Toxikogenomik
  • Standardmethoden der Qualitätssicherung für Labor- und Klinikuntersuchungen, Berichtswesen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung und Bewertung von Forschungsberichten
  • Grundlagen der Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Arzneimitteltherapie von Erkrankungen

Pharmakologisch-toxikologische Methoden:

  • Integrative Methoden

– Krankheitsmodelle am Ganztier
– Modellorganismen, Transgen-Techniken
– Erfassung der Toxizität
– Verhaltensstudien
– Narkose und Analgesie
– in vivo- und in vitro-Bildgebung
– in vitro-Methoden aus den Bereichen Zytotoxizität, Gentoxizität, an isolierten Organen

  • Quantitative Struktur-Wirkungs-Beziehung, Strukturund Ligand-basiertes Wirkstoffdesign, Vorhersage pharmakologischer und toxischer Wirkungen
  • Nachweismethoden für Arznei- und Fremdstoffe (4)
  • Durchführung und Bewertung chemischanalytischer Methoden
  • Durchführung und Bewertung spezieller biochemischer und zellbiologischer Methoden
  • Durchführung und Bewertung molekularbiologischer Methoden

Pharmakologisch-toxikologische Untersuchungen:

  • Durchführung und Bewertung von pharmako- und toxikogenomischen Untersuchungen
  • Planung, Durchführung und Auswertung von pharmakologisch-toxikologischen in vivoUntersuchungen (50)
  • Planung, Durchführung und Auswertung von pharmakologischen und toxikologischen in vitroUntersuchungen (100)

Arznei- und Schadstoffwirkungen am Menschen:

  • Wesentliche Schadstoffe, Gifte und deren Antidote
  • Grundlage der Ableitung gesundheitsbasierter Grenzwerte, Expositionsbewertung, Risikobewertung
  • Analyse und Bewertung pharmakologischer und toxischer Wirkungen am Menschen einschließlich der Beratung (25)

Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie – Logbuch

Das Ausbildungslogbuch ist ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie.

Nach dem erfolgreichen Durchlaufen aller Inhalte der Weiterbildung Pharmakologie, muss es komplett ausgefüllt und unterschrieben an die zuständige Ärztekammer geschickt werden. Das Logbuch enthält den Weiterbildungsgang Pharmakologie sowie alle dokumentierten Inhalte und Kenntnisse, die im Rahmen der Facharztausbildung vermittelt wurden.

Die Bundesärztekammer bietet ein Muster-Logbuch  Pharmakologie zum Download an.

 

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