Pathologie Facharztausbildung

Weiterbildung / Facharztausbildung Pathologie – Inhalte und Dauer

Der Pathologe verrichtet mit seiner Arbeit wertvolle Arbeit im Bereich der Diagnoseerstellung und somit anstehender Therapieentscheidungen, als auch im Bereich der Qualitätssicherung der Arbeit von Ärzten. Denn er untersucht erkranktes Gewebe und Vorgänge im menschlichen Körper. Um seine Arbeit durchführen zu können, benötigt ein Arzt eine Reihe von Kompetenzen, die er während der Facharztausbildung in der Pathologie erlernt.

Facharztausbildung Pathologie und Neuropathologie

Für die Facharztausbildung kann man sich zwischen der Pathologie und der Neuropathologie entscheiden. Die Neuropathologie ist ein Teilgebiet der Pathologie und befasst sich hauptsächlich mit neuronalem Gewebe.

In diesem Gebiet beschäftigt man sich unter anderem mit Erkrankungen des Hirns, der Hirnnervenkerne, dem zentralen Nervensystems, dem Rückenmark und dem peripheren Nervensystems.

Die genauen Inhalte der Arbeit der Pathologen und Neuropatholegen werden in den folgenden Absatz gemäß der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer beschrieben.

Das Fachgebiet der Neuropathologie ist übrigens in Europa nur in Deutschland ein eigenständiges Fachgebiet.

Weiterbildungsdauer Facharztausbildung Pathologie und Neuropathologie

Die Facharztausbildung Pathologie beträgt insgesamt 72 Monate, was einem Zeitraum von 6 Jahren entspricht. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung Pathologie wird der Facharzttitel erlangt.

Die Weiterbildungszeit in der Pathologie von 72 Monaten wird bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert, davon

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 24 Monate Weiterbildung in Neuropathologie erfolgen
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen

Die Facharztausbildung Neuropathologie beträgt insgesamt 60 Monate, was einem Zeitraum von 5 Jahren entspricht. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung Neuropathologie wird der Facharzttitel erlangt.

Die Weiterbildungszeit in der Neuropathologie von 60 Monaten wird bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert, davon

  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 24 Monate in der Facharztweiterbildung Pathologie erfolgen
  • können zum Kompetenzerwerb bis zu 12 Monate Weiterbildung in anderen Gebieten erfolgen

Inhalte Weiterbildung Pathologie

Folgende Inhalte sind in der Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie zu durchlaufen.

Bei den Zahlen in Klammern handelt es sich um Richtzahlen.

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Pathologie:

  • Prinzipien interdisziplinärer Therapiekonzepte und Therapieplanung, insbesondere bei Tumorerkrankungen
  • Interpretation von klinischen Befunden im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen
  • Digitale Pathologie
  • Beurteilung unter Berücksichtigung der Morphologie erwünschter und unerwünschter Arzneimittelwirkungen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung
  • Spezielle Anatomie der verschiedenen Körperregionen

Obduktionstätigkeit:

  • Spezielle Präparations- und Nachweismethoden der makroskopischen und mikroskopischen Diagnostik
  • Obduktionen (vollständige Leichenöffnung) einschließlich weiterführender Untersuchungen, epikritischer Auswertung und Dokumentation (150)
  • Vorstellung von Obduktionsbefunden in Morbiditätsund Mortalitätskonferenzen
  • Herrichtung von obduzierten Leichen und Konservierung von Leichen

Makroskopie:

  • Makroskopische Beurteilung, Auswahl und Entnahme morphologischen Materials für die histologische und zytologische Untersuchung einschließlich der Methoden der technischen Bearbeitung und Färbung unter Berücksichtigung der Immunhistologie und Molekularpathologie

Aufbereitung und Befundung von Präparaten:

  • Grundlagen der technischen Aufbereitung von Präparaten
  • Einflussgrößen und Störfaktoren auf Untersuchungsergebnisse einschließlich deren Steuerung

Mikroskopie:

  • Beurteilung und Befunderstellung histologischer und zytologischer Präparate
  • Beurteilung und Befunderstellung von histopathologischen Untersuchungen verschiedener Entitäten (15.000), davon Schnellschnittuntersuchungen (500)
  • Allgemeine und spezielle fachgebietsbezogene Methoden der morphologischen Diagnostik einschließlich der Immunhistologie/Immunzytologie, Molekularpathologie, der Morphometrie und der Zytogenetik sowie der Biochemie und Immunologie
  • Durchführung und Befunderstellung molekularpathologischer Untersuchungen sowie deren Interpretation

Zytopathologie und Zytometrie:

  • Durchführung und Befunderstellung von zytopathologischen Untersuchungen verschiedener Entitäten (1.000)

Gynäkologische Exfoliativzytologie:

  • Zervixkarzinome und deren Vorstufen
  • Beurteilung, Befunderstellung einschließlich Klassifizierung von Zellausstrichen (5.000), davon Zervixkarzinome und Vorstufen (200)

Interdisziplinäre Zusammenarbeit:

  • Mitwirkung an klinischen Demonstrationen sowie klinisch-pathologischen Konferenzen
  • Mitwirkung an interdisziplinären Tumorkonferenzen (30)

Asservierung und Dokumentation:

  • Asservierung von Untersuchungsgut für ergänzende Untersuchungen
  • Grundlagen von Biobanken
  • Fotografische Dokumentation

Inhalte Weiterbildung Neuropathologie

Folgende Inhalte sind in der Weiterbildung zum Facharzt für Neuropathologie zu durchlaufen.

Bei den Zahlen in Klammern handelt es sich um Richtzahlen.

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Neuropathologie:

  • Prinzipien interdisziplinärer Therapiekonzepte und Therapieplanung, insbesondere bei Tumorerkrankungen
  • Interpretation von klinischen Befunden im Zusammenhang mit gebietsbezogenen Fragestellungen
  • Digitale Pathologie
  • Beurteilung unter Berücksichtigung der Morphologie erwünschter und unerwünschter Arzneimittelwirkungen
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung
  • Spezielle Anatomie, insbesondere des Nervensystems und der Skelettmuskulatur

Obduktionstätigkeit:

  • Spezielle Präparations- und Nachweismethoden der makroskopischen und mikroskopischen Diagnostik, insbesondere von Gehirnen, Rückenmarkspräparaten, Spinalganglien, peripheren Nervenanteilen und Skelettmuskulatur
  • Obduktionen des Zentralnervensystems einschließlich weiterführender Untersuchungen, epikritischer Auswertung und Dokumentation (150)
  • Vorstellung von Obduktionsbefunden in Morbiditätsund Mortalitätskonferenzen

Makroskopie:

  • Makroskopische Beurteilung und Entnahme morphologischen Materials für die histologische und zytologische Untersuchung einschließlich der Methoden der technischen Bearbeitung und Färbung, insbesondere von Gehirnen, Rückenmarkspräparaten, Spinalganglien, peripheren Nervenanteilen und Skelettmuskulatur

Aufbereitung und Befundung von Präparaten:

  • Grundlagen der technischen Aufbereitung von Präparaten, insbesondere von Gehirnen, Rückenmarkspräparaten, Spinalganglien, peripheren Nervenanteilen und Skelettmuskulatur mittels histologischer, histochemischer, immunhistochemischer, zytologischer, elektronenmikroskopischer und molekularpathologischer Methoden
  • Einflussgrößen und Störfaktoren auf Untersuchungsergebnisse einschließlich deren Steuerung

Mikroskopie:

  • Allgemeine und spezielle fachgebietsbezogene Methoden der morphologischen Diagnostik einschließlich der Immunhistologie/-zytologie, Molekularpathologie, der Morphometrie und der Zytogenetik sowie der Biochemie und Immunologie
  • Beurteilung und Befunderstellung von histopathologischen, insbesondere neurohistologischen Untersuchungen an Präparaten verschiedener Entitäten (5.000), davon

– Schnellschnittuntersuchungen (500)
– Liquorzytologie (500)
– peripheres Nervensystem und Skelettmuskulatur (200)

  • Molekulare Neuropathologie, insbesondere deren Indikation zur Anwendung und Interpretation für die Erkennung und Klassifikation neurologischer Erkrankungen
  • Durchführung und Befunderstellung molekularpathologischer Untersuchungen sowie deren Interpretation (200)
  • Durchführung und Befunderstellung neuromorphologischer Untersuchungen an Präparaten verschiedener Entitäten, insbesondere der Enzym-/Immunhistochemie oder Elektronenmikroskopie

Interdisziplinäre Zusammenarbeit:

  • Mitwirkung an klinisch-pathologischen Konferenzen
  • Mitwirkung an interdisziplinären Tumorkonferenzen (30)

Asservierung und Dokumentation:

  • Asservierung von Untersuchungsgut für ergänzende Untersuchungen
  • Grundlagen von Biobanken
  • Fotografische Dokumentation

Facharztausbildung Pathologie – Logbuch

Das Ausbildungslogbuch ist ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Pathologie.

Nach dem erfolgreichen Durchlaufen aller Inhalte der Weiterbildung Pathologie, muss es komplett ausgefüllt und unterschrieben an die zuständige Ärztekammer geschickt werden. Das Logbuch enthält den Weiterbildungsgang Pathologie sowie alle dokumentierten Inhalte und Kenntnisse, die im Rahmen der Facharztausbildung vermittelt wurden.

Die Bundesärztekammer bietet ein Muster-Logbuch  Pathologie zum Download an.

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