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praktischArzt Arzt & Karriere Facharztausbildung Zusatz-Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen

Zusatz-Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen: Voraussetzungen, Dauer, Inhalte

Zusatz Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik Für Radiologen
Zuletzt aktualisiert: 27.05.2025
Themen: Zusatzweiterbildung
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Die nuklearmedizinische Diagnostik spielt eine bedeutende Rolle in der modernen Medizin, insbesondere bei der Früherkennung, Diagnose und Verlaufskontrolle verschiedener Krankheiten. Radiologen, die bereits über eine solide Ausbildung in bildgebender Diagnostik verfügen, können ihre Kompetenzen und Fähigkeiten weiter ausbauen, indem sie eine Zusatzweiterbildung in nuklearmedizinischer Diagnostik absolvieren. Diese spezialisierte Weiterbildung ermöglicht es Radiologen/-innen, nuklearmedizinische Untersuchungstechniken und -verfahren zu erlernen und anzuwenden, um eine umfassendere Patientenversorgung zu gewährleisten. Die Zusatzweiterbildung soll den Ärzten/-innen Wissen im Bereich der Anwendung von radioaktiven Stoffen zur Funktions- und Lokalisationsdiagnostik von Organen, Geweben, Erkrankungen und Systemen vermitteln sowie deren Anwendung im Rahmen von Hybridverfahren

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Fachgebiet Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen
  2. Voraussetzungen und Dauer der  Zusatzweiterbildung
  3. Weiterbildungsinhalte
  4. Prüfung und Abschluss der Zusatzweiterbildung
  5. Karrieremöglichkeiten für Radiologen
  6. Gehaltsperspektiven mit Zusatz-Weiterbildung

Nuklearmedizin im Überblick

  • Womit beschäftigt sich die Nuklearmedizin? Die beschäftigt sich Diagnose und Therapie auf Basis der Verwendung radioaktiver Substanzen, sonographischer und kernphysikalischer Verfahren.
  • Dauer der Zusatz-Weiterbildung: Die Zusatz-Weiterbildung in Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen dauert 24 Monate. Im Gegensatz dazu dauert die Weiterbildung zum Facharzt für Nuklearmedizin 5 Jahre.
  • Anzahl: In Deutschland gibt es 1.237 berufstätige Nuklearmediziner/innen. Davon arbeiten 795 ambulant, 387 stationär. 14 arbeiten bei Körperschaften/Behörden, davon sind 5 Sanitätsoffiziere/-innen. (Ärztestatistik 2022)

Das Fachgebiet Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen

Nuklearmedizin und Radiologie sind eng miteinander verwandt. In beiden Fachrichtungen geht es hauptsächlich um Lokalisations- und Funktionsdiagnostik für die Erkennung und Verlaufskontrolle von Krankheiten. Während sich Radiologen mit Verfahren wie der Sonographie, Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) beschäftigen, umfasst die Nuklearmedizin den Einsatz von radioaktiven Substanzen und kernphysikalischer Verfahren wie SPECT oder PET.

Die Kombination beider Gebiete nennt sich Hybridbildgebung. Beispiele hierfür sind die Positronen-Emissions-Tomographie/ Computertomographie oder Magnetresonanztomographie (kurz PET/CT oder PET/MRT) und die entsprechenden Verfahren mit Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT/CT und SPECT/MRT). Während der radiologische Anteil der Verfahren eine gute Darstellung der Anatomie ermöglicht, stellen die Nuklearmedizinischen Verfahren Stoffwechselvorgänge dar. Das PET/CT wird beispielsweise in der Onkologie zur Erkennung von Krebsherden und Metastasen mit einem erhöhten Stoffwechsel eingesetzt.

Zusatzweiterbildung statt Doppelfacharzt

Noch vor wenigen Jahren mussten Ärzte/-innen, die diese Verfahren nutzen wollten einen doppelten Facharzt in Radiologie und in Nuklearmedizin haben. Dieser Doppelfacharzt nahm ganze neun Jahre Ausbildungszeit in Anspruch. Qualifizierte Fachärzte/-innen für Radiologie und Nuklearmedizin durchliefen also mindestens 15 Jahre Ausbildung.

Daher wurde im Jahr 2018 beschlossen, dass zukünftig die Zusatzweiterbildungen Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen und Röntgendiagnostik für Nuklearmediziner eingeführt werden sollen.

Voraussetzungen und Dauer für die Zusatzweiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen

Wie der Name bereits vermuten lässt, richtet sich die Weiterbildung Nuklearmedizische Diagnostik für Radiologen speziell an Ärzte/-innen mit einer abgeschlossenen Weiterbildung Facharzt/-ärztin Radiologie.

Für die Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen müssen insgesamt 24 Monate an einer Weiterbildungsstätte gemäß der Nuklearmedizin verbracht werden.

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Inhalte der Zusatzweiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen

Die Rahmenbedingungen der Weiterbildung können je nach Landesärztekammer variieren, da alle Angaben der MWBO lediglich als Orientierung für die weiterbildungsverantwortlichen Kammern dienen. Grundsätzlich empfiehlt es sich also, sich bei seiner zuständigen Landesärztekammer zu informieren.

Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen

Kognitive- und Methodenkompetenz: Kenntnisse

  • Klinische Grundlagen sowie pathophysiologische und diagnoseweisende Merkmale von degenerativen, angeborenen, metabolischen, inflammatorischen, infektiösen und Tumor- Erkrankungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter sowie deren Zuordnung zu Erkrankungsstadien und deren Differentialdiagnosen
  • Grundlagen der Strahlenbiologie, Strahlenphysik und Messtechnik, insbesondere Dosisbegriffe und physikalische und biologische Dosimetrie
  • Prinzipien der nuklearmedizinischen Bildentstehung, insbesondere der Detektortechnik, des Tracerprinzips und der Gammaspektrometrie

Indikationsstellung

Handlungskompetenz: Erfahrungen und Fertigkeiten

  • Indikationsstellung und rechtfertigende Indikationsstellung für alle bildgebenden Verfahren mit ionisierenden Strahlen unter Berücksichtigung der spezifischen Risiken und möglicher Komplikationen

Strahlenschutz

Kognitive- und Methodenkompetenz: Kenntnisse

  • Besonderheiten der nuklearmedizinischen Diagnostik im Kindes- und Jugendalter, insbesondere Auswahl und Dosierung der Radiopharmaka
  • Prinzipien der ionisierenden und nicht- ionisierenden Strahlung und des Strahlenschutzes bei der Anwendung am Menschen
  • Reduktionsmöglichkeiten der medizinisch indizierten Strahlenexposition in der Diagnostik
  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Personal und bei Begleitpersonen
  • Messung und Bewertung der Strahlenexposition Diagnostische Referenzwerte

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Radiopharmaka

Kognitive- und Methodenkompetenz: Kenntnisse

  • Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen (Radionuklide) und markierten Radiopharmaka einschließlich der Qualitätskontrolle

Handlungskompetenz: Erfahrungen und Fertigkeiten

  • Indikationsgemäße Auswahl, Dosierung und Kinetik von Radiopharmaka

Gerätetechnik

Kognitive- und Methodenkompetenz: Kenntnisse

  • Gerätebezogene Qualitätssicherungsmaßnahmen einschließlich Konstanzprüfungen
  • Physikalische Grundlagen und praktische Anwendung bildgebender Verfahren mit ionisierenden Strahlen, insbesondere Gammakamera, SPECT und PET sowie Hybridgeräte (SPECT/CT, PET/CT, PET/MRT)

Kommunikation

Handlungskompetenz: Erfahrungen und Fertigkeiten

  • Aufklärung von Patienten und/oder Angehörigen über Nutzen und Risiko bildgebender Verfahren mit ionisierenden Strahlen
  • Nuklearmedizinische Befunderstellung, Bewertung und Kommunikation des Untersuchungsergebnisses

Bildgebung mit ionisierender Strahlung einschließlich Gamma-Kamera, SPECT und PET

Kognitive- und Methodenkompetenz: Kenntnisse

  • Prinzipien und Bedeutung der Akquisitionsparameter für Bildqualität und Dosis bei Szintigraphien, SPECT und PET, deren korrekte Wahl und Einfluss auf mögliche Bildartefakte

Handlungskompetenz: Erfahrungen und Fertigkeiten

  • Erstellung und Anwendung von Gammakamera-, SPECT- und PET-Untersuchungsprotokollen einschließlich geeigneter Radiopharmaka
  • Indikation, Durchführung und Befunderstellung von Untersuchungen unter Verwendung von Radiopharmaka (ohne Schilddrüse) einschließlich Gammakamera, SPECT und PET (auch in Hybridtechnik), jeweils in angemessener Wichtung, davon in SPECT- oder PET-Technik

Hybride Verfahren

Kognitive- und Methodenkompetenz: Kenntnisse

  • Physikalische und technische Prinzipien der Hybridverfahren
  • Interaktion morphologischer und funktioneller Bildgebung einschließlich möglicher Artefakte

Handlungskompetenz: Erfahrungen und Fertigkeiten

  • Interdisziplinäre Indikationsstellung für Hybridverfahren wie Positronenemissionstomographie-CT, Einzelphotonen-Emissions-CT und MR-PET

Prüfung und Abschluss der Zusatzweiterbildung

Ärzte und Ärztinnen, die die Zusatzweiterbildung nuklearmedizinische Diagnostik absolvieren möchten, müssen am Ende der Weiterbildung eine Prüfung ablegen, um ihre erworbenen Kompetenzen und Fertigkeiten in dem Bereich der nuklearmedizinischen Diagnostik zu beweisen. Der genaue Prüfungsaufbau und die konkreten Prüfungsmodalitäten können je nach Land und Bildungseinrichtung variieren. Die Bundesärztekammer gibt eine Dauer von mindestens 30 Minuten vor. Meist findet ein mündliches Fachgespräch statt, das jedoch auch durch praktische Aufgaben ergänzt werden kann.

Über die genauen Prüfungsmodalitäten sollten sich Bewerber/-innen bei der zuständigen Landesärztekammer informieren.

Das Logbuch in der nuklearmedizinischen Weiterbildung

Im Rahmen ihrer Weiterbildung müssen Ärzte/-innen ein sogenanntes Logbuch führen. In diesem Logbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und die erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Das Logbuch enthält also Informationen bezüglich der im Rahmen der Weiterbildung durchgeführten Tätigkeiten und Fallzahlen, ebenso bietet es dem/der Teilnehmenden Raum für Selbstreflexion. Sobald das Logbuch vollständig ausgefüllt ist, kann sich der Arzt oder die Ärztin für die abschließende Schwerpunktprüfung anmelden. Ohne dieses ist eine Anmeldung nicht möglich.

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Karrieremöglichkeiten für Radiologen/-innen mit Zusatzbezeichnung Nuklearmedizinische Diagnostik

Ärzten/-innen mit der Zusatzweiterbildung in der nuklearmedizinischen Diagnostik eröffnen sich verschiedene Karrieremöglichkeiten. So können sie unter anderem in Radiologieabteilungen von Krankenhäusern, Kliniken, medizinischen Zentren oder Universitätskliniken arbeiten. Wenn sie ein Interesse an wissenschaftlicher Forschung haben, können sie nach erfolgreichem Absolvieren der Zusatzweiterbildung den Weg in die Forschung an einer Universitätsklinik oder einer Forschungseinrichtung wagen.

Des Weiteren können Ärzte/-innen mit der genannten Zusatzweiterbildung eine eigene Praxis eröffnen und nuklearmedizinische Dienstleistungen anbieten. Dies ermöglicht ihnen mehr Unabhängigkeit und Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeiten und die Patientenbetreuung.

Gehaltsperspektiven mit Zusatz-Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen

Das Gehalt, welches Fachärzte/-innen während ihrer Zusatzweiterbildung erhalten, orientiert sich an den jeweiligen Tarifverträgen ihrer Arbeitgebers. Aktuell kann man ein Facharzt-Gehalt zwischen 6.400 und 8.400 Euro erwarten.

Radiologen/-innen mit eigener Praxis liegen beim Arzt-Gehalt an der Spitze.

Häufige Fragen zu Nuklearmedizinische Diagnostik

  1. Was ist Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen?
  2. Die Zusatzweiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik ermöglicht Radiologen/-innen, spezialisierte Kenntnisse und Fähigkeiten in nuklearmedizinischen Diagnoseverfahren, wie z.B. PET und SPECT, zu erlangen.

  3. Wie erhält man die Zusatzbezeichnung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen?
  4. Wer einen Facharzttitel in Radiologie hat, kann über die Zusatz-Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen die entsprechende Zusatzbezeichnung erwerben.

  5. Wie lange dauert die Zusatzweiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen?
  6. Die Weiterbildung Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen dauert 24 Monate.

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