Facharztausbildung Chirurgie

Facharztausbildung: Weiterbildung Facharzt für Chirurgie

Medizinische Handwerker: Facharzt für Chirurgie

Oftmals als die Handwerker und Feinmechaniker in der Medizin angesehen: Die Chirurgen – Fachärzte für Chirurgie.

In diesem Artikel zeigen wir die Aufteilung der Weiterbildung in Basisweiterbildung und Spezialisierung auf eine Fachkompetenz auf und die Weiterbildungsinhalte, Ausbildungsdauer und nützliche Links beispielsweise zu Muster-Logbüchern.

Die Bundesärztekammer gliedert das Aufgabengebiet der Chirurgen in die Vorbeugung, die Erkennung, die konservative und operative Behandlung, die Nachsorge und Rehabilitation von chirurgischen Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen sowie angeborenen und erworbenen Formveränderungen und Fehlbildungen der Gefäße, der inneren Organe einschließlich des Herzens, der Stütz- und Bewegungsorgane und der onkologischen Wiederherstellungs- und Transplantationschirurgie.

Inhalt

Weiterbildung zum Facharzt für Chirurgie

Um eine Facharztausbildung zu beginnen, muss zunächst das Medizinstudium erfolgreich absolviert werden. Danach ist der Mediziner mit dem Erhalt der Approbation berechtigt, den Titel Arzt zu tragen. Anschließend beginnt die Tätigkeit als Assistenzarzt (Arzt in Weiterbildung). Die Weiterbildungszeit als Assistenzarzt ist die Zeit der Facharztausbildung, in welcher man sich in dem Fachgebiet Chirurgie spezialisiert.

Nach Abschluss der der mehrjährigen Facharztausbildung wird der Facharzttitel im Bereich Chirurgie erlangt. Mehr Infos dazu zu weiteren Fachrichtungen gibt es unter Übersicht Facharztausbildung.

Dauer der Facharztausbildung Chirurgie

Die Weiterbildungszeit in der Chirurgie von 72 Monaten wird bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert, davon werden

  • müssen 18 Monate in Orthopädie und Unfallchirurgie abgeleistet werden
  • müssen 18 Monate in Viszeralchirurgie abgeleistet werden
  • müssen 6 Monate in der Notfallaufnahme abgeleistet werden
  • müssen 6 Monate in der Intensivmedizin abgeleistet werden

Inhalte Weiterbildung Gefäßchirurgie

Folgende Inhalte sind in der Weiterbildung zum Facharzt für Gefäßchirurgie zu durchlaufen.

Die Zahlen in Klammern benennen die jeweiligen Richtzahlen.

Übergreifende Inhalte im Gebiet Chirurgie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Chirurgische Techniken und Instrumentengebrauch, insbesondere Inzision, Präparation, Retraktion, Naht- und Knotentechniken einschließlich Laseranwendung unter Berücksichtigung der verschiedenen Gewebestrukturen
  • Chirurgische perioperative Behandlung einschließlich Vorbereitung, Lagerungstechniken, Nachsorge und Komplikationsmanagement sowie Indikationsstellung zu weiterführenden Maßnahmen
  • Techniken der temporären Ruhigstellung und Fixationsverbände
  • Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Thrombosen
  • Wundheilung und Narbenbildung
  • Wundmanagement und stadiengerechte Wundtherapie sowie Verbandslehre einschließlich verschiedene Wundauflagen, Unterdruck- und Kompressionstherapie
  • Defektdeckung bei akuten und chronischen Wunden
  • Grundlagen der medikamentösen Tumortherapie
  • Basisbehandlung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • Scoresysteme und Risikoeinschätzung
Lokalanästhesie und Schmerztherapie
  • Lokal- und Regionalanästhesien
  • Abklärung peri- und postoperativer Schmerzzustände
  • Diagnostik und Therapie nach dokumentierten Schmerztherapieplänen
  • Behandlung von Patienten mit komplexen Schmerzzuständen
  • Injektionen und Punktionen

Notfall- und Intensivmedizin

  • Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen
  • Kardiopulmonale Reanimation
  • Pathophysiologie von schweren Verletzungen, des Polytraumas und deren Folgen
  • Indikationsstellung zur Notfall-Laparotomie und Thorakotomie
  • Überwachung, Monitoring, Dokumentation und Betreuung von intensivmedizinischen Patienten
  • Differenzierte Beatmungstechniken
  • Atemunterstützende Maßnahmen bei intubierten und nicht-intubierten Patienten
  • Beatmungsentwöhnung bei langzeitbeatmeten Patienten
  • Mitbehandlung bei septischen Krankheitsbildern
  • Pharmakologie der Herz-Kreislauf-Unterstützung
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Zentralvenöse Zugänge (20)
  • Arterielle Kanülierung und Punktionen
  • Thorax-Drainage
  • Legen eines transurethralen und/oder suprapubischen Katheters

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Allgemeinchirurgie

  • Berufsgenossenschaftliche Heilverfahren einschließlich Durchgangsarztverfahren
  • Grundlagen der Verwendung alloplastischer Materialien

Notfalleingriffe

  • Erkennung, Diagnostik, Therapie und interdisziplinäres Management für den Schwer- und Mehrfachverletzten (10)
  • Zugang zum Thorax
  • Notfalleingriffe im Bauchraum, z. B. bei Ileus, Blutung, Peritonitis, Milzruptur, Hohlorganperforationen (20)

Diagnostische Verfahren

  • Sonographische Untersuchungen des Abdomens und Retroperitoneums (400)
  • Sonographische Untersuchungen der Urogenitalorgane (200)
  • Notfallsonographien (eFAST) (50)
  • Sonographie des Bewegungsapparats
  • Rektosigmoidoskopie
  • Proktoskopie
  • Indikation, Durchführung und Befunderstellung von konventioneller Röntgendiagnostik, davon
    – Notfalldiagnostik: Röntgendiagnostik ohne CT im Rahmen der Erstversorgung bei Erwachsenen und Kindern
    – Skelett, Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett in angemessener Gewichtung
    – intraoperative radiologische Befundkontrolle
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebender Verfahren

Weichteilverletzungen, Wunden und Verbrennungen

  • Weichteileingriffe, z. B. an Sehnen, Bändern, Muskeln, Haut und bei Infektionen
  • Prävention, Diagnostik und Therapie des zentralen und peripheren Kompartmentsyndroms
  • Diagnostik und Therapie unkomplizierter Weichteilverletzungen
  • Erkennung und Erstversorgung von komplexen Weichteilverletzungen und Verbrennungen
  • Resektion gutartiger oberflächlicher und peripherer Weichteiltumore (20)
  • Inzision und Exzision von Hautabszessen (20)

Konservative Therapiemaßnahmen

  • Konservative Behandlung einschließlich schmerztherapeutischer Maßnahmen bei Luxationen, Frakturen, Distorsionen (100)

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der Hand

  • Häufigste Verletzungen und Funktionsstörungen der Hand
  • Erkennung und Erstversorgung von komplexen Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der Hand
  • Diagnostik, konservative und operative Therapie von nicht-komplexen Verletzungen und Funktionsstörungen der Hand

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der viszeralen Organe und Gefäße

  • Implantation und Explantation von zentralvenösen Verweilkathetern, z. B. Portkatheter, Herzschrittmacher (20)
  • Inzision von Perianalabszessen
  • Exzision von Perianalvenenthrombosen
  • Hämorrhoidenoperation einschließlich Therapie einer Fissur (20)
  • Operative Therapie von Hernien, davon
    – Leistenhernie (40)
    – Bauchwandhernie (10)
    – Narbenhernie (10)
  • Methoden der Gefäßfreilegung, Embolektomie und Thrombektomie
  • Methoden der Varizenoperation
  • Laparotomien und deren Verschluss, auch minimal invasiv (50)
  • Resektionen, Übernähungen, Exstirpationen, konventionelle, endoskopische und interventionelle Techniken (150), davon
    – Appendektomie (25)
    – Cholecystektomie (35)
    – explorative Laparotomie und/oder Laparoskopie (30)
    – Magenübernähung
    – Dünndarmresektion (10)
    – Stomaanlage und Stomarückverlagerung (10)
    – Eingriffe am Kolon (30)

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen des Kopf- und Halsbereichs

  • Anomalien der anatomischen Strukturen des Halses
  • Zervikale Eingriffe, z. B. an der Schilddrüse, Tracheotomie, Lymphknoten-Probeexzision

Verletzungen, Erkrankungen und Funktionsstörungen der Bewegungsorgane

  • Operationsschritte bei Erkrankungen und Verletzungen an Extremitäten, Wirbelsäule, Becken und Thorax
  • Weichteileingriffe, z. B. an Sehnen, Bändern, Muskeln, Haut, Weichteiltumoren (30)
  • Osteosynthesen bei Typ A- und B-Frakturen (120), davon
    – an langen Röhrenknochen (10)
    – am distalen Radius (20)
    – am oberen Sprunggelenk (10)
    – bei subcapitaler Humerusfraktur (10)
    – am Ellenbogengelenk (10)
  • Fixateur externe-Anlagen (10)
  • Versorgung von Frakturen an der Hüfte mit Duokopfprothesen und Osteosynthesen (30)
  • Operative Therapie bei Infektionen an Weichteilen, Knochen oder Gelenken (10)
  • Implantatentfernungen (50)

Strahlenschutz

  • Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen
  • Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung und des baulichen und apparativen Strahlenschutzes
  • Voraussetzungen zur Erlangung der erforderlichen Fachkunden im gesetzlich geregelten Strahlenschutz

Quelle: Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer

Die Weiterbildungsinhalte der verschiedenen Fachkompetenzen sind facettenreich und unterscheiden sich je Spezialisierung. Die genauen Inhalte sind ausführlich in der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer nachschlagbar.

Facharztausbildung Chirurgie – Logbuch

Das Ausbildungslogbuch ist ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Gefäßchirurgie.

Nachdem alle Inhalte der Weiterbildung Chirurgie erfolgreich durchlaufen wurden, muss es komplett ausgefüllt und unterschrieben an die zuständige Ärztekammer geschickt werden. Das Logbuch enthält den Weiterbildungsgang Chirurgie sowie alle dokumentierten Inhalte und Kenntnisse, die im Rahmen der Facharztausbildung vermittelt wurden.

Die Bundesärztekammer bietet ein Muster-Logbuch Chirurgie zum Download an.

Passende Jobs in der Chirurgie

praktischArzt ist die große Jobbörse für Ärzte in Deutschland. In der Stellensuche sind täglich zahlreiche Chirurgie Stellenangebote für Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt und Chefarzt gelistet.

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