Facharzt Gynäkologie

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe – Perspektive Frauenarzt

Die Gynäkologie ist ein spannendes und vielseitiges Fach. Als Facharzt für Gynäkologie berät und betreut Frauen ab der Pubertät bis ins hohe Alter. Neben Prävention, Diagnose und Behandlung geschlechtsspezifischer Gesundheitsstörungen der Frau gehört auch die Überwachung von Schwangerschaften, Geburten und Wochenbettverläufen zum Berufsbild. Bei Umfragen unter Medizinstudenten geben 5,9 % der Studierenden an, sich für eine Facharztausbildung im Bereich Frauenheilkunden und Geburtshilfe zu entscheiden. Somit gehört das Fach zu den 10 beliebtesten Facharztrichtungen. Im folgenden Artikel wird beleuchtet, was die Inhalte des Fachbereichs sind und wie sich der Weg zum Facharzt für Gynäkologie gestaltet.

Der Beruf des Gynäkologen – Tätigkeiten und Aufgaben

Der Gynäkologe ist verantwortlich für die Behandlung von geschlechtsspezifische Beschwerden und Erkrankungen der Frau. Neben der Behandlung von Krankheiten nimmt auch die Beratungsfunktion in diesem Fachbereich eine wichtige Stellung ein: egal ob vor, während oder nach der Geburt oder auch zu Fragen wie Verhütung und Familienplanung ist der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe erster Ansprechpartner für Frauen. Die Frauenheilkunde bietet dadurch ein breites Spektrum an Aufgaben: Prävention, Familienplanung, Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Geburtshilfe, Pränatalmedizin und Onkologie sind nur einige der Bereiche, die das Fachgebiet der Frauenheilkunde und Geburtshilfe ausmachen.

Auch operative Tätigkeiten in den Gebieten Geburtshilfe, Gynäkologie, Onkologie und Urogynäkologie gehören zu diesem Fachbereich. Zu den wichtigsten operativen Eingriffen der Gynäkologen zählen folgende:

  • Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage)
  • Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie)
  • Operation der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose)
  • Operation mittels Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
  • Gewebsentnahme Gebärmutterhals (Konisation)
  • Sterilisation (Eileiterdurchtrennung)
  • Entfernung von Eierstockzysten (overielle Zytektomie)

Mit wie vielen solcher operativer Eingriffe ein Facharzt für Gynäkologie im täglichen Berufsleben konfrontiert ist, hängt auch von der Arbeitsstätte ab. Der Klinikalltag bietet sicherlich ein größeres Aufkommen und breiteres Spektrum als die Arbeit in einer gynäkologischen Praxis. Als niedergelassene Gynäkologin oder niedergelassener Gynäkologe lässt sich der Patientenstrom besser kontrollieren. Dann stehen die Vorbeugung, Erkennung, Therapie und Nachsorge geschlechtsspezifischer Gesundheitsstörungen sowie die Betreuung und Überwachung von Schwangerschaften im Vordergrund.

Ob im Klinik- oder Praxisalltag, als Facharzt für Gynäkologie muss man mit hohen Anforderungen an die psychische und physische Belastbarkeit rechnen. Komplexe Entbindungen, aufwendige Operationen und die Behandlung von Krebspatientinnen verlangen Gynäkologen einiges ab. Auf der anderen Seite sind glückliche Momente und die Freude über den Nachwuchs auch Bestandteil der Arbeit. Einfühlungsvermögen und kommunikative Fähigkeiten sind im Fachgebiet der Frauenheilkunde unabdingbar, um das für die intime Thematik nötige Vertrauen zu den Patientinnen aufzubauen.

Schicht-, Nacht- und Bereitschaftsdienste im Klinikalltag können Ärztinnen und Ärzten physisch zusetzen. Denn gynäkologische Notfälle und vor allem Geburten finden praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit statt – unabhängig davon, ob wochen- oder feiertags. Obwohl auch ein niedergelassener Facharzt für Gynäkologie zumindest turnusmäßig Bereitschafts-, Feiertags- und Wochenenddienste anbietet, gilt die Arbeit in der Praxis als ruhiger. Etwa 40 Prozent der Praxisarbeit besteht aus der Betreuung von gesunden Frauen, also aus Prävention.

Insgesamt gilt die Gynäkologie als ein Fachgebiet, in dem eine Niederlassung als Facharzt und die Gründung einer Arztpraxis sehr gut möglich ist. Um Beruf und Familie besser zu vereinbaren, gehen immer mehr junge Gynäkologinnen und Gynäkologen im Anschluss an die Weiterbildung gerne in Gemeinschaftspraxen. Die Option der eigenen Praxisniederlassung direkt nach Erlangung des Facharzttitels oder zu einem späteren Zeitpunkt besteht ebenfalls. Damit verbunden ist die relative Knappheit an Gynäkologen in Krankenhäusern und Kliniken. Das bedeutet gute Jobperspektiven für jeden jungen Mediziner mit dem Titel Facharzt für Gynäkologie. Dazu passend gibt es zahlreiche Gynäkologie Stellenangebote direkt bei uns auf praktischArzt.de, insbesondere auch für Jungmediziner zahlreiche Assistenzarzt Gynäkologie Stellenangebote.

Die Facharztausbildung Gynäkologie und Geburtshilfe

Um den Titel Facharzt für Gynäkologie zu erlangen, stehen im Anschluss an das Grundstudium der Medizin eine fünfjährige Weiterbildung sowie ein 80-stündiger Weiterbildungskurs in der psychosomatischen Grundversorgung an. Während der fünfjährigen Weiterbildung lernen angehende Gynäkologen das Fach in seiner ganzen Vielfalt kennen.

Insgesamt ist die Weiterbildung wie folgt aufgebaut:

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte, davon können

  • 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
  • bis zu 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes angerechnet werden
  • bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden
  • 80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Psychosomatische Grundversorgung

Wichtige Inhalte der Facharztweiterbildung sind folgende:

  • Gesundheitsberatung inkl. Ernährungsmedizin und Vorbeugung durch Impfungen
  • Behandlung der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Tumorerkennung und gynäkologische Tumorbehandlung
  • Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • Feststellung Schwangerschaft und Mutterschaftsvorsorge
  • Erkennung und Behandlung von Schwangerschaftserkrankungen
  • Geburtsbetreuung sowie Versorgung und Betreuung des Neugeborenen
  • Diagnostik und Therapie der Harn- und postpartalen Analinkontinenz
  • Indikationsstellung zu plastisch-operativen und rekonstruktiven Eingriffen im Genitalbereich und der Brust
  • Erkennung und Behandlung des prämenstruellen Syndroms
  • Familienplanung
  • Sexualberatung von Frauen und Paaren
  • Gebietsbezogene Arzneimitteltherapie
  • Prävention von Osteoporose

Mehr Infos zu anderen Fachrichtungen sind in der Übersicht Facharztausbildung zu finden.

Spezialisierungsmöglichkeiten in der Frauenheilkunde

Im Anschluss an die Weiterbildung zum Facharzt für Gynäkologie besteht die Möglichkeit einer weiteren Spezialisierung. Drei Schwerpunkte stehen zur Auswahl:

  1. Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
    2. Gynäkologische Onkologie
    3. Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin

Zur Erlangung der Schwerpunktkompetenz müssen nach dem Facharzt weitere 36 Monate absolviert werden, von denen 12 Monate bereits während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden dürfen.

Facharzt Gynäkologie Gehalt

Wie viel ein Facharzt für Gynäkologie verdient, hängt in erster Linie davon ab, ob die Tätigkeit im Angestelltenverhältnis oder als niedergelassener Arzt mit eigener Praxis ausgeübt wird. In Gemeinschaftspraxen, Krankenhäusern und Kliniken spielen Berufserfahrung und Hierarchie beim Gehalt eine Rolle. Einrichtungen in kommunaler Hand gestalten die Vergütung gemäß dem Tarifvertrag für Ärzte. Die tarifliche Bruttogrundvergütung für Fachärzte der Gynäkologie liegt bei derzeit 5.770 bis 7.410 Euro monatlich. Alle Infos dazu in der Übersicht Tarifverträge Ärzte. Zu dieser Grundvergütung addieren sich Zulagen für Schichtdienste und gegebenenfalls Honorare für Privatleistungen oder Gutachten.

Ein Facharzt für Gynäkologie mit eigener Praxis hat monatlich höhere Ausgaben, verdient aber auch entsprechend mehr als angestellte Kollegen in Gemeinschaftspraxen oder Kliniken. Das Gehalt einer niedergelassenen Gynäkologin beziehungsweise eines niedergelassenen Gynäkologen ist regional unterschiedlich und liegt laut Statistischem Bundesamt bei durchschnittlich 12.000 Euro brutto pro Monat. Mehr Infos dazu in der kompletten Übersicht zu Gehältern aller niedergelassenen Ärzte nach Fachrichtung.




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